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Besetzung von Evil Dead Rise

Besetzung von Evil Dead Rise

Evil Dead Rise (2023) gehört zu jenen Horrorfilmen, die sich ausschließlich durch ihre Figuren definieren – oder zumindest möchte Lee Cronins Neuinterpretation des Evil-Dead-Franchise das gerne. Die Verlagerung aus dem ikonischen Hütten-Wald-Setting in einen heruntergekommenen Apartmentkomplex in Los Angeles und die ungewöhnliche Familienstruktur als emotionaler Kern klingt nach einer durchdachten Weiterentwicklung. Und tatsächlich ist die Besetzung von Evil Dead Rise an manchen Stellen erfrischend eigen – an anderen jedoch so vorhersehbar, dass man fast die Schablone durch den Bildschirm schimmern sieht.

Was die Produktionsseite betrifft: Produziert von Sam Raimi, Robert Tapert und Bruce Campbell, trägt der Film das Gewicht einer Franchise-Legende. Das Drehbuch stammt ebenfalls von Regisseur Lee Cronin, der damit vollständige kreative Kontrolle über Tonalität und Figurenzeichnung hatte – eine Entscheidung mit Vor- und Nachteilen, wie sich zeigen wird.

Die Besetzung von Evil Dead Rise – zwischen Anspruch und Konvention

Wer sich die Besetzung von Evil Dead Rise genauer anschaut, begegnet einer interessanten Mischung: Auf der einen Seite australische und neuseeländische Schauspielerinnen, die mit relativer Freiheit von Hollywood-Konventionen arbeiten, auf der anderen Seite Rollenkonstruktionen, die sich trotzdem in bekannten Genre-Mustern bewegen.

Der Cast ist überschaubar, was dem Film zugutekommen kann – wenn er funktioniert, entsteht Kammerspiel-Intensität. Lily Sullivan und Alyssa Sutherland tragen den Film als Schwesternpaar, und diese Entscheidung ist tatsächlich eines der interessanteren Castingmerkmale: Hier stehen keine Teenagerinnen im Mittelpunkt, sondern erwachsene Frauen mit Geschichte, Beziehungsgepäck und sozialen Realitäten. Eine Mutter in prekärer Wohnsituation, drei Kinder, eine entfremdete Schwester – das ist Substanz, zumindest auf dem Papier.

Die jungen Darsteller Morgan Davies, Gabrielle Echols und Nell Fisher als Sutherlands Filmkinder sind dabei keine bloßen Requisiten, sondern erhalten eigene Handlungsbögen – was im Horrorgenre keineswegs selbstverständlich ist. Ob diese Bögen wirklich ausgearbeitet sind oder nur angedeutet bleiben, ist eine andere Frage.

Was fehlt, ist eine konsequente Durchdringung der sozialen Dimension. Der Film etabliert Armut, Wohnungsnot und Familienbrüche – und lässt diese Themen dann weitgehend zugunsten von Splatter-Eskalation fallen. Das ist kein Fehler des Casts, aber es beraubt die Schauspielerinnen und Schauspieler der Möglichkeit, wirklich zu glänzen.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Lily Sullivan Beth 7/10 Überzeugend geerdet, trägt emotionale Kontinuität des Films
Alyssa Sutherland Ellie / Deadite-Ellie 8/10 Herausragend in der transformierten Rolle, physisch und psychologisch präzise
Morgan Davies Danny 6/10 Solide, aber Figur bleibt unterentwickelt
Gabrielle Echols Bridget 6/10 Gute Momente, wird zu schnell zum Handlungsobjekt
Nell Fisher Kassie 7/10 Erstaunlich nuanciert für eine junge Darstellerin
Richard Crouchley Mr. Fonda 4/10 Marginale Nebenrolle ohne echte Funktion
Mirabai Pease Teresa 5/10 Ansätze vorhanden, zu wenig Screentime für Entfaltung

Die Hauptdarsteller im Fokus

Lily Sullivan als Beth

Lily Sullivan spielt Beth, die jüngere Schwester, die nach langer Abwesenheit zurückkommt – und in die denkbar schlechteste Situation gerät. Sullivan ist eine australische Schauspielerin, die vor Evil Dead Rise vor allem in kleineren Produktionen und australischen TV-Serien zu sehen war. Ihre Herangehensweise an Beth ist das, was man als organisch bezeichnen würde: keine überzeichnete Heldinnen-Pose, sondern eine Frau, die sich durch eine Situation kämpft, auf die sie in keiner Weise vorbereitet ist.

