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Besetzung von Der Liebhaber Meines Mannes

Besetzung von Der Liebhaber Meines Mannes

Es gibt Filme, die man bereits kennt, bevor man sie gesehen hat. Der Liebhaber meines Mannes – im Original My Policeman – ist so ein Film. Eine Romanverfilmung nach Bethan Roberts, angesiedelt in den 1950er Jahren im englischen Brighton, in der ein Polizist namens Tom Burgess zwischen seiner Frau Marion Taylor und seinem Geliebten Patrick Hazlewood zerrissen wird. Homosexualität als Verbrechen, Liebe als stilles Verhängnis, Beziehung als gesellschaftliche Bürde – das sind keine unbekannten Koordinaten im Liebesfilm-Genre.

Was diesen Film aber über das Offensichtliche hinaus interessant macht – und gleichzeitig angreifbar –, ist seine Besetzung. Denn wenn Harry Styles in einem ernsthaften Dramafilm über Homosexualität und Repression mitspielt, dann ist das keine neutrale Entscheidung. Das ist eine Aussage. Ob diese Aussage gelingt, ist eine andere Frage.

Regisseur Michael Grandage, bekannt aus dem Londoner Theaterumfeld, hat ein Cast zusammengestellt, das auf den ersten Blick glänzt – und auf den zweiten einige berechtigte Fragen aufwirft. Der Kinostart im Jahr 2022, gefolgt vom Streaming-Release bei Amazon Prime Video, hat die Diskussion um den Film weiter befeuert. Und mittendrin: eine Besetzung, die sowohl interessante Entscheidungen als auch konventionelle Reflexe zeigt.

Die Besetzung von Der Liebhaber Meines Mannes – zwischen Anspruch und Konvention

Die Besetzung von Der Liebhaber meines Mannes lässt sich am besten mit dem Begriff „kalkulierte Ambivalenz” beschreiben. Einerseits spricht die Wahl von Harry Styles – einem der meistdiskutierten Popstars seiner Generation – dafür, dass Amazon Prime Video sehr genau wusste, welche Aufmerksamkeit dieser Film benötigt, um im Streaming-Dschungel wahrgenommen zu werden. Andererseits wurden mit Emma Corrin und David Dawson zwei Schauspieler verpflichtet, die aus dem seriösen Theaterfach kommen und eine deutlich tiefere Bodenhaftung im Darstellerischen mitbringen.

Das Ergebnis ist ein Ensemble, das in sich selbst nicht ganz einig zu sein scheint. Während Corrin und Dawson ihre Rollen mit einer spürbaren psychologischen Dichte ausstatten, wirkt Styles mitunter wie jemand, der noch herausfindet, wie viel Raum er in einem Raum mit echten Schauspielerinnen einnehmen darf.

Positiv überraschend hingegen: die Besetzung der älteren Versionen der Figuren. Rupert Everett, Gina McKee und Linus Roache spielen die Protagonisten in ihrer späteren Lebensphase – und genau dort entfaltet der Film eine emotionale Reife, die der jüngere Teil des Casts nur ansatzweise erreicht. Das ist dramaturgisch interessant und wirft gleichzeitig die Frage auf, ob das Konzept so aufgegangen ist, wie Regisseur Michael Grandage es sich vorgestellt hat.

Das Drehbuch von Ron Nyswaner – nach dem Roman von Bethan Roberts – liefert solide Vorlage. Aber Vorlage ist nicht Ausführung. Und in der Ausführung zeigt sich, wie unterschiedlich die Schauspieler mit ihrem Material umgehen.

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Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Harry Styles Tom Burgess (jung) 5/10 Charismatisch, aber emotional oft an der Oberfläche; die Rolle fordert mehr als Präsenz
Emma Corrin Marion Taylor (jung) 7/10 Nuanciert, verletzlich und glaubwürdig – die stärkste Leistung im jüngeren Cast
David Dawson Patrick Hazlewood (jung) 7/10 Intensiv und zurückgehalten zugleich; trägt die emotionale Last des Films mit Würde
Rupert Everett Tom Burgess (alt) 7/10 Verhalten und eindringlich – verleiht der Figur eine Tiefe, die im jüngeren Cast fehlt
Gina McKee Marion Taylor (alt) 7/10 Präzise und herzzerreißend; eine der überzeugendsten Leistungen des gesamten Ensembles
Linus Roache Patrick Hazlewood (alt) 6/10 Solide und würdevoll – der Part ist kleiner, aber gut ausgefüllt

Die Hauptdarsteller im Fokus

Harry Styles als Tom Burgess

Tom Burgess ist eine der schwierigsten Figuren des Films. Ein Polizist in den 1950er Jahren, der seine Homosexualität verbirgt, eine Frau heiratet und gleichzeitig eine Liebesbeziehung zu einem Mann führt – das ist kein eindimensionaler Charakter. Es ist eine Figur voller Widersprüche, voller gesellschaftlicher Konditionierung und innerer Zerrissenheit.

