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Besetzung von Army of Thieves

Besetzung von Army of Thieves

Army of Thieves – der 2021 auf Netflix erschienene Prequel zu Zack Snyders Army of the Dead – ist einer jener Filme, bei denen man sich danach nicht ganz sicher ist, ob man unterhalten oder manipuliert wurde. Unter der Regie von Matthias Schweighöfer entstand ein Heist-Film mit romantischen Zügen, der seinen Originaltitel ernst nimmt: Es geht um Diebe. Aber auch um Träume, Legenden und Safes mit klangvollen Namen. Das Drehbuch stammt von Shay Hatten, der bereits für Army of the Dead verantwortlich zeichnete, und die Produktion liegt in den Händen von Netflix und Zack Snyder.

Was bleibt, wenn der Actionstaub sich legt, ist vor allem die Frage nach dem Cast: Wer spielt hier eigentlich wen – und wie überzeugend gelingt das? Die Besetzung von Army of Thieves regt zur Reflexion an. Sie bietet durchaus interessante Entscheidungen, ist aber auch nicht frei von jenem kalkulierten Mainstream-Charme, den Streaming-Produktionen so gerne einsetzen, wenn sie gleichzeitig europäisches Arthouse-Flair und globale Marktfähigkeit anstreben.

Die Besetzung von Army of Thieves – zwischen Anspruch und Konvention

Die Besetzung von Army of Thieves ist, bei näherer Betrachtung, eine interessante Mischung aus europäischen und internationalen Talenten – was dem Film einen gewissen kosmopolitischen Anstrich verleiht. Matthias Schweighöfer als Regisseur und Hauptdarsteller ist dabei die auffälligste Entscheidung: Er führt nicht nur Regie, sondern spielt auch die Hauptrolle. Das ist mutig oder selbstverliebt, je nach Perspektive – vermutlich ein bisschen von beidem.

Neben ihm agieren Nathalie Emmanuel, Ruby O. Fee, Stuart Martin, Guz Khan und Jonathan Cohen. Das Ensemble ist auf dem Papier divers und international. In der Praxis jedoch spürt man hin und wieder, dass die Rollenprofile weniger aus dramaturgischer Notwendigkeit entstanden zu sein scheinen als aus dem Bemühen, möglichst viele Zielgruppen anzusprechen.

Positiv überraschend ist die Energie, die das Ensemble insgesamt ausstrahlt. Die Chemie zwischen den Figuren funktioniert oft – nicht weil die Charaktere besonders tiefgründig wären, sondern weil die Darsteller sichtlich Freude am Spielen haben. Das ist kein kleines Verdienst. Und doch bleibt das Gefühl: Hier wurde mehr Wert auf Zugänglichkeit gelegt als auf Komplexität.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Matthias Schweighöfer Sebastian Schlenricht-Wöhnert / Dieter 7/10 Charmant und leichtfüßig, aber gelegentlich zu sehr auf Sympathie ausgerichtet
Nathalie Emmanuel Gwendoline Starr 6/10 Präsenz und Ausstrahlung vorhanden, Charaktertiefe bleibt jedoch begrenzt
Ruby O. Fee Korina Dominguez 7/10 Erfrischend eigenwillig, bringt echte Energie in die Gruppe
Stuart Martin Brad Booker 5/10 Solide, aber weitgehend konventionell – die Rolle lässt wenig Raum
Guz Khan Rolph 6/10 Komödiantisches Timing sitzt, Figur bleibt aber unterentwickelt
Jonathan Cohen Delacroix 6/10 Amüsant im richtigen Moment, hätte mehr Tiefe verdient
Noémie Nakai Beatrix 5/10 Bleibt in ihrer Funktion zu sehr im Hintergrund

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Knives Out 2 – einem weiteren Ensemble-Heist-Film, dessen Cast ähnliche Fragen über Kalkül und Charme aufwirft.

Die Hauptdarsteller im Fokus

Matthias Schweighöfer als Sebastian Schlenricht-Wöhnert / Dieter

Schweighöfer spielt den schüchternen Safeknacker Sebastian Schlenricht-Wöhnert – alias Dieter –, der von seiner grauen Alltäglichkeit träumt zu entkommen und in einer Welt aus Legenden und Safes mit mythischen Namen seinen Platz findet. Es ist eine Rolle, die auf Zuneigung ausgelegt ist, und Schweighöfer bedient das mit sichtlicher Hingabe.

