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Besetzung von Petrocelli

Besetzung von Petrocelli

Es gibt Fernsehserien, die ihr Jahrzehnt so vollständig verkörpern, dass man sie kaum aus ihrem historischen Kontext herauslösen kann. Petrocelli gehört dazu. Die NBC-Krimiserie, die von 1974 bis 1976 ausgestrahlt wurde, erzählt von Tony Petrocelli, einem idealistischen Anwalt, der sich mit seiner Frau in der Kleinstadt San Remo, Arizona niederlässt und dort als Verteidiger in komplizierten Mordfällen arbeitet – während das Paar noch buchstäblich am eigenen Haus baut. Das ist eine schöne Metapher, und man fragt sich beim Rückblick auf die Besetzung von Petrocelli, ob das Fundament tatsächlich so solide ist, wie es auf den ersten Blick wirkt. Die Antwort: teils, teils. Der Cast rühmt sich einiger echter Entscheidungen – und einiger sehr vorhersehbarer.

Die Besetzung von Petrocelli – zwischen Anspruch und Konvention

Wer sich heute mit der Besetzung von Petrocelli auseinandersetzt, begegnet einem Ensemble, das für seine Zeit durchaus respektabel zusammengestellt wurde – ohne jedoch sonderlich visionär zu sein. Die Casting-Entscheidungen folgen einer klaren Logik: ein charismatischer Hauptdarsteller im Zentrum, eine Ehefrau als emotionaler Gegenpol, ein treuer Sidekick als praktische Ergänzung und eine Reihe von Gastdarstellern, die Woche für Woche neue moralische Dilemmas verkörpern. Das ist kein schlechtes Konzept – aber es ist auch kein besonders gewagtes.

Was die Serie von anderen Anwaltsdramen der frühen Siebziger unterscheidet, ist das Setting und der Tonfall. San Remo als Schauplatz verleiht dem Cast eine gewisse Erdung, die man in den hochglanzierten Städteserien der Epoche vermisst. Barry Newman als Petrocelli bringt eine Energie mit, die weniger auf Brillanz als auf Ausdauer setzt – das ist eine interessante Wahl. Weniger interessant ist die Art, wie die weibliche Hauptrolle konzipiert wurde. Maggie Cooper als Ehefrau Maggie Petrocelli bleibt trotz einer soliden Darstellerin erschreckend unterentwickelt. Das wirft Fragen auf, die die Serie selbst nicht stellt – aber vielleicht sollte man sie ihr stellen.

Positiv überraschend sind hingegen die Gastrollen: Albert Salmi und David Huddleston tauchen wiederholt auf und verleihen der Serie eine charakterdarstellerische Kontinuität, die das Ensemble stabilisiert. Die Besetzung von Petrocelli ist also kein Meisterwerk des Castings – aber sie ist auch nicht banal. Sie ist das, was man in einer wohlwollenden Analyse eine kompetente Konvention nennen würde.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Barry Newman Tony Petrocelli 7/10 Charismatisch und geerdet – verkörpert den idealistischen Anwalt mit echtem Überzeugungswillen
Susan Howard Maggie Petrocelli 5/10 Solide Darstellung, aber die Rolle lässt kaum Raum für echte Charakterentwicklung
David Huddleston Pete Ritter 6/10 Zuverlässig und warmherzig – ein Sidekick, der manchmal mehr leistet, als das Drehbuch erlaubt
Albert Salmi John Specht 6/10 Glaubwürdig in seiner Präsenz; bringt echte Textur in die episodische Struktur der Serie
Maggie Cooper Rolle variierend 5/10 In Gastrollen präsent; zeigt Spielfreude, bekommt aber selten den nötigen Raum

Die Hauptdarsteller im Fokus

Barry Newman als Tony Petrocelli

Barry Newman ist das Herzstück der Besetzung von Petrocelli – und man merkt, dass die Serie um ihn herum konzipiert wurde, nicht umgekehrt. Newman hatte zu diesem Zeitpunkt bereits durch den Kinofilm Petrocelli (Pilotfilm, 1974, Regie: Sidney J. Furie) und andere Produktionen Erfahrung gesammelt, und diese Reife bringt er in jede Folge mit.