Harry Styles bringt unbestreitbar eine magnetische Leinwandpräsenz mit. Er ist physisch überzeugend in der Rolle, und in einzelnen Momenten – besonders in stillen Szenen – blitzt echtes Talent auf. Das Problem ist jedoch, dass Tom Burgess eine Figur ist, die vor allem durch das spricht, was sie nicht sagt. Und genau dort, in den Momenten der unterdrückten Emotion, der bewussten Repression, offenbart sich eine Lücke zwischen dem, was die Rolle verlangt, und dem, was Styles liefert.

Es ist kein schlechtes Schauspiel. Es ist manchmal unvollständiges Schauspiel. Die Schichten, die diese Figur haben müsste – die gesellschaftliche Anpassung, den verborgenen Schmerz, die stille Grausamkeit der Feigheit –, werden nicht immer vollständig ausgeleuchtet. Das ist schade, weil das Potenzial erkennbar ist.

Die Castingentscheidung selbst ist dabei symptomatisch für eine bestimmte Art von Streaming-Produktion: Man wählt einen Namen, der Klicks generiert, und hofft, dass die Umgebung das Niveau hebt. Manchmal funktioniert das. Hier funktioniert es teilweise.

Bewertung: 5/10

Emma Corrin als Marion Taylor

Marion Taylor ist in vielerlei Hinsicht die tragischste Figur dieser Geschichte. Eine Frau, die einen Mann liebt, der sie nicht auf die Art lieben kann, wie sie es verdient – und die das lange Zeit nicht versteht oder nicht verstehen will. Es ist eine Rolle, die leicht in Passivität und Opfertum kippen könnte.

Emma Corrin verhindert das mit bemerkenswerter Souveränität. Corrin – bekannt durch die Verkörperung von Prinzessin Diana in The Crown – bringt eine psychologische Differenziertheit mit, die Marions innere Welt sichtbar macht, ohne sie zu vereinfachen. Die Fassade der Angepasstheit, die kleinen Risse darin, die wachsende Ahnung, die nie wirklich ausgesprochen wird – das alles ist präzise gearbeitet.

Was Corrin gelingt, ist die Darstellung einer Frau, die nicht naiv ist, sondern die innerhalb der Grenzen ihrer Zeit und Gesellschaft handelt. Das ist eine nuancierte Leistung, die den Film in seinen besten Momenten trägt. Wenn Styles und Corrin gemeinsam auf der Leinwand sind, ist es oft Corrin, der man folgt – nicht weil Styles schwach wäre, sondern weil Corrin einfach eine Spur tiefer gräbt.

Die Chemie zwischen den beiden ist dabei interessant: Sie funktioniert nicht als romantische Chemie, was natürlich Sinn ergibt – aber sie funktioniert als die Chemie zweier Menschen, die aneinander vorbeilieben. Das ist präzise.

Bewertung: 7/10

David Dawson als Patrick Hazlewood

Patrick Hazlewood ist der Liebhaber des Titels. Ein Museumskonservator, kultiviert, sensibel, mit einem Bewusstsein für die Gefahr seiner Situation. David Dawson spielt diese Figur mit einer Zurückhaltung, die klug ist und auf den ersten Blick vielleicht zu reserviert wirkt – aber bei näherer Betrachtung genau richtig ist.

Patrick weiß, was er riskiert. Und Dawson spielt das in jede Szene hinein. Es gibt eine ständige Wachheit in seiner Körpersprache, eine Art kalkulierte Verletzlichkeit, die die gesellschaftliche Realität der 1950er Jahre in Brighton für homosexuelle Männer körperlich spürbar macht. Das ist kein kleines schauspielerisches Kunststück.

Die Chemie zwischen Dawson und Styles ist die größte Herausforderung des Films – und das schwächste Glied. Man glaubt Dawsons Verliebtheit. Man glaubt Styles’ Anziehung. Aber ob man der tiefen, komplexen Liebesbeziehung zwischen diesen beiden Figuren glaubt – das ist die eigentliche Frage, und die Antwort ist ein vorsichtiges „nicht immer”.

