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Besetzung von The Penguin

Besetzung von The Penguin

Es gibt Serien, die sich selbst zu wichtig nehmen. Und dann gibt es Serien, die das vielleicht tatsächlich sind – zumindest in Ansätzen. The Penguin, die HBO-Max-Miniserie aus dem DC-Universum, bewegt sich irgendwo zwischen diesen beiden Polen. Als Spin-off von Matt Reeves’ The Batman (2022) setzt die Serie dort an, wo der Film aufgehört hat: in den modrigen Unterwelt-Korridoren von Gotham, wo Machtkämpfe, Verbrechen und moralische Ambiguität die einzige Währung sind, die noch gilt. Showrunnerin Lauren LeFranc hat daraus eine Thrillerserie gebaut, die formal ambitioniert ist – aber wie steht es um die Besetzung? Das Cast von The Penguin ist auf den ersten Blick beeindruckend. Auf den zweiten Blick etwas vorhersehbarer, als man sich erhofft hätte. Und auf den dritten Blick – na, da wird es interessant.

Die Besetzung von The Penguin – zwischen Anspruch und Konvention

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Wenn Colin Farrell unter mehreren Stunden Prothesen-Make-up verschwindet und trotzdem die Leinwand dominiert, dann ist das kein Zufall, sondern Können. Die Besetzung von The Penguin rund um Farrell ist solide durchdacht, manchmal sogar mutig – und dennoch nicht frei von den kalkulierten Entscheidungen, die große Streaming-Produktionen so gerne treffen.

Was positiv auffällt: Cristin Milioti als Sofia Falcone bringt eine Energie in die Serie, die man von weiblichen Figuren in Gangster-Dramen selten so unverblümt sieht. Ihre Rolle ist keine Nebenhandlung, kein romantisches Beiwerk – sie ist ein gleichwertiger Machtfaktor. Das ist in einer DC-Produktion, die sich im Fahrwasser von Batman-Mythen bewegt, keine Selbstverständlichkeit.

Was weniger überrascht: Das Cast folgt in seiner Breite den üblichen Mustern einer prestige-bewussten amerikanischen Crimeserie. Bekannte Gesichter, bewährte Typen, ein paar interessante Außenseiter. Rhenzy Feliz, Michael Zegen, Clancy Brown – allesamt kompetent, aber nicht immer in Rollen, die ihnen wirklich Raum zur Entfaltung geben.

Die Besetzung von The Penguin verrät viel über das aktuelle Seriengeschäft: Man traut dem Publikum viel zu, solange eine starke Hauptfigur da ist, die den Laden zusammenhält. Ob das reicht? Das ist die eigentliche Frage.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von The Suicide Squad – einer weiteren DC-Produktion, die mit dem Ensemble-Format arbeitet.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Colin Farrell Oz Cobb / Oswald Cobblepot 9/10 Transformative Leistung hinter dickem Make-up – und trotzdem zutiefst menschlich.
Cristin Milioti Sofia Falcone 8/10 Scharf, vielschichtig, eigenwillig – eine der stärksten weiblichen Figuren im DC-Universum.
Rhenzy Feliz Victor Aguilar 6/10 Sympathisch, aber die Figur bleibt funktional. Mehr Potenzial, als ausgeschöpft wird.
Michael Zegen Alberto Falcone 6/10 Solide Nebenrolle, die zuverlässig liefert, ohne zu überraschen.
Clancy Brown Salvatore Maroni 7/10 Routiniert und physisch präsent – ein Gegengewicht, das die Serie braucht.

Die Hauptdarsteller im Fokus

Colin Farrell als Oz Cobb / Oswald Cobblepot

Man muss es einfach sagen: Was Colin Farrell hier macht, grenzt an Selbstauflösung im besten Sinne. Unter dem aufwendigen Prothesen-Make-up, das ihn physisch kaum wiedererkennbar macht, entwickelt er eine Figur, die gleichzeitig abstoßend und faszinierend ist. Oswald Cobblepot – oder Oz Cobb, wie er in dieser Serie vorwiegend heißt – ist kein Comic-Bösewicht. Er ist ein Mann mit Traumata, Ambitionen und einer tiefen, fast rührenden Sehnsucht nach Anerkennung.

Farrells Leistung ist deswegen so bemerkenswert, weil er die körperliche Transformation nicht als Alibi nutzt. Er versteckt sich nicht hinter dem Make-up – er arbeitet damit. Die Mikrogesten, die Stimme, die Körperhaltung: All das ist kalkuliert, aber nie kalt. Die Figur des Penguin hat in diversen Adaptionen immer wieder unter Eindimensionalität gelitten. Hier nicht.

