Es gibt Filme, bei denen das Casting schon vor dem ersten Trailer mehr Diskussionen auslöst als das eigentliche Drehbuch. The Fantastic Four: First Steps – Marvels lang erwarteter Neustart der Superheldenfamilie – ist so ein Film. Die Fantastic Four erzählen die Geschichte von vier Menschen, die durch kosmische Strahlung besondere Fähigkeiten erhalten und seitdem als Team zwischen Wissenschaft, Familie und Weltrettung balancieren: Reed Richards, der sich strecken kann und kluger Kopf ist, Sue Storm, die unsichtbar werden und Kraftfelder erzeugen kann, ihr Bruder Johnny Storm, das Feuerwunder der Gruppe, und Ben Grimm, der steinerne Koloß mit dem weichen Kern. Das klingt simpel – und genau das ist das Problem und gleichzeitig die Herausforderung jeder neuen Adaptation.
Mit Pedro Pascal, Vanessa Kirby, Joseph Quinn und Ebon Moss-Bachrach übernimmt diesmal ein Cast die vier Rollen, der auf dem Papier durchaus interessant wirkt. Ob das Versprechen eingelöst wird, ob die Besetzung von Fantastic Four wirklich funktioniert oder ob wir es erneut mit einem kalkulierten Marvel-Ensemble zu tun haben – das analysiere ich hier mit dem Blick einer Zuschauerin, die Superheldenkino liebt, aber nicht unkritisch konsumiert.
Die Besetzung von Fantastic Four – zwischen Anspruch und Konvention
Die Fantastic Four Besetzung von 2025 ist zweifellos mutiger als die früheren Versuche. Wer sich noch an den Cast von 2005 erinnert – Ioan Gruffudd, Jessica Alba, Chris Evans und Michael Chiklis – oder an das gescheiterte Reboot von 2015 mit Miles Teller und Kate Mara, weiß: Diese Figuren haben es schwer, überzeugend auf die Leinwand gebracht zu werden. Die Comic-Vorlage ist reich an emotionalen Schichten, doch bisherige Produktionen haben oft auf Oberfläche statt Tiefe gesetzt.
Der neue Fantastic Four Cast wirkt anders. Pedro Pascal bringt eine melancholische Wärme mit, die Reed Richards endlich vom kalten Genie-Klischee befreit. Vanessa Kirby ist eine der wenigen Schauspielerinnen ihrer Generation, die Würde und Verletzlichkeit gleichzeitig verkörpern kann, ohne dass eine die andere überlagert. Joseph Quinn hat durch Stranger Things bewiesen, dass er exzentrische Energie ohne Grenzüberschreitung verkörpern kann – eine Qualität, die Johnny Storm braucht. Und Ebon Moss-Bachrach als The Thing ist vielleicht die überraschendste Wahl: ein Charakterdarsteller, kein Action-Star.
Trotzdem lohnt sich ein kritischer Blick. Denn auch dieses Ensemble bewegt sich innerhalb eines Studios, das bekannt dafür ist, Authentizität mit Marketingkalkül zu verwechseln. Die Frage ist nicht nur wer spielt in Fantastic Four, sondern wie viel Spielraum das System den Schauspielerinnen und Schauspielern lässt.
Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Pedro Pascal | Reed Richards / Mr. Fantastic | 8/10 | Verleiht dem Genie menschliche Wärme – eine erfrischende Interpretation |
| Vanessa Kirby | Sue Storm / Invisible Woman | 8/10 | Präsenz und Tiefe; Sue Storm endlich nicht nur Beziehungsfigur |
| Joseph Quinn | Johnny Storm / Human Torch | 7/10 | Charismatisch und spielfreudig – Gefahr des Overactings bleibt latent |
| Ebon Moss-Bachrach | Ben Grimm / The Thing | 7/10 | Mutige Wahl; bringt echtes emotionales Gewicht in die Rolle |
| Julia Garner | Silver Surfer / Shalla-Bal | 6/10 | Interessante Umbesetzung, aber noch zu wenig zu sehen für eine Einschätzung |
| Ralph Ineson | Galactus | 6/10 | Markante Stimme, eindrucksvolle Präsenz – bleibt aber letztlich Antagonist-Funktion |
| Ioan Gruffudd | Reed Richards (2005) | 5/10 | Solide, aber ohne Tiefe – gefangen im Klischee des kühlen Wissenschaftlers |
| Jessica Alba | Sue Storm (2005) | 4/10 | Reduziert auf Optik und Liebesgeschichte; Potential verschenkt |
| Miles Teller | Reed Richards (2015) | 5/10 | Zu jung und zu leer – das Reboot scheiterte auch am Casting |
| Kate Mara | Sue Storm (2015) | 5/10 | Kaum Entwicklung, kaum Raum – ein Symptom des Projekts, nicht nur der Darstellerin |
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Die Hauptdarsteller im Fokus
Pedro Pascal als Reed Richards / Mr. Fantastic
Reed Richards ist eigentlich eine undankbare Rolle. Der kluge Mann mit den Antworten, der manchmal vergisst, dass Beziehungen keine Gleichungen sind – das klingt nach Klischee. Was Pedro Pascal daraus macht, ist jedoch bemerkenswert. Er bringt eine Müdigkeit mit, die nicht Gleichgültigkeit ist, sondern gelebte Verantwortung. Pascal hat in The Mandalorian und The Last of Us bewiesen, dass er väterliche Figuren mit echter emotionaler Komplexität spielen kann, ohne sentimental zu werden.