Das liegt weniger an Dawson als an der Asymmetrie der Leistungen. Patrick Hazlewood verdient einen Liebhaber auf Augenhöhe – und das bekommt er nicht immer.

Bewertung: 7/10

Einen ähnlich differenzierten Blick auf romantische Ensembles bietet auch unser Artikel über die Besetzung von Liebe braucht keine Ferien.

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Die Entscheidung, die älteren Versionen der drei Hauptfiguren mit Rupert Everett, Gina McKee und Linus Roache zu besetzen, ist vermutlich die interessanteste dramaturgische Wahl des gesamten Films.

Rupert Everett spielt den gealterten Tom Burgess mit einer schweren Stille. Es ist eine Figur, die mit ihren Entscheidungen lebt – und das spürt man in jeder Geste. Everett, der selbst offen homosexuell ist, bringt eine Authentizität in diese Rolle, die über Technik hinausgeht. Ob das Bewusstsein darüber, dass der jüngere Teil dieser Figur von Harry Styles gespielt wird, eine zusätzliche Ebene der Reflexion erzeugt – darüber lässt sich trefflich spekulieren.

Gina McKee ist als ältere Marion herzzerreißend präzise. Ihre Szenen gehören zu den stärksten des Films. Sie spielt eine Frau, die erkannt hat, was war – und die damit umgehen muss. Das ist keine sentimentale Performance, sondern eine kluge, kontrollierte.

Linus Roache als älterer Patrick hat weniger Screentime, füllt seinen Part aber würdevoll aus. Die Figur ist in dieser Phase des Films zurückgetreten – und Roache respektiert das, ohne sich unsichtbar zu machen.

Was diese drei Darsteller gemeinsam leisten, ist bemerkenswert: Sie geben dem Film eine emotionale Reife und Glaubwürdigkeit, die er in seinem jüngeren Cast nicht in gleichem Maße findet. Das ist eine subtile Kritik an der Castingstrategie – nicht an den Darstellern selbst, sondern an der Entscheidung, wer welche Figuren verkörpern soll.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Harry Styles

  • Dunkirk (2017) – erste Schritte ins ernsthafte Kinofach
  • Don’t Worry Darling (2022) – weitere Annäherung an komplexere Rollen
  • Der Liebhaber meines Mannes (2022) – bisher ambitioniertestes Filmprojekt; die Entwicklung ist erkennbar, aber noch nicht abgeschlossen

Emma Corrin

  • The Crown – Verkörperung von Prinzessin Diana; Etablierung als ernstzunehmende Schauspielerin
  • Der Liebhaber meines Mannes (2022) – konsequente Fortsetzung einer Vorliebe für Figuren unter gesellschaftlichem Druck

David Dawson

  • Solide Theaterbasis und Fernseherfahrung
  • Der Liebhaber meines Mannes (2022) – Erweiterung des Spektrums; zeigt die Fähigkeit, komplexe, zurückgenommene Figuren zu tragen

Rupert Everett

  • Befindet sich in einer Phase der Karriere, in der charakterliche Tiefe über Starpower gestellt wird
  • Der Liebhaber meines Mannes (2022) – ein gutes Beispiel für diese Entwicklung

Einen weiteren interessanten Vergleichspunkt bietet die Besetzung von Hotel Desire, die ebenfalls erwachsene Beziehungskonstellationen und Charakterdichte ins Zentrum stellt.

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Das ist die zentrale Frage – und die ehrliche Antwort ist: teilweise.

Das Ensemble funktioniert am besten in den Szenen, die die älteren Figuren zeigen. Everett, McKee und Roache spielen zusammen mit einer Vertrautheit und emotionalen Genauigkeit, die glaubhaft macht, dass diese drei Menschen Jahrzehnte miteinander verbunden waren – durch Liebe, Verrat und Schweigen.

Der jüngere Cast hat mehr Reibung – und nicht immer die produktive Art. Corrin und Styles funktionieren gut als Paar auf der Ebene der gesellschaftlichen Konvention: Man glaubt, dass diese zwei Menschen geheiratet haben, weil es so gehörte. Was weniger funktioniert, ist die Dreiecksbeziehung als lebendige emotionale Einheit. Das Dreieck zwischen Tom, Marion und Patrick sollte alle drei Seiten gleichmäßig belasten – aber oft hat man das Gefühl, dass die Last ungleich verteilt ist.

Die Chemie zwischen Styles und Dawson ist der Kern des Films – und gleichzeitig sein vulnerabelster Punkt. Es gibt Momente, in denen man die Verbindung zwischen diesen beiden Figuren spürt. Aber es gibt auch Momente, in denen sie konstruiert wirkt, in denen man zwei Schauspieler sieht, die miteinander spielen, statt zwei Menschen, die einander lieben.

