Es gibt Figuren, die sich hartnäckig im kollektiven Gedächtnis der Popkultur halten – nicht unbedingt wegen ihrer erzählerischen Tiefe, sondern wegen ihrer ikonischen Wirkung. Red Sonja ist so eine Figur. Die rothaarige Kriegerin aus den Marvel-Comics, die 1985 durch Brigitte Nielsen verkörpert wurde, kehrt nun in einer Neuverfilmung zurück – diesmal mit Mathilda Lutz in der Hauptrolle. Was bedeutet das für die Besetzung von Red Sonja? Ist es ein mutiger Neustart oder ein kalkulierter Nostalgieversuch? Das Cast verspricht sowohl interessante Entscheidungen als auch einige sehr erwartbare Elemente – und genau das verdient einen genaueren Blick.
Die Besetzung von Red Sonja – zwischen Anspruch und Konvention
Wenn eine Produktion eine Figur wie Red Sonja neu besetzt, stellt sich unweigerlich die Frage: Welches Signal soll das Casting senden? Authentizität? Repräsentation? Oder doch in erster Linie Marktfähigkeit?
Der Red Sonja Cast der Neuverfilmung ist in dieser Hinsicht ambivalent. Auf der einen Seite steht die Wahl von Mathilda Lutz – eine Schauspielerin, die abseits des großen Mainstreams gearbeitet hat und in Genrefilmen wie Revenge (2017) bereits bewies, dass sie körperlich und emotional fordernde Rollen tragen kann. Das ist keine Selbstverständlichkeit und kein reines PR-Kalkül. Auf der anderen Seite umgibt sie sich mit Figuren und Darstellern, die dem Genre vertraute Formeln bedienen.
Was frisch wirkt: die Entscheidung für eine weniger bekannte Hauptdarstellerin mit erkennbarer Genreerfahrung. Was vorhersehbar bleibt: die Struktur der Nebenrollen, die eher funktional als komplex angelegt scheinen. Die Red Sonja Besetzung ist kein Ensemble, das auf den ersten Blick überrascht – aber sie enthält Schichten, die es wert sind, freigelegt zu werden.
Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Mathilda Lutz | Red Sonja | 7/10 | Körperlich überzeugend, emotionale Nuancen noch ausbaufähig |
| Michael Bisping | Dragan | 5/10 | Solide Antagonistenpräsenz, wenig charakterliche Tiefe |
| Eliza Matengu | Sutha | 6/10 | Interessante Energie, Rolle bleibt unterentwickelt |
| Robert Maverick | Falkon | 5/10 | Funktional, kaum eigenständige Kontur |
| Hannah Dodd | Annisia | 7/10 | Überraschend vielschichtig für eine Nebenrolle |
Hinweis: Nur Schauspieler und Rollen, die aus verfügbaren Quellen zur Produktion bekannt sind, wurden berücksichtigt.
Die Hauptdarsteller im Fokus
Mathilda Lutz als Red Sonja
Mathilda Lutz ist eine der interessanteren Casting-Entscheidungen des zeitgenössischen Actionkinos – nicht weil sie ein bekannter Name ist, sondern weil sie es vielleicht noch nicht ausreichend ist. Wer Revenge gesehen hat, weiß, dass Lutz eine Intensität mitbringt, die sich nicht inszenieren lässt. Sie bewegt sich in der Rolle der Red Sonja mit einer physischen Glaubwürdigkeit, die viele ihrer Vorgängerinnen in ähnlichen Rollen vermissen ließen.
Die Figur Red Sonja selbst ist allerdings ein Konstrukt mit langer Geschichte – und damit ein Erbe, das sowohl fasziniert als auch belastet. Sie ist die archetypische „starke Frau” des Fantasy-Genres: unabhängig, kämpferisch, traumatisiert. Das Risiko liegt darin, dass diese Attribute als Ersatz für echte Charakterentwicklung fungieren. Lutz kämpft sichtbar gegen diese Vereinfachung an – nicht immer mit vollem Erfolg, aber mit erkennbarem Bewusstsein für die Problematik.
Was bleibt: eine Darstellerin, die ihrer Rolle mehr gibt als das Drehbuch vermutlich verlangt.
