Eine zauberhafte Nanny – Knall auf Fall in ein neues Abenteuer (im Englischen: Nanny McPhee and the Big Bang, 2010) ist ein Film, der sich selbst in eine Nische einschreibt, bevor der erste Akt endet. Die Fortsetzung des ersten Nanny-McPhee-Films verlegt das Geschehen vom viktorianischen Herrenhaus aufs sommerliche Land – und ringt dabei sichtbar darum, frischer zu wirken als sein Vorgänger, ohne das bewährte Rezept aufzugeben. Regie führt Susanna White nach einem Drehbuch von Emma Thompson, die gleichzeitig die Hauptrolle übernimmt. Das Ergebnis ist ein Familienfilm, der anständig unterhält, dessen Besetzung von Eine Zauberhafte Nanny 2 aber bei näherer Betrachtung sowohl interessante Entscheidungen als auch einige kalkuliert wirkende Momente offenbart.
Wen hat man hier versammelt? Britische Schwergewichte, internationale Zugpferde, eine Handvoll talentierter Kinderdarsteller – und das Ganze verpackt in eine Produktion von Universal Pictures, die genau weiß, was sie sein will: ein charmantes, harmloses Familienvergnügen. Ob die Schauspieler dabei wirklich Raum bekommen, ihre Figuren mit Tiefe auszustatten, oder ob sie primär Typen bedienen, ist eine der Fragen, die im Folgenden durchdacht werden sollen.
Die Besetzung von Eine Zauberhafte Nanny 2 – zwischen Anspruch und Konvention
Wenn man die Filmbesetzung von Eine Zauberhafte Nanny 2 zum ersten Mal überblickt, reagiert man mit einem leisen, anerkennenden Nicken. Emma Thompson, Maggie Smith, Maggie Gyllenhaal, Ewan McGregor, Rhys Ifans – das ist kein Cast, den man achtlos zusammenwürfelt. Hier wurde investiert, hier wurde nachgedacht. Zumindest auf dem Papier.
Was allerdings auffällt: Die Originalbesetzung liest sich stellenweise wie ein Kompromiss zwischen künstlerischem Anspruch und Marktlogik. Emma Thompson als Nanny McPhee ist die logische Kontinuität – sie hat die Figur miterfunden, das Drehbuch geschrieben, die Welt erschaffen. Das ist kohärent. Doch Ewan McGregor als liebevoll-überarbeiteter Farmer und Maggie Gyllenhaal als amerikanische Cousine wirken in ihrer Kombination bisweilen wie zwei Puzzleteile aus verschiedenen Schachteln: beide solide, beide engagiert – aber nicht ganz aufeinander abgestimmt.
Die echte positive Überraschung? Maggie Smith, die in einer kleineren Rolle als Mrs. Green erscheint und dabei mühelos den gesamten Raum in Beschlag nimmt. Und die Kinderdarsteller, die dem Film eine organische Energie verleihen, die so mancher erwachsener Darsteller vermissen lässt.
Die Produktion entscheidet sich für Vertrautheit über Experiment – was man ihr kaum verübeln kann, es aber auch ehrlich benennen sollte.
Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Emma Thompson | Nanny McPhee | 8/10 | Präzise, originell, vollständig im Körper der Figur – sie ist die Rolle. |
| Maggie Gyllenhaal | Isabel Green | 7/10 | Engagiert und warm, wenngleich die Figur selbst etwas unterentwickelt bleibt. |
| Ewan McGregor | Phil Green | 6/10 | Sympathisch, aber ohne wirkliche Kanten – eine etwas blasse Hauptfigur. |
| Maggie Smith | Mrs. Green | 7/10 | Knapp, trocken, unwiderstehlich. Wenig Screentime, maximale Wirkung. |
| Rhys Ifans | Antagonist-Pendant | 6/10 | Funktioniert als komödiantischer Gegenpol, bleibt aber im Typus. |
| Asa Butterfield | Norman Green | 6/10 | Solide Kinderdarstellung, entwickelt sich im Verlauf glaubwürdig. |
Die Hauptdarsteller im Fokus
Emma Thompson als Nanny McPhee
Es wäre unfair, Emma Thompson zu analysieren, ohne anzuerkennen, dass sie diese Figur im Grunde ist. Thompson hat nicht nur das Drehbuch geschrieben – sie hat Nanny McPhee aus den Büchern von Christianna Brand destilliert und in eine moderne Filmsprache übersetzt. Die Maske ist aufwendig, die Haltung unverwechselbar, die Dosierung von Strenge und Wärme nahezu perfekt.