Das ist kein Urteil über die Aufrichtigkeit der Darsteller. Es ist eine Beobachtung über das, was entsteht, wenn ein Ensemble nicht ganz auf demselben Niveau operiert.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Der Liebhaber meines Mannes ist ein symptomatischer Film für eine bestimmte Phase der Streaming-Kultur. Amazon Prime Video hat hier ein Projekt mit künstlerischem Anspruch produziert – und gleichzeitig eine Besetzungsstrategie gewählt, die auf Sichtbarkeit und Marketingpotenzial ausgerichtet ist. Das ist kein Geheimnis, und es ist auch keine Schande. Aber es hinterlässt Spuren.

Die Repräsentation homosexueller Liebe auf der Leinwand ist wichtig. Die Frage, wer diese Liebe darstellt, ist ebenfalls wichtig – und sie wird in der Filmkritik zunehmend diskutiert. Dass heterosexuelle Darsteller homosexuelle Figuren spielen, ist in diesem Film der Fall. Das allein ist keine Kritik, aber es ist ein Kontext, der mitgedacht werden sollte.

Was der Film richtig macht: Er behandelt sein Thema nicht als Exotikum. Homosexualität in den 1950er Jahren in Brighton ist hier keine Randnotiz der Geschichte, sondern der emotionale Kern der Erzählung. Das Drehbuch von Ron Nyswaner und die Regie von Michael Grandage nehmen das ernst.

Was der Film weniger vollständig einlöst: die Verheißung einer Besetzung, die dem Thema vollständig gerecht wird. Der Anspruch ist hoch, die Ausführung ist ungleichmäßig, und die Frage bleibt, ob Starpower ein Ersatz für schauspielerische Tiefe sein kann.

Die ehrliche Antwort: Nein. Aber sie kann eine Einladung sein. Und wenn der Film Menschen dazu bringt, über Liebe, Repression und gesellschaftliche Bürden nachzudenken, hat er seinen Zweck teilweise erfüllt – auch wenn er ihn künstlerisch nicht vollständig einlöst.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt in Der Liebhaber meines Mannes die Hauptrollen?

Die Hauptrollen in Der Liebhaber meines Mannes werden von Harry Styles (Tom Burgess, jung), Emma Corrin (Marion Taylor, jung) und David Dawson (Patrick Hazlewood, jung) gespielt. Die älteren Versionen der Figuren werden von Rupert Everett, Gina McKee und Linus Roache verkörpert.

Wer ist der Regisseur von Der Liebhaber meines Mannes?

Der Film wurde von Michael Grandage inszeniert, der vor allem aus dem britischen Theaterumfeld bekannt ist. Das Drehbuch stammt von Ron Nyswaner, basierend auf dem Roman von Bethan Roberts.

Wie überzeugend ist Harry Styles in seiner Rolle als Tom Burgess?

Harry Styles bringt Präsenz und Charisma mit, bleibt in den emotional fordernden Momenten der Rolle aber nicht immer vollständig überzeugend. Es ist eine solide, entwicklungsfähige Leistung – keine schlechte, aber auch keine außergewöhnliche.

Lohnt es sich, Der Liebhaber meines Mannes zu schauen?

Ja – besonders für Zuschauerinnen, die sich für Filme über unterdrückte Liebe, gesellschaftliche Repression und komplexe Beziehungen interessieren. Die Leistungen von Emma Corrin, Gina McKee und Rupert Everett allein machen den Film sehenswert. Wer ein makelloses Ensemble erwartet, wird differenziertere Gefühle entwickeln.

Wo kann man Der Liebhaber meines Mannes streamen?

Der Film ist bei Amazon Prime Video verfügbar und war nach seinem Kinostart 2022 auch auf Apple TV abrufbar. Er ist in der Originalsprache Englisch und auf Deutsch synchronisiert zu sehen.

Ist die Besetzung von Der Liebhaber meines Mannes eine bewusste Repräsentationsentscheidung?

Teilweise. Der Film thematisiert Homosexualität in einer Zeit, in der sie in England unter Strafe stand – und das mit einer Besetzung, die größtenteils aus heterosexuellen Darstellern besteht. Das ist eine legitime Diskussion, die der Film nicht auflöst, aber auch nicht ignoriert. Rupert Everetts Beteiligung bringt eine persönliche Dimension in das Thema, die bemerkenswert ist.

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