Was Sullivan gut gelingt, ist die Darstellung von Schock als physiologischem Prozess. Beth reagiert nicht sofort heldenhaft – sie ist überfordert, macht Fehler, zweifelt. Das ist glaubwürdig und selten in einem Franchise-Horrorfilm. Weniger überzeugend sind die Momente, in denen das Drehbuch sie in symbolisch aufgeladene Entscheidungen zwingt, die ihrer Figur nicht ganz entsprechen – das ist jedoch eher ein Skriptproblem als ein schauspielerisches.

Die Repräsentation einer Frau, die nicht Mutter ist und trotzdem in eine Mutterrolle gedrängt wird, hätte mehr Raum verdient. Sullivan deutet diese Ambivalenz an – aber der Film gibt ihr nicht genug Zeit, sie auszuspielen.

Bewertung: 7/10

Alyssa Sutherland als Ellie

Alyssa Sutherland ist zweifelsohne die stärkste Leistung des Ensembles – und gleichzeitig das faszinierendste Casting der gesamten Produktion. Die neuseeländisch-australische Schauspielerin, bekannt aus Vikings, übernimmt die undankbarste und gleichzeitig anspruchsvollste Rolle: Sie muss Ellie sowohl als überarbeitete, liebevolle Mutter etablieren als auch als körperlich und emotional entfremdete Deadite-Version derselben Person glaubwürdig machen.

Sutherland meistert das mit einer Präzision, die man in diesem Genre selten sieht. Ihre Transformation ist nicht nur Make-up-Arbeit – sie verändert Sprachrhythmus, Körperhaltung, Blickkontakt. Die manipulativen Momente, in denen Deadite-Ellie die Muttersprache als Waffe einsetzt, sind verstörend effektiv und hätten in weniger fähigen Händen schnell ins Lächerliche kippen können.

Kritisch angemerkt sei: Die Figur Ellie vor ihrer Besetzung ist leider zu wenig ausgearbeitet. Wir bekommen kaum Zeit, die Mutter zu kennen, bevor sie zur Bedrohung wird. Das schwächt das emotionale Gewicht der Konfrontation – nicht Sutherlands Schuld, sondern eine Entscheidung des Drehbuchs.

Bewertung: 8/10

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Candyman.

Morgan Davies als Danny

Morgan Davies spielt Danny, Ellies ältesten Sohn, der als erster mit dem Necronomicon in Berührung kommt und damit unwissentlich das Böse beschwört. Davies ist ein junger australischer Darsteller, der die Rolle mit solider Überzeugung füllt – die Figur selbst gibt jedoch wenig her. Danny ist funktionaler Katalysator der Handlung, kein wirklicher Charakter. Seine Entscheidungen folgen der Logik des Plots, nicht der einer kohärenten Persönlichkeit.

Das ist schade, denn Davies zeigt in einzelnen Szenen, dass er mehr könnte. Die Faszination seines Charakters für das Verbotene hätte als psychologisches Thema interessant sein können – sie bleibt aber ein Genre-Klischee.

Bewertung: 6/10

Gabrielle Echols als Bridget

Gabrielle Echols spielt Bridget, die mittlere Tochter, und liefert eine solide, wenn auch nicht herausragende Leistung. Bridget ist die Figur, die am schnellsten vom Handlungssubjekt zum Handlungsobjekt wird – ein Muster, das im Horrorgenre leider häufig Teenager-Mädchen trifft. Echols kämpft mit den Möglichkeiten, die ihr die Rolle lässt, und schafft einige glaubwürdige emotionale Momente. Mehr war vermutlich nicht drin.