Was er mitbringt: echte Leichtigkeit, ein natürliches komödiantisches Gespür und eine Verletzlichkeit, die man ihm abnimmt. Was gelegentlich fehlt: die dunkleren Töne. Dieter ist fast durchgehend sympathisch, fast durchgehend der Underdog, fast durchgehend der Mensch, den man anfeuern möchte. Das ist narrativ funktional, aber auch ein wenig eindimensional. Wenn man gleichzeitig Regie führt und spielt, besteht immer das Risiko, die eigene Figur zu bevorzugen – und dieses Risiko materialisiert sich hier an einigen Stellen.

Dennoch: Als Schauspieler liefert Schweighöfer hier wahrscheinlich eine seiner zugänglichsten und gleichzeitig bemühtesten Leistungen ab. Dieter ist der Anker des Films, und das gelingt.

Bewertung: 7/10

Nathalie Emmanuel als Gwendoline Starr

Nathalie Emmanuel – vielen bekannt aus Game of Thrones und Fast & Furious – spielt die geheimnisvolle Gwendoline Starr, die Dieter in die Welt der Heists einführt. Ihre Rolle ist die eines Katalysators: Sie bringt die Geschichte in Gang, sie verkörpert die Romantik und die Gefahr zugleich.

Emmanuel hat unbestreitbare Präsenz. Sie ist charismatisch, sie bewegt sich sicher durch die Szenen, und sie ist in der Lage, mit einem Blick mehr zu kommunizieren als manch andere Darstellerin mit einem ganzen Monolog. Und doch bleibt Gwendoline als Figur merkwürdig unzugänglich – nicht im Sinne von geheimnisvoll tiefgründig, sondern im Sinne von: wir erfahren nicht wirklich, wer sie ist. Das ist ein Drehbuchproblem, kein Schauspielerproblem. Aber es schränkt Emmanuel ein.

Was mich als Zuschauerin beschäftigt: Gwendoline ist in vielerlei Hinsicht die klassische „Mysterious Woman” – sie treibt den männlichen Protagonisten an, sie gibt ihm Sinn, sie ist der Grund, warum er über sich hinauswächst. Das ist 2021 ein etwas verstaubtes Rollenmodell für eine Figur, der man deutlich mehr Eigenständigkeit hätte zugestehen können.

Bewertung: 6/10

Ruby O. Fee als Korina Dominguez

Ruby O. Fee ist die eigentliche Entdeckung des Films – oder zumindest der Moment, in dem die Besetzung von Army of Thieves am frischesten wirkt. Ihre Korina Dominguez ist exzentrisch, direkt und erfrischend unberechenbar. Fee spielt die Rolle mit einer Energie, die nie manieriert wirkt, sondern organisch und echt.

Korina ist der Typ Figur, die in Ensemble-Heist-Filmen gerne als Comic Relief behandelt wird. Fee verhindert das weitgehend. Sie verleiht der Figur eine eigene Logik, einen eigenen Rhythmus. Wenn sie im Bild ist, schaut man hin.

Was man sich gewünscht hätte: mehr Screentime, mehr Entwicklung. Korina verdient einen eigenen Bogen, nicht nur eine Funktion.

Bewertung: 7/10

Stuart Martin als Brad Booker

Stuart Martin spielt Brad Booker, den harten Typen im Ensemble. Das ist – und das sei ohne Bösartigkeit gesagt – eine Rolle, die sehr genau das tut, was sie tun soll: Sie liefert Reibung, sie verkörpert Skepsis gegenüber Dieter, und sie schafft einen Gegenpol zur romantischen Aufgeladenheit des Films.

Martin ist technisch kompetent. Aber Brad Booker ist auch die am wenigsten entwickelte Figur im Hauptcast. Er ist mehr Funktion als Mensch. Das ist ein strukturelles Problem, das Martin nicht allein lösen kann.

Bewertung: 5/10

Guz Khan als Rolph

Guz Khan bringt als Rolph willkommene Leichtigkeit in den Film. Sein komödiantisches Timing ist gut, und er schafft es, in wenigen Szenen eine Figur zu etablieren, die man mochte. Dass Rolph als Charakter nicht viel mehr ist als ein sympathischer Sidekick, ist – wie so oft – nicht die Schuld des Schauspielers, sondern des Drehbuchs.