Was an Newmans Interpretation besonders interessant ist: Er spielt Tony Petrocelli nicht als strahlenden Helden, sondern als jemanden, der in echtem moralischem Terrain navigiert. Die Energie ist leiser als bei vielen seiner Zeitgenossen – kein Perry Mason, kein Showman. Das ist mutig, wenn auch nicht immer dramatisch befriedigend. In den schwächeren Episoden der Fernsehserie wirkt diese Zurückhaltung wie Passivität. In den stärkeren wirkt sie wie Tiefe.

Newmans Filmografie zeigt einen Schauspieler, der nie vollständig zum Star wurde, aber stets zum Träger des Erzählgefüges – eine Form von Verlässlichkeit, die unterschätzt wird. Als Darsteller des Anwalts Tony Petrocelli ist er überzeugend genug, um die schwächeren Folgen zu tragen, und stark genug, um in den besseren wirklich zu leuchten.

Bewertung: 7/10

Susan Howard als Maggie Petrocelli

Susan Howard übernimmt die Rolle der Maggie Petrocelli – und hier liegt eine der grundlegenden Schwächen der Besetzung von Petrocelli. Nicht im schauspielerischen Sinne: Howard liefert, was das Drehbuch verlangt, mit Wärme und professioneller Präzision. Das Problem ist das Drehbuch selbst.

Maggie Petrocelli existiert primär in Relation zu ihrem Mann. Sie unterstützt, sie wartet, sie kommentiert – aber sie handelt selten im eigenen narrativen Sinne. Für eine Serie, die in den Midsiebzigern produziert wurde, ist das keine Überraschung; es ist dennoch eine Schwäche, die aus heutiger Perspektive kaum übersehen werden kann. Howard verdient mehr als das, was ihr Leonard Katzman und das Produktionsteam von Thomas L. Miller angeboten haben.

Die Chemie zwischen Newman und Howard funktioniert auf einer oberflächlichen Ebene – das Ehepaar wirkt sympathisch, vertraut, alltäglich. Was fehlt, ist Spannung, Reibung, echte Komplexität. Das ist weniger ein Problem der Schauspieler als des Konzepts: Maggie Petrocelli ist als Figur schlicht nicht interessant genug gedacht.

Bewertung: 5/10

Einen ähnlich strukturierten Blick auf ein klassisches Fernseh-Ensemble lohnt sich auch beim Artikel über die Besetzung von Der Alte.

David Huddleston als Pete Ritter

David Huddleston bringt in seiner Rolle als Pete Ritter eine angenehme Bodenständigkeit mit, die den episodischen Charakter der Krimiserie stabilisiert. Er ist kein Hauptdarsteller, aber er ist auch kein bloßes Füllmaterial – Huddleston versteht es, in wenigen Szenen echte Präsenz zu erzeugen.

Pete Ritter fungiert als Vertrauensperson und lokaler Gegenpol zu Petrocellis juristischem Idealismus. Das ist keine besonders komplexe Konstruktion, aber Huddleston macht das Beste daraus. Er ist einer jener Charakterdarsteller, deren Wert sich erst in der Gesamtbetrachtung einer Serie zeigt: Ohne ihn würde das Ensemble weniger geerdet wirken.

Bewertung: 6/10

Albert Salmi als John Specht

Albert Salmi ist ein Name, der in Besprechungen der Besetzung von Petrocelli selten ausreichend gewürdigt wird. Als John Specht bringt er eine Textur mit, die über das bloß Funktionale hinausgeht. Salmi war zu dieser Zeit ein erfahrener Charakterdarsteller mit einem breiten Spektrum an Rollen – und dieses Spektrum sieht man.

Specht ist keine einfache Figur: Er bewegt sich in einem moralisch ambivalenten Raum, der der Serie gut tut. Salmi spielt das ohne Overacting, ohne den billigen Ausweg in eindimensionale Bösartigkeit. Das ist handwerklich stark und erzählerisch wertvoll.

Bewertung: 6/10

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Eine Krimiserie, die über zwei Staffeln und viele Folgen läuft, steht und fällt mit der Qualität ihrer Gastrollen. Die Besetzung von Petrocelli zeigt hier ein gemischtes Bild. In einigen Episoden – etwa in den Folgen rund um Mordfälle in kleinstädtischem Milieu – gelingt es dem Casting, Figuren zu finden, die echte erzählerische Energie mitbringen. In anderen Episoden fühlen sich die Gastrollen wie austauschbare Typendarstellungen an: der unschuldig Verdächtigte, der zweifelhafte Zeuge, der korrupte Lokalpolitiker.