Kritisch könnte man anmerken, dass der Aufstieg von Oz Cobb in Gothams Unterwelt gelegentlich mit etwas zu viel Vorhersehbarkeit inszeniert wird – der narrative Bogen von Abstieg und Erneuerung ist aus dem Gangster-Genre wohlbekannt. Aber Farrell macht daraus etwas Eigenes.

Bewertung: 9/10

Cristin Milioti als Sofia Falcone

Sofia Falcone ist die eigentliche Entdeckung der Serie – und Cristin Milioti spielt sie mit einer Präzision, die manchmal körperlich wehtut. Sofia ist keine Femme fatale im klassischen Sinne, auch wenn die Serie mit diesem Klischee spielt. Sie ist eine Frau, die aus einem System herausgebrochen ist, das sie vernichten wollte, und die nun versucht, in ebendiesem System Macht zu akkumulieren.

Milioti lässt das nicht einfach aussehen. Ihre Rolle hat Widersprüche: verletzlich und brutal, strategisch und impulsiv. Was in weniger guten Händen maniriert wirken könnte, fühlt sich hier organisch an. Die Kemi zwischen ihr und Farrell ist das dramaturgische Herzstück der Serie – ein Tanz zweier Figuren, die sich wechselseitig brauchen und zerstören.

Dass Sofia Falcone als Charakter eine solche Tiefe besitzt, ist nicht selbstverständlich für eine DC-Produktion. Es wäre schön gewesen, wenn die Handlung ihr noch mehr Raum gegeben hätte, besonders in den mittleren Folgen der Staffel.

Bewertung: 8/10

Rhenzy Feliz als Victor Aguilar

Rhenzy Feliz spielt Victor Aguilar, einen jungen Mann aus Gotham, der in Oz Cobbs Welt hineingezogen wird. Die Figur ist als emotionaler Anker konzipiert – derjenige, durch den wir die moralischen Kosten dieser Welt spüren sollen. Das funktioniert teilweise. Feliz ist glaubwürdig und warm, und er bringt eine Natürlichkeit in seine Rolle, die gut tut.

Das Problem ist struktureller Natur: Victor ist in erster Linie funktional. Er existiert, um Oz Cobb zu spiegeln, um dessen verborgene Menschlichkeit zu aktivieren. Das ist legitim als dramaturgische Entscheidung, aber es lässt Feliz wenig Raum, eigenständig zu strahlen. Die Charaktere um ihn herum sind komplexer konstruiert.

Bewertung: 6/10

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von The Outsider – einer Serie, die ähnlich auf einen starken emotionalen Anker in der Nebenrolle setzt.

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Clancy Brown als Salvatore Maroni ist das, was man in einer gut gemachten Gangster-Serie immer braucht: ein Gegengewicht. Brown ist ein Darsteller, der Präsenz nicht spielen muss – sie ist einfach da. Maroni ist nicht die subtilste Figur der Serie, aber er erfüllt seine Funktion innerhalb des Machtkampfs mit einer Zuverlässigkeit, die man als Zuschauerin fast dankbar registriert.

Michael Zegen als Alberto Falcone bewegt sich im Schatten seiner Schwester Sofia – und das ist vermutlich auch so intendiert. Seine Figur liefert, was sie liefern soll: Kontrast und familiäre Komplexität. Aber wirklich in Erinnerung bleibt er nicht.

Was die Nebenrollen insgesamt verraten: Showrunnerin Lauren LeFranc hat erkennbar Energie in die Hauptachse Oz–Sofia investiert, während die peripheren Charaktere manchmal funktional abgehakt wirken. Das ist keine Katastrophe, aber es ist eine vertane Chance in einem Drama, das sich sonst so viel Mühe gibt.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Colin Farrell hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte künstlerische Neuerfindung durchlebt. Nach Jahren im Hollywood-Mainstream hat er sich sukzessive in risikoreichere Projekte bewegt:

  • In Bruges
  • The Lobster
  • The Banshees of Inisherin
  • The Batman
  • The Penguin

Das ist keine Wiederholung, das ist Entwicklung. Man könnte fast sagen: Farrell wird interessanter, je älter er wird.

Cristin Milioti ist aus folgenden Produktionen bekannt:

  • How I Met Your Mother
  • Made for Love
  • The Penguin

In The Penguin zeigt sie, dass sie weit mehr kann als die Komödienkompetenz, die ihr frühere Rollen attestiert haben. Es wäre zu hoffen, dass Produzenten zukünftiger Projekte das zur Kenntnis nehmen.