Was die Figur interessant macht: Sie ist kein Erlöser aus dem Nichts, sondern ein Katalysator, der die Kinder dazu bringt, ihre eigenen Ressourcen zu entdecken. Thompson spielt das mit einer kontrollierten Zurückhaltung, die in einem Familienfilm dieser Art fast ungewöhnlich ist. Keine Übertreibungen, kein Augenzwinkern Richtung Kamera. Das verdient Respekt.
Kritisch ließe sich anmerken, dass die Figur im zweiten Teil etwas schematischer wirkt als im ersten – die magischen Interventionen folgen einem erkennbaren Rhythmus, der die Überraschungsmomente reduziert. Doch das ist eher ein strukturelles Problem des Drehbuchs als ein schauspielerisches.
Bewertung: 8/10
Maggie Gyllenhaal als Isabel Green
Maggie Gyllenhaal bringt eine sympathische Wärme in die Rolle der Isabel Green, der Mutter, die allein mit drei Kindern auf dem Bauernhof sitzt, während ihr Mann an der Front ist. Man mag Gyllenhaal – sie ist präsent, geerdet, menschlich. Und dennoch bleibt die Figur hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Isabel Green ist im Wesentlichen die klassische überforderte Mutter, die am Ende weiß, wie sie ihre Familie zusammenhält. Das ist keine besonders kühne Charakterkonstruktion. Gyllenhaal macht daraus so viel wie möglich, aber man merkt, dass das Drehbuch ihr keinen wirklich eigenständigen emotionalen Bogen gibt. Ihre Entwicklung passiert um sie herum, nicht durch sie.
Als amerikanische Schauspielerin in einem britisch geprägten Film wirkt sie zudem gelegentlich wie ein importiertes Element – was inhaltlich sogar intendiert sein mag, aber die Chemie mit den übrigen Darstellern nicht immer beflügelt.
Bewertung: 7/10
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Ewan McGregor als Phil Green
Ewan McGregor ist ein Schauspieler, der unter den richtigen Regisseuren Außerordentliches leistet. In Eine Zauberhafte Nanny 2 bekommt er eine Rolle, die ihn freundlich unterfordert: Phil Green, der abwesende Vater, der am Ende Verantwortung übernimmt. McGregor ist charmant, zweifellos. Aber die Figur hat keine wirkliche Reibungsfläche.
Das ist kein Vorwurf gegen McGregor persönlich – er spielt, was das Drehbuch ihm gibt. Doch Phil Green ist im Wesentlichen ein Platzhalter für Narrative über väterliche Verantwortung, ohne dass er als Person wirklich greifbar wird. Ein etwas konventionelles Casting für einen Schauspieler, der mehr kann.
Bewertung: 6/10
Maggie Smith als Mrs. Green
Maggie Smith hat die seltene Gabe, mit einem einzigen Blick einen ganzen Satz zu kommunizieren. Ihre Mrs. Green ist sparsam eingesetzt – aber jede ihrer Szenen sitzt. Sie bringt jene trockene, britische Präzision mit, die man von ihr kennt und die in diesem Film wie ein Kontrapunkt zur allgemeinen Verspieltheit funktioniert.
Man könnte sich wünschen, die Figur hätte mehr Screentime und mehr Entwicklung bekommen. Stattdessen bleibt sie ein köstliches, aber letztlich dekoratives Element der Crew. Das ist schade – und gleichzeitig: Was Maggie Smith in ihren wenigen Szenen daraus macht, ist schlicht sehenswert.
Bewertung: 7/10
Rhys Ifans als antagonistische Figur
Rhys Ifans liefert, was von ihm erwartet wird: eine kauzige, komödiantisch überzeichnete Energie, die den Film an einigen Stellen aufhellt. Er ist kein subtiler Schauspieler, und Eine Zauberhafte Nanny 2 verlangt das auch nicht von ihm. Seine Rolle funktioniert als dramaturgisches Gegengewicht – aber entwickelt sich kaum über das anfängliche Typenportrait hinaus.