Maggie Cooper taucht in verschiedenen Episoden auf und zeigt dabei eine Spielfreude, die man gerne öfter gesehen hätte. Das Problem: Die Episodenstruktur der Fernsehserie lässt kaum Raum für echte Charakterentwicklung in Nebenrollen. Man lernt eine Figur kennen, man versteht ihr Dilemma – und dann ist die Folge vorbei. Das ist dem Format geschuldet, aber es ist trotzdem eine Einschränkung, die das dramatische Potenzial begrenzt.

Was die Besetzung von Petrocelli in ihren besten Momenten auszeichnet, ist die Bereitschaft, auch in kleinen Rollen auf echte Charakterdarsteller zu setzen. Das unterscheidet die Serie von reinen Schablonen-Krimis der Ära – wenn auch nicht konsequent genug, um daraus ein Markenzeichen zu machen.

Wer sich für die Dynamik von Ensembles in amerikanischen Sitcoms derselben Ära interessiert, findet weiterführende Perspektiven im Artikel über die Besetzung von Frasier.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Barry Newmans Werdegang ist die Geschichte eines Schauspielers, der kurz vor dem großen Durchbruch stand und ihn nie ganz vollzogen hat. Nach seiner Arbeit in Petrocelli blieb er ein solider, respektierter Name – aber kein Star im eigentlichen Sinne. Das wirft die Frage auf, ob die Rolle des Tony Petrocelli ihn in eine Schublade gesteckt hat, aus der er sich nie ganz befreien konnte. Als Anwalt, als moralischer Idealist, als ruhige Kraft im Zentrum – das war Newmans Terrain, und er hat es gut bestellt. Aber Terrain kann auch ein Käfig sein.

Susan Howard entwickelte ihre Karriere nach Petrocelli vor allem in anderen Fernsehserien weiter – ein Weg, der für Schauspielerinnen ihrer Generation typisch war. Die Fernsehlandschaft der Siebziger bot Frauen vergleichsweise wenige Möglichkeiten, aus der Rolle der Unterstützerin herauszutreten, und Howards Karriere spiegelt diese strukturelle Einschränkung wider.

David Huddleston und Albert Salmi hingegen sind Beispiele für jene Generation von Charakterdarstellern, die das amerikanische Fernsehen der Sechziger und Siebziger prägten, ohne je im Rampenlicht zu stehen. Ihre Filmografien lesen sich wie Landkarten des episodischen Fernsehens: immer wieder neue Rollen, immer wieder ähnliche Typen, immer wieder solide Arbeit. Typecasting als Lebensmodell – nicht unbedingt eine Wahl, eher eine Konsequenz der Industrie.

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Diese Frage ist vielleicht die interessanteste, die man über die Besetzung von Petrocelli stellen kann – und die ehrlichste Antwort lautet: ja, aber mit Einschränkungen.

Das Zentrum des Ensembles – Newman als Petrocelli, Howard als Maggie, Huddleston als Pete Ritter – funktioniert auf einer praktischen Ebene sehr gut. Die Figuren kennen einander, vertrauen einander, ergänzen einander. Das ist spürbar und macht die Serie konsumierbar, auch wenn man heute eher zynisch auf die Konstruktion blickt.

Was fehlt, ist echte Dynamik im Sinne von Konflikt, Wachstum, Überraschung. Das Ensemble ist eingefroren in seinen Rollen: der Anwalt, die Ehefrau, der Freund. Diese Dreieckskonstruktion wurde nicht weiterentwickelt – über zwei Staffeln und viele Episoden hinweg. Das Ensemble funktioniert, aber es wächst nicht. Und das ist letztlich das, was Petrocelli von wirklich großen Serienprojekten unterscheidet: Es fehlt der Mut zur Veränderung.

Die Chemie zwischen Newman und Howard ist sympathisch, aber nicht fesselnd. Zwischen Newman und Huddleston gibt es Momente echter Wärme. Albert Salmi als John Specht bringt gelegentlich jene Reibung ins Ensemble, die die Serie eigentlich öfter bräuchte. Insgesamt: ein solides, aber kein aufregendes Ensemble.