Clancy Brown wiederum ist das Paradebeispiel für einen Darsteller, der seit Jahrzehnten zuverlässig charakterstarke Nebenrollen spielt:

  • Highlander
  • Billions
  • The Penguin

Typecasting? Ein bisschen. Aber manche Typen sind aus gutem Grund bewährt.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Venom – einem weiteren Beispiel für die Entwicklung komplexer Schurken-Figuren im Comic-Universum.

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Kurzantwort: Ja, mit Einschränkungen.

Die Besetzung von The Penguin funktioniert vor allem dann, wenn Farrell und Milioti im selben Raum sind. Ihre Szenen haben eine Qualität, die man in Serienformaten selten findet: echte Unvorhersehbarkeit. Man weiß nie genau, wer gerade wen manipuliert – und das ist dramaturgisch Gold.

Weniger überzeugend ist die Kemi in den breiteren Ensembleszenen. Wenn viele Darsteller zusammenkommen, verliert die Serie gelegentlich an Fokus. Die Episoden, die sich auf das Duo Oz–Sofia konzentrieren, sind erkennbar stärker als jene, die die Welt von Gotham breiter ausleuchten wollen.

Das ist ein strukturelles Problem, das Streaming-Produktionen häufig haben: Die Notwendigkeit, eine Welt zu bauen und gleichzeitig eine Geschichte zu erzählen, führt manchmal dazu, dass Figuren eingeführt werden, die mehr Platzhalter als Menschen sind.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Es gibt eine Art ungeschriebenen Vertrag zwischen großen Streaming-Plattformen wie HBO/Max und dem Publikum: Wir geben euch Qualität – aber bitte lasst uns auch die Marke pflegen. The Penguin ist ein Produkt dieser Logik. Es ist ambitionierter als die Mehrzahl der Superhelden-Produktionen, die gerade über uns hereinbrechen. Gleichzeitig ist es ein Spin-off, das seinen Ursprung in The Batman und dem DC-Universum nicht verleugnen kann und auch nicht will.

Was die Besetzung von The Penguin über aktuelle Produktionen verrät: Man ist bereit, für starke Hauptrollen wirklich zu investieren – Fälle wie Farrells transformative Darstellung sprechen für sich. Bei den Nebenrollen und der Breite des Cast hingegen greift man gern auf bewährte Muster zurück.

Das ist nicht unbedingt ein Fehler. Aber es ist auch keine Revolution. The Penguin als Miniserie stellt sich als genau das heraus, was es verspricht: eine handwerklich hochwertige Crimeserie, die in ihrem Zentrum außergewöhnlich ist und in ihrer Peripherie konventionell. Die Frage, ob das reicht, ist letztlich eine Frage der eigenen Erwartungen.

Repräsentation? Sofia Falcone ist ein echter Schritt nach vorne. Aber die weiblichen Figuren jenseits von Milioti bleiben überschaubar. Das hätte man sich trauen können, anders zu machen.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt in The Penguin die Hauptrolle?

Colin Farrell spielt Oz Cobb, bekannt als Oswald Cobblepot oder der Penguin. Er ist unter aufwendigem Prothesen-Make-up kaum wiederzuerkennen und liefert eine der bemerkenswertesten Leistungen im DC-Universum der letzten Jahre.

Wer spielt Sofia Falcone in The Penguin?

Cristin Milioti übernimmt die Rolle der Sofia Falcone. Sie ist eine der stärksten weiblichen Figuren der Serie und spielt auf Augenhöhe mit Farrell – was keine Selbstverständlichkeit ist.

Wie ist der Cast von The Penguin insgesamt zu bewerten?

Das Cast von The Penguin ist auf dem Papier stark und in seinen Hauptrollen wirklich überzeugend. In den Nebenrollen bleibt die Besetzung solider Durchschnitt – kompetent, aber selten überraschend.

Ist The Penguin sehenswert für Menschen, die kein Fan von Superheldenserien sind?

Ja, durchaus. Die Serie funktioniert eher als Gangster-Drama und Thrillerserie denn als klassisches Superhelden-Format. Wer The Sopranos oder Succession mag, findet hier zumindest in Ansätzen ähnliche Themen: Machtkampf, Familientragödien, moralische Ambiguität.

Muss man The Batman gesehen haben, um The Penguin zu verstehen?

Es hilft, ist aber nicht zwingend notwendig. Die Serie ist so konstruiert, dass sie auch ohne umfangreiches Vorwissen über Batman und das DC-Universum zugänglich bleibt. Der Kontext aus The Batman vertieft das Verständnis, ist aber kein Pflichtprogramm.

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