Bewertung: 6/10

Nell Fisher als Kassie

Nell Fisher als jüngste Tochter Kassie ist eine der positiven Überraschungen des Films. Kinderdarstellungen im Horrorgenre tendieren zu zwei Polen: entweder störend überartikuliert oder blank und reaktiv. Fisher gelingt ein dritter Weg – sie ist präsent, ohne aufgesetzt zu wirken, und vermittelt kindliche Logik mit erstaunlicher Natürlichkeit. In einem Film, der emotional oft auf der Stelle tritt, ist Kassie paradoxerweise die glaubwürdigste Figur.

Bewertung: 7/10

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Die Nebenrollen in Evil Dead Rise erfüllen primär narrative Hilfsfunktionen – sie erweitern den Handlungsraum oder dienen als Opfer-Reservoir. Das ist ehrlich gesagt eine der schwächeren Seiten des Films.

Richard Crouchley als Mr. Fonda, Nachbar im Apartmentkomplex, bleibt so blass, dass seine Anwesenheit kaum registriert wird. Mirabai Pease als Teresa hat etwas mehr Screentime, aber auch sie wird primär als Kontrast- und Kontextfigur eingesetzt, nicht als eigenständiger Mensch.

Das ist symptomatisch für ein breiteres Problem: Evil Dead Rise hat eine ungewöhnlich gute Ausgangssituation für Figurentiefe – ein enger Sozialraum, Klassendynamiken, Familienkonflikte – und lässt dieses Potenzial im zweiten Akt zugunsten von Actionsequenzen liegen. Die Nebenrollen hätten Gelegenheiten sein können, das soziale Gefüge des Gebäudes zu verdichten. Stattdessen bleiben sie Zählmasse.

Einen ähnlichen Blick auf ein anderes Horror-Ensemble lohnt der Artikel über die Besetzung von Terrifier 2.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Lily Sullivan

  • Vor Evil Dead Rise vorwiegend australische Produktionen
  • Evil Dead Rise ist ihre bislang prominenteste internationale Rolle
  • Zeigt eine Darstellerin, die bereit ist für komplexere Charakterarbeiten – wenn das Material mitspielt

Alyssa Sutherland

  • Internationale Bekanntheit durch die Rolle als Aslaug in Vikings
  • Stärke liegt in der Darstellung von Frauen, die nach außen kontrolliert wirken und innen etwas ganz anderes verbergen
  • Diese Qualität nutzt Evil Dead Rise klug – es besteht jedoch die Gefahr, auf diesen Typus festgelegt zu werden

Morgan Davies, Gabrielle Echols und Nell Fisher

  • Morgan Davies und Gabrielle Echols sind noch zu jung in ihrer Karriere, um von Typecasting sprechen zu können
  • Nell Fisher hat mit Evil Dead Rise möglicherweise einen bemerkenswerten frühen Karrieremarker gesetzt

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Die kurze Antwort: teilweise. Die Chemie zwischen Lily Sullivan und Alyssa Sutherland funktioniert – man glaubt den beiden, dass sie eine Geschichte haben, dass da etwas zwischen den Schwestern unausgesprochen liegt. Diese unausgesprochene Spannung ist eigentlich das emotionale Fundament des Films, und es ist das Verdienst beider Darstellerinnen, dass sie auch dann noch spürbar ist, wenn das Drehbuch sie nicht explizit ausspielt.

Die Beziehungen zwischen Sutherland und ihren Filmkindern sind weniger überzeugend aufgebaut, weil schlicht zu wenig Zeit investiert wird. Wir glauben Ellie als Mutter – aber wir glauben nicht vollständig an die spezifische Chemie dieser konkreten Familie. Dafür sind die Figuren zu wenig in Interaktion miteinander gezeigt worden, bevor alles auseinanderbricht.