Als Reed Richards trägt er die Last eines Mannes, der zu viel weiß und nicht immer weiß, wie er damit umgehen soll. Das ist eine interessante Verschiebung: Weg vom arroganten Genie, hin zum zweifelnden Vater und Partner. Ob das im fertigen Film konsequent umgesetzt wird, bleibt abzuwarten – aber der Ansatz ist vielversprechend.
Bewertung: 8/10
Vanessa Kirby als Sue Storm / Invisible Woman
Sue Storm hat in allen bisherigen Fantastic Four-Adaptionen gelitten – nicht dramatisch, sondern strukturell. Sie war Hintergrund, Liebesinteresse, Mutter – alles außer Subjekt. Vanessa Kirby ändert das, allein durch ihre Erscheinung auf der Leinwand. Die Britin, bekannt aus The Crown und Pieces of a Woman, spielt Frauen, die innerlich mehr tragen, als nach außen sichtbar ist – was für die Unsichtbare eine fast zu perfekte Metapher wäre, wäre sie nicht so treffend.
Sue Storm bei Kirby ist keine Figur, die definiert wird durch ihre Beziehung zu Reed. Sie ist jemand mit eigenem Willen, eigener Haltung. Ob das auch im Drehbuch durchgehalten wird, ist eine andere Frage – aber die Schauspielerin selbst lässt keine Zweifel daran, dass sie die Rolle ernst nimmt.
Bewertung: 8/10
Joseph Quinn als Johnny Storm / Human Torch
Johnny Storm braucht Feuer – im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. Der Charakter ist der Sorglose der Gruppe, der Draufgänger, der Komiker. Das birgt die Gefahr des Flachseins. Joseph Quinn, der durch seine Rolle als Eddie Munson in Stranger Things schlagartig bekannt wurde, hat eine besondere Qualität: Er kann Exzentrik spielen, ohne dass sie aufgesetzt wirkt.
Als Johnny Storm bringt er eine spielerische Energie mit, die ansteckend ist. Die Frage ist, ob die Drehbuchautorinnen und -autoren ihm auch Momente geben, in denen er mehr ist als Comic Relief. Die Fantastic Four Schauspieler dieser Generation verdienen Figuren mit Widersprüchen – und Johnny Storm hat das Potenzial dazu.
Bewertung: 7/10
Ebon Moss-Bachrach als Ben Grimm / The Thing
Dies ist die mutigste Castingentscheidung des gesamten Projekts. Ebon Moss-Bachrach ist kein Action-Star. Er ist ein Charakterdarsteller, bekannt aus The Punisher und vor allem aus The Bear, wo er einen Mann spielt, der hinter roher Schale echten Schmerz verbirgt. Für Ben Grimm – das Felsmonster mit dem verletzlichen Innenleben – gibt es kaum eine passendere Wahl.
The Thing ist die tragischste Figur der Fantastic Four. Er kann sich nicht zurückverwandeln, trägt seine Andersartigkeit buchstäblich auf der Haut. Moss-Bachrach versteht diese Art von Außenseitertum. Ob er hinter den Mengen an CGI und Prothesen genug Raum bekommt, um das auszuspielen – das ist die entscheidende Frage.
Bewertung: 7/10
Einen ähnlichen Blick auf ein Superhelden-Ensemble lohnt auch der Artikel über die Besetzung von The Suicide Squad.
Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik
Julia Garner als Silver Surfer / Shalla-Bal
Die Entscheidung, den Silver Surfer mit Julia Garner zu besetzen und als weibliche Figur – Shalla-Bal, die in den Comics die große Liebe von Norrin Radd ist – zu konzipieren, ist interessant. Garner, bekannt aus Ozark und Inventing Anna, kann kalte Entschlossenheit und innere Zerrissenheit gleichzeitig darstellen. Ob diese Version des Silver Surfers dramaturgisch überzeugt, hängt davon ab, wie viel Raum die Figur im Film bekommt. Das Risiko: Nebenrolle mit Alibi-Funktion. Das Potenzial: Eine der komplexesten Figuren des Films.
Ralph Ineson als Galactus
Galactus als kosmischer Weltenverschlinger braucht eine Stimme, die Raum ausfüllt. Ralph Ineson, bekannt für seine markante tiefe Stimme aus The Witch und Game of Thrones, ist eine logische Wahl. Ob Galactus mehr als eine Bedrohungskulisse wird – ob er Motivationen, innere Logik, vielleicht sogar eine Art tragische Größe bekommt – entscheidet über die Qualität des Films insgesamt. Bisher lässt das Wenige, das bekannt ist, eher auf imposante Präsenz als auf charakterliche Tiefe schließen.
Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?
Es lohnt sich, einen Moment innezuhalten und zu fragen: Was bringen diese Schauspielerinnen und Schauspieler aus ihren bisherigen Karrieren mit?
Pedro Pascal
- The Mandalorian
- The Last of Us
Pascal hat sich in wenigen Jahren von der Nebenrolle zum Leading Man entwickelt – mit einer Bandbreite, die von stoisch bis verletzlich reicht. Er wiederholt sich nicht; er verfeinert.
Vanessa Kirby
- The Crown
- Pieces of a Woman
Kirby wählt konsequent Rollen, die weibliche Erfahrungen aus der Innenperspektive zeigen. Pieces of a Woman war ein Meisterwerk der zurückgehaltenen Intensität. Ihr Weg in den Marvel-Kosmos ist eine Entscheidung, die manche als Ausverkauf lesen könnten – ich lese sie als Ausdehnung.
Joseph Quinn
- Stranger Things (Eddie Munson)
Quinn steht vor der klassischen Gefahr des One-Hit-Wonders. Eddie Munson war eine Kultfigur; Johnny Storm muss eine andere sein. Der Wechsel gelingt nicht immer.
Ebon Moss-Bachrach
- The Punisher
- The Bear
Moss-Bachrach ist der Wildcard dieses Ensembles. Seine Karriere ist geprägt von bewussten, oft unbequemen Rollen. The Thing ist seine bisher größte Mainstream-Produktion – und das ist sowohl Chance als auch Risiko.
Vergleicht man dies mit den früheren Fantastic Four Rollen: Ioan Gruffudd blieb nach 2005 im Mittelmaß, Jessica Alba bewies in anderen Projekten mehr Tiefe als ihr zugestanden wurde, Miles Teller konnte das Desaster von 2015 hinter sich lassen. Der neue Cast hat auf dem Papier mehr künstlerisches Fundament.
Funktioniert die Besetzung als Ensemble?
Das ist letztlich die entscheidende Frage bei jedem Teamfilm. Vier starke Einzelpersönlichkeiten ergeben nicht automatisch ein funktionierendes Ensemble. Die Fantastic Four sind im Kern eine Familiengeschichte – und Familien funktionieren durch Reibung, durch Geschichte, durch das Unsagbare zwischen den Momenten.
Was den Trailerbildern zu entnehmen ist: Pascal und Kirby entwickeln eine Chemie, die warm und geerdet wirkt, ohne kitschig zu sein. Quinn und Moss-Bachrach als quasi-Geschwister und Freunde haben eine spielerische Dynamik, die natürlich erscheint. Ob diese Chemie auch in dramatischen Momenten trägt – wenn die Figuren wirklich auf dem Spiel stehen – ist die ungelöste Frage.
Was mich vorsichtig stimmt: Marvel-Ensembles neigen dazu, Beziehungen zu behaupten statt sie zu entwickeln. „Wir sind Familie” funktioniert nicht durch Worte, sondern durch Bilder, durch Zeit, durch kleine Details. Regisseur Matt Shakman – bekannt durch WandaVision – weiß, wie man Beziehungen erzählt. Das gibt Anlass zur Hoffnung.
