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Besetzung von Beim Sterben Ist Jeder der Erste

Besetzung von Beim Sterben Ist Jeder der Erste

Es gibt Filme, die man nicht vergisst – nicht wegen ihrer Handlung, sondern wegen der Art, wie sie einem das Unbehagen unter die Haut treiben. Beim Sterben ist jeder der Erste (Originaltitel: Deliverance), John Bookmans Thriller-Drama aus dem Jahr 1972, gehört zweifellos dazu. Vier Männer fahren im Kanu einen reißenden Fluss durch die Wildnis Georgias hinunter – und was als Abenteuerausflug beginnt, entwickelt sich zu einem existenziellen Albtraum. Die Besetzung von Beim Sterben ist jeder der Erste ist dabei nicht nur ein handwerklicher Aspekt des Films, sondern ein entscheidender Faktor für seine bis heute anhaltende Wirkung.

Das Drehbuch stammt von James Dickey, der auch den gleichnamigen Roman schrieb, und Regisseur John Boorman hat es mit einem Cast besetzt, der auf den ersten Blick wie eine clevere Kombination aus aufsteigenden Stars und etablierten Gesichtern wirkt. Ob diese Kombination tatsächlich so reibungslos funktioniert, wie die Filmgeschichte es uns glauben machen möchte – das lohnt sich genauer zu betrachten.

Die Besetzung von Beim Sterben Ist Jeder der Erste – zwischen Anspruch und Konvention

Wenn man die Besetzung von Beim Sterben ist jeder der Erste heute mit dem Abstand von über fünfzig Jahren betrachtet, fällt zunächst auf, wie männlich, wie weiß und wie eindimensional das Ensemble in seiner Zusammensetzung wirkt. Vier weiße Männer aus der Mittelschicht begeben sich in eine Wildnis, die sie nicht verstehen, und begegnen einer ländlichen Bevölkerung, die das Drehbuch – und damit auch die Darsteller – in einer Weise portraitiert, die heute zurecht hinterfragt wird.

Jon Voight und Burt Reynolds als die beiden zentralen Figuren des Films sind ohne Zweifel interessante Casting-Entscheidungen, die über ihre Unterschiedlichkeit funktionieren: Voight, damals frisch nach Midnight Cowboy bekannt, bringt eine intellektuelle Verletzlichkeit mit, die Reynolds’ körperbetonter Maskulinität einen spannenden Kontrapunkt bietet. Diese Spannung ist kein Zufall – sie ist kalküliert, und sie funktioniert.

Was weniger funktioniert: die Besetzung der Gegenspieler. Die sogenannten „Hinterwäldler” – in der Produktion überwiegend mit lokalen Laienschauspielern besetzt – bleiben als Charaktere flach und werden mehr als archetypische Bedrohung denn als vollständige Menschen gezeigt. Das ist dramaturgisch wirksam, aber auch symptomatisch für ein Erzählmuster, das ländliche Armut als Kulisse für urbanen Schrecken nutzt, ohne echte Empathie zu entwickeln.

Ned Beatty und Ronny Cox als die zwei „schwächeren” Männer der Gruppe ergänzen das Ensemble auf interessante Weise – ihre Figuren funktionieren als Projektionsflächen für Angst und gesellschaftliche Hierarchien, auch wenn die Tiefe ihrer Charakterzeichnung zu wünschen übrig lässt.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Sieben Leben.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Jon Voight Ed Gentry 8/10 Nuanciert, glaubwürdig verletzlich – die stärkste schauspielerische Leistung des Films
Burt Reynolds Lewis Medlock 7/10 Charismatisch und körperlich überzeugend, aber die Figur bleibt letztlich ein Typus
Ned Beatty Bobby Trippe 7/10 Mutige, fordernde Rolle – Beatty liefert mehr ab, als man erwartet
Ronny Cox Drew Ballinger 6/10 Sympathisch und solide, aber der Figur fehlt dramatische Substanz
James Dickey Sheriff Bullard 5/10 Interessante Besetzung des Romanautors selbst – funktional, aber keine schauspielerische Offenbarung
Bill McKinney Mountain Man 6/10 Beunruhigend effektiv, aber die Figur ist kaum mehr als ein Horrorarchetype
Herbert „Cowboy” Coward Toothless Man 5/10 Ikonisch durch ein einziges Bild – schauspielerisch jedoch begrenzt