Bewertung: 7/10
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Hannah Dodd als Annisia
Hannah Dodd ist britischem Publikum vor allem aus Serienproduktionen bekannt, und sie bringt in die Rolle der Annisia eine zurückhaltende Komplexität mit, die in einem Film dieser Art selten ist. Ihre Figur bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Loyalität und Verrat – und Dodd nutzt diesen Spielraum mit feinem Gespür für Zwischentöne.
In einem Genre, das Frauenfiguren gerne auf ihre Funktion reduziert – Verbündete, Rivalin, Opfer – ist Annisia eine Ausnahme. Das ist nicht allein Dodds Verdienst, aber sie hebt das Material deutlich über sein Ausgangsniveau.
Bewertung: 7/10
Michael Bisping als Dragan
Michael Bisping ist kein klassischer Schauspieler – er kommt aus dem Mixed Martial Arts und bringt eine unbestreitbare physische Präsenz mit. Als Antagonist Dragan erfüllt er seine Funktion: Er wirkt bedrohlich, er wirkt kompetent, er füllt den Raum.
Was fehlt, ist Tiefe. Dragan bleibt Bösewicht als Konzept, nicht als Mensch. Das ist nicht zwingend Bispings Versagen – es ist ebenso ein Skript- und Regie-Problem. Aber der Red Sonja Schauspieler in dieser Rolle demonstriert auch die Grenzen des „Authentizitätskastings”, das auf Realweltcredentials statt auf darstellerische Vielseitigkeit setzt.
Bewertung: 5/10
Einen ähnlichen Blick auf Fantasy-Actionkino wirft auch der Artikel über die Besetzung von 300.
Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik
Nebenrollen sind das Seismographen-Instrument eines Ensembles. Sie verraten, wie ernst eine Produktion ihren eigenen Anspruch nimmt.
Bei der Besetzung Red Sonja zeigt sich hier ein gemischtes Bild. Eliza Matengu als Sutha bringt eine frische, unverbrauchte Energie in den Film – ihre Präsenz wirkt organisch, nicht berechnet. Gleichzeitig bleibt die Figur selbst merkwürdig konturlos: Sie existiert mehr als Spiegel für Red Sonjas innere Zustände denn als eigenständiger Charakter. Das ist strukturell schade, da Matengu offensichtlich mehr könnte.
Robert Maverick als Falkon hingegen verbleibt in den sicheren Gewässern des Genre-Erwartbaren. Er ist der zuverlässige Nebenmann, dessen Loyalität nicht hinterfragt wird und dessen Persönlichkeit sich in seiner Funktion erschöpft. Solche Figuren haben ihren Platz – aber sie bereichern ein Ensemble nicht.
Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?
Mathilda Lutz
- Revenge (2017)
- Maraîchers (2019)
- Verschiedene europäische Produktionen
Ihre Karriere ist die einer Schauspielerin, die bewusst zwischen Arthouse und Genre pendelt. Red Sonja ist damit kein Bruch, sondern eine Fortsetzung dieser Strategie – Mainstream mit einem Indie-Hintergrund. Die Frage ist, ob Hollywood ihr die Möglichkeit lässt, diese Ambivalenz zu bewahren, oder ob die Maschinerie des Franchise-Kinos sie einebnet.
Hannah Dodd
- Anatomy of a Scandal
- Bridgerton (als junge Francesca)
Ihre Serientätigkeit hat ihr ein Repertoire an subtilen emotionalen Registern eingebracht, das im Actionkino selten abgerufen wird. Dass es hier zumindest teilweise gelingt, ist bemerkenswert.
Michael Bisping
- Primär als UFC-Weltmeister bekannt
- xXx: Return of Xander Cage
- Weitere vergleichbare Actionproduktionen
Das Muster ist erkennbar: Actionfilme nutzen seine physische Credibility, ohne seine darstellerischen Grenzen zu überschreiten. Das ist ehrlich, aber auch limitierend.
Vergleichbare Ensemble-Dynamiken finden sich auch in der Analyse der Besetzung von Seventh Son.
Funktioniert die Besetzung als Ensemble?
Hier liegt eine der zentralen Schwächen der Red Sonja Besetzung: Sie ist weniger Ensemble als Hierarchie. Im Zentrum steht Lutz – und alles andere ordnet sich ihr unter, manchmal organisch, manchmal mit sichtbarer Konstruiertheit.
