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Besetzung von In with the Devil

Besetzung von In with the Devil

Es gibt Serien, die sich von Anfang an mit einem bestimmten Versprechen präsentieren: das Versprechen von Authentizität, von psychologischer Tiefe, von Charakteren, die mehr sind als bloße Funktionsträger einer Handlung. In with the Devil – bekannt auch unter dem Titel Black Bird – gehört zu jenen Produktionen, die dieses Versprechen zumindest teilweise einlösen. Die Apple TV+-Miniserie aus dem Jahr 2022, basierend auf dem autobiografischen Buch von James Keene, erzählt die Geschichte eines verurteilten Drogenhändlers, der im Auftrag des FBI in eine psychiatrische Hochsicherheitsanstalt eingeschleust wird, um ein Geständnis von einem mutmaßlichen Serienmörder zu erlangen. Eine Geschichte über Manipulation, Macht und die gefährliche Grauzone zwischen Gut und Böse – und damit ein Stoff, der ein außergewöhnliches Ensemble fordert.

Die Besetzung von In with the Devil ist auf den ersten Blick durchaus imposant. Auf den zweiten Blick zeigen sich jedoch Risse – zwischen dem, was der Cast leisten könnte, und dem, was das Drehbuch letztlich von ihm verlangt. Eine kritische Bestandsaufnahme.

Die Besetzung von In with the Devil – zwischen Anspruch und Konvention

Wer sich die In with the Devil Besetzung genauer ansieht, erkennt schnell: Hier wurde bewusst auf etablierte Namen gesetzt. Das ist weder überraschend noch per se problematisch – aber es wirft Fragen auf. Denn ein Cast, der aus arrivierten Hollywood-Größen besteht, trägt immer auch das Risiko mit sich, bekannte Gesichter in bekannte Muster zu pressen.

Taron Egerton und Paul Walter Hauser bilden das Zentrum der Serie – und das ist eine Entscheidung, die sich als mutig und klug zugleich erweist. Egerton, der britische Charmebolzen aus Rocketman und den Kingsman-Filmen, wird hier gegen seinen üblichen Typus besetzt: kein charismatischer Held, sondern ein ambivalenter Antiheld mit dunklem Hintergrund. Das ist zumindest auf dem Papier ein interessanter Bruch.

Was jedoch auffällt: Die weiblichen Rollen in der Serie bleiben merkwürdig randständig. Das ist nicht allein ein Casting-Problem, aber die In with the Devil Schauspieler in diesen Rollen tragen wenig dazu bei, dieses strukturelle Defizit zu überwinden. Hier hätte man mit mutigeren Besetzungsentscheidungen gegensteuern können.

Positiv überrascht hat dagegen Paul Walter Hauser – ein Schauspieler, der im amerikanischen Mainstream lange unterschätzt wurde. Seine Besetzung als Larry Hall ist vielleicht die interessanteste und konsequenteste Entscheidung des gesamten Casts.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Black Mass.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Taron Egerton Jimmy Keene 7/10 Überzeugend gegen den Typus besetzt; zeigt emotionale Bandbreite, bleibt aber gelegentlich an der Oberfläche
Paul Walter Hauser Larry Hall 9/10 Beunruhigend authentisch; eine der stärksten Leistungen der Serie
Ray Liotta Big Jim Keene 7/10 Nuanciert und berührend in seiner letzten großen Rolle; Vater-Sohn-Dynamik funktioniert
Sepideh Moafi Lauren McCauley 5/10 Kompetent, aber die Rolle bleibt strukturell unterentwickelt
Greg Kinnear Brian Miller 6/10 Solide, ohne besondere Tiefe; klassischer Nebenmann-Part

Die Hauptdarsteller im Fokus

Taron Egerton als Jimmy Keene

Jimmy Keene ist eine Figur, die sich nicht einfach sympathisch machen lässt – und das ist gut so. Ein Mann, der durch sein kriminelles Umfeld tief verstrickt ist, der aber gleichzeitig durch seinen Vater ein moralisches Fundament besitzt, das ihn nicht vollständig fallen lässt. Egerton navigiert diese Ambivalenz mit spürbarer Sorgfalt. Er weiß, dass Keene kein Held ist, und er lässt das durchscheinen – in kleinen Gesten, in Momenten der Zögerlichkeit, in einer gewissen körperlichen Anspannung, die er durch die gesamte Serie trägt.