Wie ein anderes Marvel-Ensemble besetzt wurde, zeigt der Blick auf die Besetzung von Venom.
Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät
Die Besetzung von Fantastic Four ist ein Spiegel der Gegenwart des Blockbuster-Kinos. Auf der einen Seite: ein echtes Bemühen um Qualität und Diversität. Moss-Bachrach ist kein generischer Action-Held. Garner als Silver Surfer bricht mit einer Tradition. Das sind Entscheidungen, die nicht nur PR sind.
Auf der anderen Seite: Das alles passiert innerhalb eines Systems, das unter massivem Produktionsdruck steht, das Franchises über Charaktere stellt und das Risiko scheut, sobald es wirklich teuer wird. Repräsentation wird in Hollywood oft als Strategie eingesetzt – sichtbar genug, um progressiv zu wirken, harmlos genug, um niemanden zu verprellen.
Die Frage, die ich mir bei jedem großen Marvel-Film stelle, ist nicht wer spielt in Fantastic Four, sondern: Wie viel Raum bekommen diese Figuren wirklich, um unbequem zu sein? Wie viel Widerspruch, wie viel Scheitern, wie viel echte menschliche Unordnung ist erlaubt?
Der Fantastic Four Cast 2025 hat das Potenzial, diese Fragen positiv zu beantworten. Aber Potenzial und Umsetzung sind im Marvel Cinematic Universe selten dasselbe. Die Hoffnung bleibt – und mit ihr die kritische Aufmerksamkeit.
Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Fantastic Four
Wer spielt in Fantastic Four (2025)?
Die Hauptrollen in The Fantastic Four: First Steps übernehmen Pedro Pascal als Reed Richards / Mr. Fantastic, Vanessa Kirby als Sue Storm / Invisible Woman, Joseph Quinn als Johnny Storm / Human Torch und Ebon Moss-Bachrach als Ben Grimm / The Thing. In weiteren Rollen sind Julia Garner als Silver Surfer / Shalla-Bal und Ralph Ineson als Galactus zu sehen.
Was unterscheidet diese Besetzung von früheren Fantastic Four-Filmen?
Im Vergleich zu den Vorgängerfilmen von 2005 (mit Ioan Gruffudd, Jessica Alba, Chris Evans, Michael Chiklis) und 2015 (Miles Teller, Kate Mara) wirkt der aktuelle Cast künstlerisch ambitionierter und weniger auf klassische Mainstream-Attraktivität ausgerichtet. Schauspieler wie Ebon Moss-Bachrach oder Vanessa Kirby bringen ein tieferes dramatisches Fundament mit.
Ist Vanessa Kirby eine gute Wahl für Sue Storm?
Ja – Kirby ist eine der überzeugendsten Entscheidungen der gesamten Besetzung. Sie hat in Filmen wie Pieces of a Woman gezeigt, dass sie innere Stärke und Verletzlichkeit verbinden kann. Sue Storm hatte in früheren Adaptionen zu wenig Raum; Kirby könnte das ändern.
Warum ist Julia Garner als Silver Surfer eine besondere Entscheidung?
Traditionell ist der Silver Surfer eine männliche Figur. Julia Garner spielt Shalla-Bal, die in den Comics die Geliebte von Norrin Radd ist und hier eine neue, eigene Version des Silver Surfers verkörpert. Das ist ein mutiger Schritt – sofern die Figur auch dramaturgisch ernst genommen wird.
Lohnt sich der Film allein wegen der Besetzung?
Die Fantastic Four Besetzung ist ein starkes Argument für den Kinobesuch – aber kein ausreichendes. Ob der Film funktioniert, hängt von Drehbuch und Regie ab. Matt Shakman hat mit WandaVision bewiesen, dass er mit Charakteren umgehen kann. Die Voraussetzungen sind gut; ob sie genutzt werden, zeigt erst die Leinwand.
Gibt es stereotype Rollenverteilungen im neuen Cast?
Weniger als in früheren Versionen – aber nicht keine. Galactus als reiner Antagonist ohne tiefere Charakterzeichnung wäre ein klassisches Versäumnis. Johnny Storm droht auf Comic Relief reduziert zu werden. Und ob Sue Storm wirklich die Autonomie bekommt, die Kirby ihr verleihen kann, hängt von Entscheidungen ab, die nicht die Schauspielerin trifft.