Khan hat das Potenzial für mehr. In Army of Thieves bekommt er nicht die Gelegenheit, es zu zeigen.

Bewertung: 6/10

Jonathan Cohen als Delacroix

Jonathan Cohen als Delacroix ist der charmant-nervöse Typ, der die Stimmung auflockert, wenn das Drehbuch es verlangt. Cohen spielt das mit einer Selbstverständlichkeit, die angenehm ist. Die Figur selbst ist jedoch zu skizzenhaft, um wirklich in Erinnerung zu bleiben.

Bewertung: 6/10

Einen ähnlich analytischen Blick auf ein Netflix-Ensemble-Cast bietet der Artikel über die Besetzung von The Gray Man.

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

In Heist-Filmen tragen die Nebenrollen oft die eigentliche narrative Last – sie definieren das Milieu, sie schaffen Kontext, und sie können den Unterschied machen zwischen einem Film, der wirkt, und einem, der nur funktioniert.

Bei Army of Thieves ist die Situation gemischt. Noémie Nakai als Beatrix – eine Interpol-Ermittlerin, die das Team verfolgt – bleibt deutlich unter ihren Möglichkeiten. Beatrix ist, auf eine fast schon bemerkenswert konsequente Art, die Verkörperung des institutionalisierten Widerstands – aber ohne echte Persönlichkeit. Sie ist Hindernis, nicht Mensch.

Das ist schade. Gerade in einer Zeit, in der Repräsentation von Frauen in Actionfilmen zunehmend diskutiert wird, wäre es schön gewesen, wenn die einzige weibliche Antagonistin des Films mehr wäre als eine Funktion.

Insgesamt erfüllen die Nebenrollen ihren Zweck – sie halten die Geschichte am Laufen, sie liefern die nötige Reibung. Aber sie vertiefen das Ensemble nicht. Das bleibt eine verpasste Chance.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Eine kurze Betrachtung der zentralen Darsteller im Kontext ihrer bisherigen Arbeit:

Matthias Schweighöfer

  • Entwicklung vom deutschen Komödien-Liebling zur internationalen Streaming-Figur
  • Army of Thieves als konsequenter Schritt auf globale Plattformen
  • Typecasting liegt nahe: erneut der sympathische, leicht tölpelhafte, aber im Herzen gute Mann
  • Die Frage, ob er dabei künstlerisch wächst oder sich in einem komfortablen Muster einrichtet, bleibt offen

Nathalie Emmanuel

  • Nach Game of Thrones und der Fast & Furious-Reihe zuverlässig in großen Produktionen präsent
  • Army of Thieves als weitere Station – aber keine, die ihre Bandbreite wirklich zeigt
  • Für eine Darstellerin mit ihrer Ausstrahlung bleibt der Film zu brav

Ruby O. Fee

  • Die Darstellerin im Ensemble mit dem größten Entwicklungspotenzial
  • Hat in Army of Thieves gezeigt, dass sie eine Figur mit Leben füllen kann, die das Drehbuch nicht vollständig ausgeschrieben hat
  • Das ist eine seltenere Fähigkeit, als man denkt

Verwandte Betrachtungen zur Ensemble-Dynamik in aktuellen Actionproduktionen finden sich auch in unserem Artikel über die Besetzung von Venom.

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Die ehrliche Antwort lautet: Ja – aber nicht immer, und nicht ohne Einschränkungen.

Das Ensemble von Army of Thieves funktioniert am besten in den Momenten, in denen der Film sich nicht allzu ernst nimmt. Die Szenen, in denen die Gruppe zusammenarbeitet, Späße macht, sich gegenseitig neckt – diese Momente haben echte Energie. Man glaubt diesen Menschen, dass sie Zeit miteinander verbracht haben. Die Chemie zwischen Schweighöfer und Emmanuel hat romantische Wärme, auch wenn sie auf ein vorhersehbares Muster zusteuert.

Was weniger gut funktioniert, ist die emotionale Tiefe der Beziehungen. Die Verbindungen zwischen den Figuren sind skizziert, nicht ausgearbeitet. Man weiß nach dem Film nicht viel mehr über diese Menschen als vorher – und das ist in einem Film, der immerhin zwei Stunden Laufzeit hat, ein Versäumnis.