Was ihn gelegentlich zurückhält, ist sein naturgegebenes Charisma. Egerton ist ein Schauspieler, dem die Sympathie des Publikums fast automatisch zufällt – was die Dunkelheit der Figur zuweilen abschwächt. Man glaubt ihm den Manipulator, aber man glaubt ihm weniger den Menschen, der wirklich verloren sein könnte.

Dennoch: Im direkten Kräftemessen mit Hauser hält er stand, und das ist keine Selbstverständlichkeit.

Bewertung: 7/10

Paul Walter Hauser als Larry Hall

Wenn man über die In with the Devil Rollen spricht, muss man bei Larry Hall beginnen – und enden. Paul Walter Hauser liefert eine Leistung, die unter die Haut geht. Hall ist ein mutmaßlicher Serienmörder, der in der psychiatrischen Anstalt sitzt und dessen Schuld nie vollständig bewiesen ist. Er ist infantil und bedrohlich zugleich, charmelos und doch auf verstörende Weise faszinierend.

Hauser arbeitet mit kleinen Mitteln: einem flatternden Blick, einer leicht zu tiefen Stimme, einem Lächeln, das nie ganz warm wird. Er macht Hall nicht zum Monster im klassischen Sinne – und das ist das Entscheidende. Die Figur bleibt undurchdringlich, rätselhaft, menschlich genug, um nicht als Klischee zu funktionieren, und fremd genug, um wirklich zu beunruhigen.

Diese Besetzungsentscheidung ist der stärkste Beweis dafür, dass die Macher der Serie bereit waren, Risiken einzugehen. Hauser ist kein großer Name – oder war es jedenfalls nicht in dem Maße, wie er es nach dieser Rolle verdient hätte.

Bewertung: 9/10

Einen ähnlich präzisen Blick auf Nebenrollen und Hauptbesetzung bietet auch der Artikel über die Besetzung von The Outsider.

Ray Liotta als Big Jim Keene

Ray Liotta war bekannt für seine Rollen als harte, oft gefährliche Männer – von Goodfellas bis zu unzähligen Gangsterfilmen. Dass er hier als liebevoller, gebrochener Vater besetzt wurde, ist ein stilles Gegenprogramm zu seiner eigenen filmografischen Geschichte. Und es funktioniert.

Big Jim Keene ist eine Figur, die von ihrer Vergangenheit eingeholt wird und die dennoch versucht, ihrem Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen. Liotta spielt das mit einer Würde und Verletzlichkeit, die berührt – umso mehr, wenn man weiß, dass dies eine seiner letzten großen Rollen war. Er starb im Mai 2022, kurz bevor die Serie erschien.

Es wäre falsch, seine Leistung allein durch die Linse dieser Trauer zu betrachten. Aber es ist schwer, sie davon zu trennen. Was bleibt, ist ein Schauspieler, der in einer Nebenrolle mehr Tiefe entfaltet als manche Hauptdarsteller in ganzen Staffeln.

Bewertung: 7/10

Sepideh Moafi als Lauren McCauley

Sepideh Moafi ist eine Schauspielerin mit unbestreitbarer Präsenz – bekannt aus The Deuce und For Life. Dass sie hier als FBI-Agentin Lauren McCauley besetzt wurde, war potenziell interessant: eine Frau in einer institutionell männlich geprägten Struktur, die die eigentliche Drahtzieherin der riskanten Undercover-Operation ist.