Die Hauptdarsteller im Fokus

Jon Voight als Ed Gentry

Ed Gentry ist die eigentliche Seele dieses Films. Er ist kein Held – zumindest nicht in dem Sinne, in dem Hollywood Helden normalerweise entwirft. Er ist ein Grafikdesigner aus Atlanta, ein Mann mit einem geregelten Leben, der sich auf diesen Ausflug einlässt, ohne wirklich zu wissen warum. Jon Voight spielt diese Unentschlossenheit mit einer Präzision, die bemerkenswert ist: Man sieht den Zweifel in seinen Augen, das physische Zögern, bevor er handelt.

Was Voights Leistung auszeichnet, ist, dass er Ed nicht zum Helden verklärt, selbst in den Momenten, in denen der Zuschauer genau das von ihm erwartet. Die Transformation, die Ed im Laufe des Films durchmacht, ist keine triumphale Heldenreise – sie ist erschreckend und moralisch uneindeutig. Voight lässt diese Ambiguität bestehen, anstatt sie aufzulösen.

Aus einer repräsentationskritischen Perspektive ist Ed eine der wenigen Figuren im Film, bei der man tatsächlich das Gefühl hat, mit einem Menschen konfrontiert zu sein und nicht mit einer Funktion.

Bewertung: 8/10

Burt Reynolds als Lewis Medlock

Lewis Medlock ist der Mann, der glaubt, er könne der Wildnis gewachsen sein. Er trägt Pfeil und Bogen, er trainiert seinen Körper, er verachtet die Zivilisation – kurz: Er ist ein Typus. Burt Reynolds spielt ihn mit einem Charisma, das man ihm nicht absprechen kann, und mit einer körperlichen Präsenz, die für den Film dramaturgisch notwendig ist.

Das Problem ist struktureller Natur: Lewis wird als übermächtiger Übermensch eingeführt, nur um dann aus der Geschichte entfernt zu werden, sobald die Dinge wirklich schwierig werden. Diese narrative Entscheidung enthüllt die eigentliche Funktion der Figur: Lewis ist kein Charakter, er ist ein Katalysator. Reynolds macht das Beste daraus, und tatsächlich gelingt es ihm in einigen Momenten, hinter der Fassade etwas Verletzliches durchscheinen zu lassen.

Rückblickend ist die Besetzung von Reynolds hier ein interessantes Dokument seiner frühen Karriere – noch vor dem großen Mainstream-Erfolg, der ihn später in ein enges Typecasting drängen sollte.

Bewertung: 7/10

Ned Beatty als Bobby Trippe

Die Besetzung von Ned Beatty als Bobby Trippe ist in der Filmgeschichte vor allem durch eine Szene in Erinnerung geblieben – eine Szene, die zu den verstörendsten und meistdiskutierten der amerikanischen Kinogeschichte gehört. Was man dabei leicht übersieht: Beatty, in seiner ersten Filmrolle überhaupt, liefert eine Leistung, die weit über das rein Reaktive hinausgeht.

Bobby ist der komische Typ der Gruppe – der Mann, der Witze macht und nicht ernst genommen wird. Beatty spielt diese soziale Rolle mit einer Genauigkeit, die die spätere Demontage seiner Figur umso wirkungsvoller macht. Er ist nicht nur ein Opfer im dramaturgischen Sinne – er ist ein Charakter, dem man eine Geschichte glaubt.

Aus heutiger Sicht ist die Art, wie seine Verletzlichkeit im Film behandelt wird, ein Thema für sich – aber Beatty selbst gibt dem Film damit eine Dimension, die über bloßes Schockpotenzial hinausgeht.