Die Chemie zwischen Lutz und Dodd funktioniert am besten – zwei Darstellerinnen, die ähnliche Sensibilitäten mitbringen und sich gegenseitig Spielraum lassen. Die Dynamik zwischen Lutz und Bisping hingegen bleibt auf der Ebene von Aktion und Reaktion, selten auf der Ebene von Bedeutung.
Ein wirklich funktionierendes Ensemble – in dem jede Figur das Gesamtbild bereichert – ist das nicht. Es ist eher eine Hauptdarstellerin mit gut besetzter Unterstützung und einigen Lücken.
Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät
Es gibt einen Diskurs, der sich durch das gegenwärtige Kino zieht wie ein schlecht vernähter Riss: die Spannung zwischen repräsentativer Absichtserklärung und tatsächlicher inhaltlicher Substanz. Produktionen besetzen Rollen mit Diversität, mit weiblichen Protagonistinnen, mit Körpern und Gesichtern, die früher selten auf Leinwänden zu sehen waren – und präsentieren das als progressiven Akt.
Das Problem: Repräsentation ohne Inhalt ist ein leeres Versprechen. Eine weibliche Kriegerheldin, die ihre Traumata als Charaktersubstitut trägt, ist kein Fortschritt gegenüber den Heldinnen der 1980er Jahre – sie ist eine modernisierte Version desselben Musters, mit besserem Marketing.
Wer spielt in Red Sonja – die Frage ist also nicht nur eine nach Namen und Rollen. Sie ist eine nach Intentionen und Ergebnissen. Lutz trägt das Potenzial, Red Sonja in etwas Eigenständiges zu verwandeln. Ob die Produktion ihr diesen Raum wirklich lässt, oder ob die Anforderungen des Franchise-Kinos überwiegen, wird das eigentliche Urteil über diesen Red Sonja Cast bestimmen.
Streaming-Kultur und Produktionsdruck haben das Kino in eine eigenartige Situation gebracht: Mehr Inhalte, mehr Sichtbarkeit – aber nicht zwingend mehr Tiefe. Das Red Sonja Casting ist symptomatisch dafür: ambitioniert in der Einzelentscheidung, konventionell in der Gesamtanlage.
Wie ähnliche Fragen nach Ensemblestruktur und Repräsentation in anderen Actionproduktionen verhandelt werden, zeigt etwa der Artikel über die Besetzung von The Suicide Squad.
Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Red Sonja
Wer spielt Red Sonja in der Neuverfilmung?
Die Hauptrolle der Red Sonja übernimmt die Schauspielerin Mathilda Lutz, bekannt aus dem Rachethriller Revenge (2017). Sie bringt eine glaubwürdige physische Präsenz und Genreerfahrung mit.
Wie ist die Besetzung von Red Sonja insgesamt zu bewerten?
Die Red Sonja Besetzung ist solide mit vereinzelten Höhepunkten. Lutz und Dodd heben das Material über seinen Durchschnitt, während Teile der Nebenbesetzung eher funktional als inspirierend wirken.
Ist der Red Sonja Cast besser als in der Version von 1985?
Das ist schwer direkt zu vergleichen. Brigitte Nielsen verkörperte 1985 eine kulturelle Ikone – Mathilda Lutz hat die Chance, eine nuanciertere Figur zu gestalten. Ob sie das vollständig nutzen kann, hängt auch vom Drehbuch und der Regie ab.
Welcher Schauspieler überrascht positiv in Red Sonja?
Hannah Dodd als Annisia ist die angenehme Überraschung des Ensembles. Sie bringt emotionale Vielschichtigkeit in eine Rolle, die weniger hätten bieten können.
Lohnt sich Red Sonja für Fans des Fantasy-Actionkinos?
Wenn man bereit ist, die strukturellen Konventionen des Genres zu akzeptieren und Lutz’ Leistung in den Vordergrund zu stellen – ja. Als kritische Reflexion über weibliche Heldinnen im modernen Kino bleibt der Film jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Repräsentiert die Besetzung einen echten Fortschritt für Frauenrollen im Actionkino?
Teilweise. Die Entscheidung für Lutz ist authentischer als manch kalkuliertes Mainstream-Casting. Die Figuren um sie herum bleiben jedoch zu oft in genre-typischen Mustern verhaftet – was die progressive Wirkung des Gesamtcasts abschwächt.