Das Problem ist nicht Moafi – es ist, was die Serie mit dieser Figur macht. McCauley bleibt funktional. Sie gibt Anweisungen, sie zweifelt manchmal, sie hat ein Privatleben, das angedeutet, aber nie wirklich exploriert wird. Als In with the Devil Schauspielerin in dieser Rolle liefert Moafi alles ab, was das Drehbuch von ihr verlangt. Aber das Drehbuch verlangt zu wenig.

Hier zeigt sich eine strukturelle Schwäche, die über das Casting hinausgeht: Die Serie traut weiblichen Figuren selten zu, den Raum wirklich zu füllen, der ihnen zusteht.

Bewertung: 5/10

Greg Kinnear als Brian Miller

Greg Kinnear ist ein verlässlicher Schauspieler, der es versteht, sympathische Durchschnittsmänner zu spielen – und das tut er auch hier. Als FBI-Agent Brian Miller repräsentiert er die institutionelle Logik der Operation: pragmatisch, leicht zynisch, aber grundsätzlich von guten Absichten geleitet.

Es ist eine saubere Leistung ohne echte Ausreißer nach oben oder unten. Kinnear macht seinen Job, aber die Rolle gibt ihm wenig Raum, um zu überraschen.

Bewertung: 6/10

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Die Nebenrollen in In with the Devil erfüllen ihren narrativen Zweck – mehr aber auch nicht. Die Mitgefangenen in der psychiatrischen Anstalt schaffen eine Atmosphäre der latenten Bedrohung und tragen dazu bei, die klaustrophobische Stimmung der Serie zu verdichten. Einzelne Figuren bleiben jedoch schemenhaft, kaum mehr als Kulissenelemente.

Was die Serie in diesem Bereich versäumt, ist das Potenzial, die Anstalt selbst als sozialen Raum zu nutzen – als Ort, der Fragen über das Strafsystem, über psychische Erkrankungen und institutionelle Gewalt aufwirft. Stattdessen dient die Umgebung primär als Spannungsfolie für die Beziehung zwischen Keene und Hall.

Das ist dramaturgisch effektiv, aber analytisch etwas enttäuschend. Eine Serie, die den Anspruch erhebt, auf wahren Ereignissen zu basieren, könnte mehr aus dem Setting herausholen.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

  • Taron Egerton hat in seiner Karriere eine bemerkenswerte Bandbreite bewiesen: vom Agentenfilm (Kingsman) über das Musikbiopic (Rocketman) bis hin zu dieser psychologischen Thrillerserie. In with the Devil ist ein weiterer Schritt in Richtung eines ernsthafteren, dunkleren Schaffens – aber Egerton läuft noch Gefahr, als „der smarte Charmebolzen” typecastet zu werden, auch wenn er gegen diesen Typus spielt.
  • Paul Walter Hauser war vor dieser Serie vor allem durch Nebenrollen bekannt – etwa in I, Tonya und Richard Jewell, beide Male als Figuren am gesellschaftlichen Rand. Larry Hall ist eine Fortsetzung dieser Linie, aber auf einem qualitativ anderen Niveau. Es ist eine Rolle, die seine Karriere tatsächlich verschoben hat.
  • Ray Liotta hatte zuletzt vermehrt kleinere Rollen in Produktionen übernommen, die seiner Klasse nicht immer würdig waren. Big Jim Keene war eine späte, würdige Rückkehr zu echter emotionaler Arbeit.

Auch die Besetzung von Departed – Unter Feinden bietet einen lohnenswerten Vergleich für Fans kriminaldramatischer Ensembles mit ähnlicher Charaktertiefe.

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Das Ensemble von In with the Devil funktioniert in seinem Kern sehr gut – aber dieser Kern ist eng. Die eigentliche Stärke liegt in der Zweierkonstellation Egerton/Hauser: Die Szenen zwischen Jimmy Keene und Larry Hall sind der dramaturgische Motor der Serie, und beide Schauspieler erzeugen eine Spannung, die sich organisch und nie kalkuliert anfühlt.