Bewertung: 7/10

Ronny Cox als Drew Ballinger

Ronny Cox spielt Drew als den Moralisten der Gruppe – den Mann, der das Richtige tun möchte, auch wenn alle anderen dagegen sind. Es ist eine Rolle, die im Ensemble eine wichtige Funktion erfüllt: Drew repräsentiert das Gewissen, das in der Wildnis scheitert.

Cox spielt ihn mit einer natürlichen Wärme, die sympathisch wirkt, aber die Figur selbst bleibt zu wenig entwickelt. Die berühmte „Dueling Banjos”-Szene – in der Drew mit einem lokalen Jungen Gitarre spielt – gehört zu den schönsten und menschlichsten Momenten des Films, und Cox trägt dazu wesentlich bei. Dass Drew danach zunehmend an den Rand der Handlung gerät, ist weniger eine schauspielerische Schwäche als ein strukturelles Problem des Drehbuchs.

Bewertung: 6/10

Mehr über ernste Dramen und ihre Besetzungen erfahren Sie im Artikel über die Besetzung von Die Verurteilten.

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Die Nebenrollen in Beim Sterben ist jeder der Erste verdienen eine kritischere Betrachtung, als sie üblicherweise erfahren. Bill McKinney als „Mountain Man” und Herbert „Cowboy” Coward als „Toothless Man” – beide Figuren ohne echte Namen – sind Projektionsflächen für städtische Ängste vor dem Ruralen. Sie sind bedrohlich, unberechenbar und letztlich inhuman gezeichnet. Das funktioniert als Horrorkonvention, sagt aber wenig über die tatsächlichen Menschen aus, die im ländlichen Georgia lebten und leben.

Dass Regisseur John Boorman für diese Rollen tatsächlich lokale Bewohner und Laienschauspieler einsetzte, verleiht den Szenen eine gewisse Rauheit und Authentizität – macht die Darstellung aber nicht weniger problematisch. Die „Anderen” bleiben Andere.

Besonders bemerkenswert ist die Besetzung von James Dickey selbst als Sheriff Bullard. Der Autor des Romanvorlagenwerks tritt damit als eine Art erzählerischer Zeuge in seiner eigenen Geschichte auf – eine meta-literarische Geste, die man interessant finden kann, ohne sie für schauspielerisch besonders überzeugend zu halten.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Jon Voight

  • Midnight Cowboy (1969) – früher Durchbruch, der ihn bekannt machte
  • Beim Sterben ist jeder der Erste (1972) – zeigt Voights Bandbreite jenseits von Charisma
  • Coming Home (1978) – weiterer Beleg seiner schauspielerischen Tiefe

Burt Reynolds

  • Beim Sterben ist jeder der Erste (1972) – eine seiner komplexeren frühen Rollen
  • Smokey and the Bandit – Verfestigung des Action-Komödianten-Images
  • The Cannonball Run – weiteres Typecasting
  • Boogie Nights – späte Ausnahme vom etablierten Klischee

Ned Beatty

  • Beim Sterben ist jeder der Erste (1972) – bemerkenswertes Filmdebüt
  • Network – Entwicklung zum verlässlichen Charakterdarsteller
  • Superman – weiteres Beispiel seiner soliden Karriere

Ronny Cox

  • Beim Sterben ist jeder der Erste (1972) – Filmdebüt mit solider Leistung
  • Star Trek: The Next Generation (Serie) – kontinuierliche, handwerkliche Qualität

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Als Ensemble funktioniert die Besetzung von Beim Sterben ist jeder der Erste erstaunlich gut – aber aus Gründen, die nicht ausschließlich positiv zu bewerten sind. Die vier Männer strahlen eine Glaubwürdigkeit als Gruppe aus, die aus ihrer Unterschiedlichkeit entsteht: Voights Intellektualismus, Reynolds’ Körperkult, Beattys soziale Unsicherheit, Cox’ moralische Integrität. Diese vier Typen ergänzen sich dramaturgisch.

Gleichzeitig bleibt die Frage, ob es sich dabei um echte menschliche Komplexität handelt oder um eine sehr geschickt zusammengestellte Kollektion von Maskulinitätskonzepten. Die Chemie zwischen den Darstellern ist real – das ist zu spüren, insbesondere in den frühen, entspannten Szenen am Fluss. Aber die Relationen werden nie wirklich tief erkundet. Der Film hat keine Zeit dafür, und vielleicht will er das auch nicht.