Die Chemie zwischen Ruby O. Fee und dem Rest des Ensembles ist dabei besonders erfreulich. Sie bringt eine Spontaneität in die Szenen, die die anderen Figuren manchmal in Bewegung setzt – wortwörtlich und im übertragenen Sinne.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Army of Thieves ist, in vielerlei Hinsicht, ein sehr gegenwärtiges Produkt. Es ist eine Streaming-Produktion, die von Netflix mit erheblichen Ressourcen ausgestattet wurde, und das sieht man – an der Optik, an den Locations, an der Ästhetik.

Aber es ist auch ein Film, der zeigt, wie Streaming-Kultur das Casting beeinflusst. Die Besetzung von Army of Thieves ist divers, international und auf Marktfähigkeit ausgelegt. Das ist keine Kritik per se – aber es ist eine Beobachtung. Wenn man sich fragt, warum Nathalie Emmanuel dabei ist, kommt man schnell auf eine Antwort: Ihre Bekanntheit aus Game of Thrones und der Fast & Furious-Reihe macht sie zu einem globalen Marketingargument.

Das ist nicht illegitim. Aber es erzeugt manchmal das Gefühl, dass Casting-Entscheidungen weniger aus der Geschichte heraus entstehen als aus Überlegungen, wie man möglichst viele Zuschauer auf möglichst vielen Märkten ansprechen kann.

Repräsentation – in diesem Fall: eine Black British Frau als Protagonistin, eine Deutsch-Philippinin in einer Nebenrolle, ein britisch-pakistanischer Schauspieler im Ensemble – ist real und wichtig. Aber Repräsentation allein ist kein Garant für Authentizität. Die eigentliche Frage ist, ob diese Figuren mit der gleichen Sorgfalt geschrieben wurden, mit der sie besetzt wurden. Und da gibt Army of Thieves eine gemischte Antwort.

Am Ende ist die Besetzung von Army of Thieves das Beste und das Symptomatischste am Film zugleich: sie ist charmant, kompetent, global ausgerichtet – und hätte so viel mehr sein können.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt die Hauptrolle in Army of Thieves?

Matthias Schweighöfer spielt die Hauptrolle des Sebastian Schlenricht-Wöhnert, auch bekannt als Dieter – ein schüchterner Safeknacker, der in eine Welt aus Heists und Legenden hineingezogen wird. Schweighöfer führte beim Film auch Regie.

Wer ist in der Army of Thieves Besetzung neben Schweighöfer?

Die weiteren zentralen Darsteller sind Nathalie Emmanuel als Gwendoline Starr, Ruby O. Fee als Korina Dominguez, Stuart Martin als Brad Booker, Guz Khan als Rolph und Jonathan Cohen als Delacroix. Noémie Nakai spielt Beatrix, eine Interpol-Ermittlerin.

Ist Army of Thieves ein Prequel zu Army of the Dead?

Ja. Army of Thieves ist ein Prequel zu Zack Snyders Army of the Dead und erzählt die Vorgeschichte der Figur Dieter. Das Drehbuch stammt ebenfalls von Shay Hatten, der auch Army of the Dead geschrieben hat.

Lohnt sich Army of Thieves für Fans des Heist-Genres?

Das hängt von den Erwartungen ab. Als leichter, unterhaltsamer Heist-Film mit romantischen Elementen funktioniert er gut. Wer komplexe Charakterzeichnungen oder überraschende narrative Wendungen sucht, könnte enttäuscht werden. Die Besetzung trägt den Film, auch wenn das Drehbuch die Figuren nicht immer vollständig ausschreibt.

Wie wurde Army of Thieves synchronisiert?

Der Film erschien auf Netflix mit einer deutschen Synchronisation. Informationen zu den deutschen Synchronstimmen finden sich in der Synchronkartei sowie bei media-paten.com.

Was macht Ruby O. Fee in Army of Thieves besonders?

Ruby O. Fee spielt Korina Dominguez mit einer eigenwilligen, organischen Energie, die sich wohltuend vom Rest des Ensembles abhebt. Sie ist eine der wenigen Figuren im Film, die mehr Persönlichkeit entwickelt, als das Drehbuch ihr eigentlich zugesteht – und damit eine der überzeugendsten Leistungen in der gesamten Besetzung.

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