Bewertung: 6/10
Asa Butterfield als Norman Green
Asa Butterfield – der später in Hugo Cabret und Ender’s Game internationale Bekanntheit erlangen würde – zeigt hier bereits eine bemerkenswerte Konzentration für sein junges Alter. Norman Green ist keine leichte Figur: ein Kind, das mit Abwesenheit umgehen lernen muss. Butterfield spielt das ohne Sentimentalität, was wohltuend ist.
Bewertung: 6/10
Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik
Die Nebenrollen in Eine Zauberhafte Nanny 2 tragen wesentlich zur Atmosphäre des Films bei – auch wenn sie strukturell oft eher Funktion als Charakter sind. Die Kinderdarsteller als Gruppe besitzen eine organische Energie, die dem Film seine lebendigsten Momente schenkt. Die Dynamik zwischen den Green-Kindern und den besuchenden Cousins funktioniert erstaunlich gut – gerade weil sie nicht immer glatt ist.
Weniger überzeugend sind jene Nebenfiguren, die primär als Komödienmaterial existieren und kaum innere Logik entwickeln. Sie füllen Platz, erzeugen Lacher, verschwinden wieder. In einem Film mit solch hochkarätiger Hauptbesetzung fällt das umso stärker auf.
Die Synchronsprecher in der deutschen Fassung tragen ihren Teil dazu bei, dem Film eine eigene lokale Textur zu geben – was bei Kinderfilmen dieser Art nicht selbstverständlich ist. Die deutschen Synchronsprecher bleiben den Tonlagen der Originaldarsteller weitgehend treu, ohne diese sklavisch zu imitieren.
Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?
Wenn man die Karriereverläufe der zentralen Schauspieler betrachtet, ergibt sich ein gemischtes Bild:
Emma Thompson
- Howards End
- Sinn und Sinnlichkeit
- Saving Mr. Banks
- Eine zauberhafte Nanny (2005) und Fortsetzung (2010) – als Autorin und Hauptdarstellerin
Thompson hat sich durch ihre Karriere konsequent geweigert, sich festlegen zu lassen. Die Nanny-McPhee-Fortsetzung ist dabei ein bewusstes Projekt, das sie vollständig kontrolliert. Kein Typecasting, sondern Autorschaft.
Ewan McGregor
McGregor war zu diesem Zeitpunkt (2010) in einer Phase seiner Karriere, in der er zwischen großen Franchise-Projekten und kleineren, risikoreicheren Rollen pendelte. Eine Zauberhafte Nanny 2 fällt eher in die leichtgewichtige Kategorie – und man spürt, dass er hier keine künstlerische Grenzerfahrung sucht.
Maggie Smith
- Gosford Park
- Downton Abbey (kurz bevorstehend zum Zeitpunkt des Films)
Smith war längst in jener Phase ihrer Laufbahn, in der sie mit minimalen Mitteln maximale Wirkung erzielt. Die Rolle der Mrs. Green ist letztlich eine Variation eines bekannten Musters. Virtuos, aber keine Überraschung.
Asa Butterfield
Butterfield ist das interessanteste Karrieresignal des Films: Hier sieht man einen jungen Darsteller, der gerade beginnt, seine Instrumente zu erproben. Spätere Rollen in Hugo Cabret und Ender’s Game sollten diese frühe Beobachtung bestätigen.
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Funktioniert die Besetzung als Ensemble?
Die ehrliche Antwort: teilweise.
Das Ensemble funktioniert am besten, wenn die Kinderdarsteller im Zentrum stehen – dort entsteht eine unmittelbare, glaubwürdige Gruppenenergie. Auch Emma Thompson als Nanny McPhee fügt sich nahtlos in jedes Setting, bindet Szenen zusammen, gibt dem Film seine emotionale Achse.
Weniger organisch wirkt die Kombination aus Maggie Gyllenhaal und Ewan McGregor. Beide sind gute Schauspieler, aber ihre Chemie fühlt sich eher konstruiert als gelebt an. Man glaubt ihnen als Einzelpersonen – weniger als Paar mit Geschichte.