Das Ensemble als Ganzes funktioniert besser in den Schreckensmomenten als in den ruhigen Szenen – was eigentlich ein schlechtes Zeichen für einen Film ist, der vorgibt, mehr als ein reines Splatter-Spektakel sein zu wollen.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Evil Dead Rise ist ein Streaming-Film, der ins Kino gefunden hat – produziert für HBO Max, dann für einen Kinostart freigegeben. Diese Produktionsgeschichte ist nicht irrelevant für eine Analyse der Besetzung. Streaming-Produktionen stehen unter einem eigentümlichen Doppeldruck: Sie müssen algorithmisch funktionieren (zugänglich, schnell, ohne lange Anlaufzeit) und gleichzeitig den Anspruch auf cineastische Qualität aufrechterhalten.

Das erklärt einiges. Die Besetzung von Evil Dead Rise wirkt in ihrer Grundstruktur durchdacht – nicht-weiße Hauptdarstellerinnen, Fokus auf Frauen über 30, soziale Realitäten als Setting. Das sind Entscheidungen, die nach Bewusstsein für Repräsentation klingen. Ob dieses Bewusstsein aber wirklich inhaltlich durchgehalten wird oder primär im Casting-Prozess steckenbleibt, ist eine legitime Frage.

Die Antwort ist leider: es bleibt größtenteils im Casting stecken. Die sozialen Realitäten, die durch Figuren und Setting aufgerufen werden, werden nicht wirklich verhandelt. Repräsentation als Kulisse ist besser als keine Repräsentation – aber es wäre naiv, das als progressiven Fortschritt zu feiern. Lee Cronins Drehbuch etabliert eine alleinerziehende Mutter in einer Sozialwohnung und macht daraus dann einen überaus konventionellen Überlebenshorror. Die Darsteller, allen voran Sutherland und Sullivan, leisten mehr als das Material verlangt. Das ist vielleicht das ehrlichste Lob, das man über die Besetzung von Evil Dead Rise aussprechen kann.

Auch interessant in diesem Zusammenhang: ein Blick auf die Besetzung von M3GAN, einem weiteren Horrorfilm, der ähnliche Fragen nach Repräsentation und Genre-Konventionen aufwirft.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Evil Dead Rise

Wer spielt die Hauptrollen in Evil Dead Rise?

Die Hauptrollen spielen Lily Sullivan als Beth und Alyssa Sutherland als Ellie. Die Kinder der Familie werden von Morgan Davies (Danny), Gabrielle Echols (Bridget) und Nell Fisher (Kassie) dargestellt.

Wer ist der stärkste Darsteller in Evil Dead Rise?

Alyssa Sutherland liefert die beeindruckendste Leistung des Films. Ihre Transformation von der liebevollen Mutter zur Deadite-Version ihrer selbst ist physisch und psychologisch außergewöhnlich überzeugend und hebt sich deutlich vom Rest des Casts ab.

Wer hat Regie und Drehbuch bei Evil Dead Rise übernommen?

Lee Cronin führte Regie und schrieb das Drehbuch. Der Film wurde unter anderem von Sam Raimi und Robert Tapert produziert, den ursprünglichen Schöpfern des Evil-Dead-Franchise.

Lohnt sich Evil Dead Rise trotz der Schwächen im Drehbuch?

Für Genre-Fans ist der Film definitiv sehenswert – nicht zuletzt wegen Sutherlands und Sullivans Leistungen. Wer allerdings erwartet, dass die sozialen Themen des Films wirklich durchdrungen werden, wird enttäuscht sein. Evil Dead Rise ist handwerklich solide, aber inhaltlich weniger mutig, als seine Prämisse vermuten lässt.

Gibt es eine deutsche Synchronisation mit eigenen Synchronsprechern?

Ja, Evil Dead Rise verfügt über eine deutsche Synchronfassung mit deutschen Synchronsprechern. Die genaue Besetzung der Synchronrollen ist in der Synchronkartei dokumentiert.

Wann hatte Evil Dead Rise Kinostart in Deutschland?

Evil Dead Rise hatte 2023 seinen Kinostart – zunächst als Streaming-Produktion für HBO Max entwickelt, wurde der Film dann weltweit für die Kinoleinwand freigegeben.

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