Einen vergleichenden Blick auf Ensembledynamiken in einer anderen Fernsehserie bietet der Artikel über die Besetzung von Scrubs – Die Anfänger.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Es wäre billig, Petrocelli aus einer Gegenwartsperspektive heraus zu kritisieren, ohne den historischen Kontext ernst zu nehmen. Die Besetzung von Petrocelli ist ein Produkt ihrer Zeit – des amerikanischen Netzwerkfernsehens der frühen Siebziger, mit seinen kommerziellen Zwängen, seinen demographischen Kalkulationen und seinen strukturellen Einschränkungen gegenüber Frauen und marginalisierten Stimmen.

Und doch ist es aufschlussreich, diese Besetzung mit dem zu vergleichen, was heute in der Streaming-Ära produziert wird. Einerseits hat sich vieles verbessert: Repräsentation, Charaktertiefe, narrative Komplexität – all das ist in zeitgenössischen Produktionen spürbarer vorhanden. Andererseits hat die Streaming-Ära ihre eigenen Pathologien entwickelt: diverse Besetzungen, die auf dem Papier progressiv wirken, aber inhaltlich dieselben Schablonen reproduzieren. Ein weiblicher Charakter mit mehr Screentime ist noch keine weibliche Figur mit echter Handlungsmacht.

Was Petrocelli in diesem Vergleich interessant macht, ist seine Ehrlichkeit. Die Serie macht keine Ansprüche, die sie nicht einlöst. Sie ist das, was sie ist: eine episodische Krimiserie mit einem charismatischen Hauptdarsteller und einem funktionalen Ensemble. Keine Streaming-Produktion würde heute so schlicht auftreten – aber so manches Netflix-Anwaltsdrama würde ehrlicher wirken, wenn es es täte.

Die deutsche Synchronisation der Serie – mit einer eigenen deutschen Fassung und entsprechenden Synchronsprechern – hat dazu beigetragen, dass Petrocelli auch im deutschsprachigen Raum zu einem Fernsehliebling der Siebziger wurde. Die Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen hinterließ Eindruck, wie die anhaltende Präsenz der Serie in Synchronkartei-Datenbanken zeigt. Das Werk von Regisseur Sidney J. Furie beim Pilotfilm legte einen soliden Grundstein für das, was folgen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt die Hauptrolle in Petrocelli?

Die Hauptrolle des Anwalts Tony Petrocelli wird von Barry Newman gespielt. Newman prägte die Figur durch zwei Staffeln der NBC-Krimiserie (1974–1976) und bereits im Pilotfilm von 1974.

Wer spielt Maggie Petrocelli?

Die Rolle der Maggie Petrocelli – Ehefrau des Anwalts – wird von Susan Howard verkörpert. Die Figur ist solide gespielt, bleibt aber narrativ unterentwickelt: ein wiederkehrendes Problem in Serien dieser Ära.

Welche Schauspieler tauchen wiederholt in Nebenrollen auf?

David Huddleston als Pete Ritter und Albert Salmi als John Specht sind regelmäßig präsente Gesichter in der Besetzung von Petrocelli. Beide Charakterdarsteller stabilisieren das Ensemble mit ihrer Erfahrung und Verlässlichkeit.

Lohnt sich Petrocelli heute noch?

Als zeithistorisches Dokument des amerikanischen Fernsehens der frühen Siebziger: ja, durchaus. Als Ensemble-Drama im modernen Sinne: mit Einschränkungen. Wer Barry Newman als Schauspieler schätzt oder sich für die Geschichte der Krimiserie interessiert, findet in Petrocelli interessantes Material – auch wenn die Besetzung und Rollenanlage heute kritischer betrachtet werden muss.

Wie war die deutsche Synchronisation der Serie?

Die deutsche Fassung von Petrocelli war für ihre Zeit solide produziert und trug wesentlich zur Popularität der Fernsehserie im deutschsprachigen Raum bei. Informationen zu den deutschen Synchronsprechern finden sich unter anderem in der Synchronkartei.

Wie viele Staffeln hat Petrocelli?

Die Serie umfasst zwei Staffeln mit insgesamt 44 Episoden, die zwischen 1974 und 1976 auf NBC erstausgestrahlt wurden.

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