Die Chemie zwischen Egerton und Liotta – also Sohn und Vater – ist ebenfalls tragfähig und emotional ehrlich. Es sind Szenen, in denen man spürt, dass beide Darsteller wirklich etwas riskieren.

Was weniger funktioniert, ist die Einbindung der FBI-Figuren in das emotionale Gefüge der Serie. Moafi und Kinnear bleiben narrativ notwendig, aber relational peripher. Das schwächt das Ensemble als Ganzes.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Die Besetzung von In with the Devil ist symptomatisch für eine bestimmte Art von Streaming-Produktion: ambitioniert, gut finanziert, mit echtem künstlerischen Willen – aber auch eingebettet in strukturelle Konventionen, die schwer aufzubrechen sind.

Apple TV+ hat mit dieser Serie ein Statement gesetzt: Prestige-Fernsehen, das an Filmqualität heranreicht. Die Besetzung mit Egerton und Liotta signalisiert Seriosität. Und doch zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass der Mut zum wirklichen Risiko dort endet, wo die Kernerzählung beginnt. Die Geschichte dreht sich um zwei Männer – und das Ensemble ist entsprechend kalibriert.

Das ist kein Vorwurf an einzelne Schauspielerinnen oder Schauspieler. Es ist eine Beobachtung darüber, wie Casting-Entscheidungen oft weniger künstlerischer als strategischer Natur sind: Wer zieht Klicks? Wer bringt Prestige? Wer fühlt sich „safe” an?

In diesem Sinne ist die In with the Devil Besetzung eine ehrliche Reflexion des gegenwärtigen Streamings: mutig, wo es sich leisten kann, mutig zu sein – und vorsichtig, wo es nicht muss.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von In with the Devil

Wer spielt die Hauptrolle in In with the Devil?

Taron Egerton spielt Jimmy Keene, einen verurteilten Drogenhändler, der für das FBI undercover in einer psychiatrischen Hochsicherheitsanstalt arbeitet. Er liefert eine differenzierte Leistung, die ihn bewusst gegen seinen üblichen Typus positioniert.

Wer spielt Larry Hall in In with the Devil?

Larry Hall wird von Paul Walter Hauser gespielt – und das ist die stärkste Besetzungsentscheidung der Serie. Hauser spielt den mutmaßlichen Serienmörder mit einer beunruhigenden Präzision, die weit über das übliche Thrillerklischee hinausgeht.

Welche Rolle hatte Ray Liotta in der Serie?

Ray Liotta spielte Big Jim Keene, den Vater des Protagonisten. Es war eine seiner letzten Rollen vor seinem Tod im Mai 2022 – und eine der emotionalsten Leistungen der Serie.

Ist die Besetzung insgesamt sehenswert?

Ja, besonders das Duo Egerton/Hauser trägt die Serie. Wer an psychologischen Charakterstudien interessiert ist, wird hier gut unterhalten – trotz struktureller Schwächen bei den weiblichen Nebenrollen.

Lohnt es sich, In with the Devil zu schauen?

Für Fans sorgfältig produzierter Thrillerstoffe: ja. Die Serie ist keine leichte Unterhaltung, aber sie stellt Fragen, die über das Genre hinausgehen – über Schuld, Wahrheit und institutionelle Macht. Der Cast trägt dabei mehr als nur die Handlung: Er gibt diesen Fragen ein Gesicht.

Wird die Serie dem Anspruch eines True-Crime-Dramas gerecht?

Größtenteils ja. Gerade Paul Walter Hausers Darstellung von Larry Hall verleiht der Serie eine Glaubwürdigkeit, die viele True-Crime-Produktionen verfehlen. Weniger überzeugend ist, wie die Serie das institutionelle Umfeld und die weiblichen Figuren behandelt – hier bleibt sie hinter ihrem eigenen Anspruch zurück.

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