Die Abwesenheit von Frauenfiguren – bis auf eine kurze, fast stumme Szene mit Voights Filmfrau – ist dabei kein Versehen, sondern Programm. Beim Sterben ist jeder der Erste ist ein Film über Männlichkeit, der Frauen dafür nicht braucht. Das sagt viel – über das Jahr 1972, über Hollywood-Produktionen der damaligen Zeit, und über das, was als „universal” galt.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Es ist verlockend, Beim Sterben ist jeder der Erste als Zeitdokument abzutun – als Produkt einer Ära, in der andere Regeln galten. Aber die Fragen, die dieser Cast aufwirft, sind erschreckend aktuell.

Streaming-Plattformen wie Amazon Prime Video und Apple TV, auf denen der Film heute verfügbar ist, zeigen täglich Produktionen, die mit Diversität werben, ohne wirkliche Repräsentation zu liefern. Das Casting wirkt dort oft strategisch – berechnet, um bestimmte demografische Gruppen anzusprechen, ohne die Erzählstrukturen und Machtverhältnisse zu hinterfragen, die diese Gruppen in der Vergangenheit unsichtbar gemacht haben.

Beim Sterben ist jeder der Erste ist in dieser Hinsicht ehrlicher: Er beansprucht keine Inklusivität, die er nicht hat. Das macht ihn nicht weniger problematisch – aber es macht seine Probleme sichtbarer und damit diskutierbarer. Wer heute auf IMDb oder Filmstarts die Bewertungen liest, merkt, dass der Film nach wie vor polarisiert – und das ist ein Zeichen dafür, dass er etwas trifft, das weit über seine Entstehungszeit hinausweist.

Die Besetzung von Beim Sterben ist jeder der Erste ist ein Spiegel: Er zeigt, was eine Gesellschaft über sich selbst glaubt, wenn sie die Geschichten bestimmt, die erzählt werden dürfen – und wer in ihnen vorkommt.

Einen ähnlich analytischen Blick auf ein klassisches Ensemble bietet der Artikel über die Besetzung von Sieben.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt die Hauptrollen in Beim Sterben ist jeder der Erste?

Die vier Hauptdarsteller sind Jon Voight als Ed Gentry, Burt Reynolds als Lewis Medlock, Ned Beatty als Bobby Trippe und Ronny Cox als Drew Ballinger. Regie führte John Boorman nach einem Drehbuch von James Dickey.

Wie gut ist die Besetzung von Beim Sterben ist jeder der Erste insgesamt?

Das Ensemble funktioniert gut als dramaturgische Einheit und liefert solide bis starke Leistungen – insbesondere Jon Voight überzeugt mit einer nuancierten Darstellung. Kritisch zu betrachten bleibt die eindimensionale Zeichnung der Antagonisten.

Ist Beim Sterben ist jeder der Erste trotz seines Alters noch sehenswert?

Ja – als Thriller, als Zeitdokument und als Ausgangspunkt für Diskussionen über Männlichkeit, Wildnis und gesellschaftliche Ängste ist der Film von 1972 nach wie vor relevant. Er ist auf Plattformen wie Amazon Prime Video und Apple TV verfügbar.

Welcher Schauspieler liefert die stärkste Leistung im Film?

Jon Voight als Ed Gentry ist die schauspielerisch überzeugendste Leistung des Films – komplex, glaubwürdig und moralisch uneindeutig. Ned Beatty überzeugt in seiner bemerkenswerten ersten Filmrolle ebenfalls.

Hat Burt Reynolds durch diesen Film seine spätere Karriere geprägt?

In gewisser Weise ja: Beim Sterben ist jeder der Erste zeigt Reynolds in einer ernsthafteren Rolle, als er sie später oft spielte. Mit der Zeit verfestigte sich sein Image als Action-Komödiant – Lewis Medlock blieb eine seiner komplexeren frühen Figuren.

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