Maggie Smith und Rhys Ifans hingegen funktionieren jeweils für sich: Sie in ihrer lakonischen Kürze, er in seiner exzentrischen Breite. Zusammen würden sie vermutlich kollidieren – aber das Drehbuch lässt diese Kollision gar nicht erst zu.
Die Chemie zwischen Figuren ist in Familienfilmen dieser Art oft eine Frage der Konstruktion: Man arrangiert Konstellationen, die funktionieren sollen. Bei Eine Zauberhafte Nanny 2 funktioniert das Arrangement ordentlich – aber es bleibt Arrangement.
Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät
Es lohnt sich, kurz innezuhalten und zu fragen: Was verrät uns der Cast von Eine Zauberhafte Nanny 2 über das Kino seiner Zeit – und über das, was sich seitdem verändert hat?
Der Film erschien 2010, in einer Ära, in der große Familienfilme noch primär für das Kino gedacht waren, nicht für Streaming-Plattformen. Die Logik des Castings ist entsprechend: Man braucht Namen, die Zuschauer in die Kinos ziehen. Emma Thompson, Maggie Gyllenhaal, Ewan McGregor – das sind keine algorithmisch optimierten Entscheidungen, sondern Entscheidungen, die auf dem Prinzip der Vertrauenswürdigkeit basieren.
Im heutigen Streaming-Kontext hätte dieser Film möglicherweise ein anderes Gesicht bekommen. Weniger Stars, mehr Diversität vielleicht – oder zumindest eine größere Aufmerksamkeit für Repräsentation abseits der weißen britischen Mittelschicht. Denn das ist das offensichtlichste Defizit dieser Filmbesetzung: Sie ist in ihrer sozialen und ethnischen Zusammensetzung bemerkenswert homogen.
Das ist kein Angriff – es ist eine Bestandsaufnahme. Und sie erinnert daran, dass selbst gut gemeinte, qualitätsbewusste Produktionen die blinden Flecken ihrer Zeit tragen. Die Frage der Repräsentation ist 2010 in britischen Familienfilmen dieser Größenordnung schlicht noch nicht gestellt worden.
Ob das heute anders wäre? Vielleicht. Ob es besser wäre? Das hängt davon ab, ob strukturelle Vielfalt mit inhaltlicher Tiefe einhergeht – oder nur eine andere Art des Kalküls darstellt.
Häufig gestellte Fragen
Wer spielt die Hauptrolle in Eine Zauberhafte Nanny 2?
Emma Thompson spielt die Hauptrolle als Nanny McPhee. Sie hat nicht nur die Titelrolle inne, sondern auch das Drehbuch geschrieben – ein selten kohärentes Autorenprojekt im Familienfilm-Genre.
Wer spielt in Eine Zauberhafte Nanny 2 neben Emma Thompson?
Der Cast umfasst unter anderem Maggie Gyllenhaal als Isabel Green, Ewan McGregor als Phil Green, Maggie Smith als Mrs. Green, Rhys Ifans sowie den jungen Asa Butterfield als Norman Green.
Wie gut ist die Besetzung von Eine Zauberhafte Nanny 2?
Insgesamt solide bis gut – mit Emma Thompson und Maggie Smith als deutlichen Höhepunkten. Ewan McGregor und Rhys Ifans bleiben etwas unter ihren Möglichkeiten, weil das Drehbuch ihnen wenig Spielraum für Entwicklung lässt.
Lohnt sich der Film trotz dieser Einschränkungen?
Ja – als Familienfilm funktioniert Eine Zauberhafte Nanny 2 gut. Wer allerdings nach wirklicher charakterlicher Tiefe oder unerwarteten schauspielerischen Überraschungen sucht, wird partiell enttäuscht. Thompson allein macht vieles wett.
Gibt es eine deutsche Synchronfassung mit bekannten Synchronsprechern?
Ja. Es existiert eine deutsche Synchronfassung. Die deutschen Synchronsprecher tragen zum lokalen Charme der Produktion bei, ohne die Qualität der Originaldarstellungen zu verfehlen.
Ist Eine Zauberhafte Nanny 2 eine direkte Fortsetzung?
Ja, es ist die Fortsetzung des ersten Nanny-McPhee-Films (2005), ebenfalls mit Emma Thompson. Der zweite Teil ist jedoch eigenständig genug, um ohne Kenntnis des Vorgängers genossen werden zu können.



