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Besetzung von Black Mass

Besetzung von Black Mass

Es gibt Filme, die von ihrer Besetzung leben – und solche, bei denen man sich fragt, ob das Casting eher dem Marketingkalkül als dem künstlerischen Anspruch folgte. Black Mass, Scott Coopers Gangster-Biografie aus dem Jahr 2015, bewegt sich irgendwo dazwischen. Der Film erzählt die Geschichte von James „Whitey” Bulger, einem der berüchtigtsten Gangster Bostons, der über Jahrzehnte das organisierte Verbrechen in Massachusetts kontrollierte – mit tatkräftiger Unterstützung des FBI. Es ist ein Stoff, der Substanz verdient. Ob die Besetzung von Black Mass dieser Substanz gerecht wird, ist eine Frage, die sich lohnt, genauer zu stellen.

Der Originaltitel verweist auf eine dunkle Messe – und tatsächlich zelebriert der Film eine Art Heiligenverehrung des Bösen. Das ist ästhetisch interessant, wirft aber auch Fragen auf: Wem geben wir hier eine Bühne? Und welche Rollen bleiben dabei im Schatten?

Die Besetzung von Black Mass – zwischen Anspruch und Konvention

Die Besetzung von Black Mass liest sich wie ein Who’s Who des zeitgenössischen amerikanischen Kinos: Johnny Depp, Benedict Cumberbatch, Joel Edgerton, Dakota Johnson, Kevin Bacon, Peter Sarsgaard, Jesse Plemons, Corey Cochrane, Juno Temple, Corey Stoll, Adam Scott, Julianne Nicholson. Ein Ensemble, das auf dem Papier beeindruckend wirkt – und im Kino durchaus interessante Momente produziert, ohne jedoch durchgehend zu überzeugen.

Was auffällt: Der Cast ist dominant männlich, die weiblichen Rollen strukturell marginalisiert. Das mag der historischen Realität entsprechen – und doch wäre es naiv, das unkritisch hinzunehmen. Gerade in einem Film, der Macht, Loyalität und moralischen Verfall thematisiert, hätte eine nuanciertere Darstellung der Frauen im Umfeld Bulgers mehr Tiefe erzeugt.

Positiv überraschend ist die Rückkehr von Johnny Depp zu einer Rolle, die echtes schauspielerisches Handwerk erfordert. Weniger überzeugend ist die Art, wie einige Figuren konstruiert wirken – als dramaturgische Platzhalter statt als Menschen aus Fleisch und Blut. Das Drehbuch, verfasst von Mark Mallouk und Jez Butterworth, setzt klare Grenzen, innerhalb derer selbst gute Schauspieler wenig Spielraum haben. Regisseur Scott Cooper inszeniert mit Ernsthaftigkeit – aber auch mit einer gewissen Schwere, die gelegentlich erdrückt.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Johnny Depp James „Whitey” Bulger 8/10 Physisch und psychologisch transformativ – seine beste Arbeit seit Jahren
Joel Edgerton John Connolly 7/10 Komplex und mehrdeutig, trägt den moralischen Kern des Films
Benedict Cumberbatch Billy Bulger 5/10 Solide, aber unterentwickelt – das Potenzial dieser Figur bleibt ungenutzt
Dakota Johnson Lindsey Cyr 5/10 Emotional präsent, doch die Rolle selbst bietet zu wenig Substanz
Kevin Bacon Charles McGuire 5/10 Routiniert, funktional – nicht mehr, nicht weniger
Peter Sarsgaard Brian Halloran 6/10 Kurz, aber eindrücklich – ein nervöses Energiebündel
Jesse Plemons Kevin Weeks 6/10 Überzeugend in der Loyalitätsdynamik, hätte mehr Raum verdient
Rory Cochrane Steve Flemmi 6/10 Bedrohlich ruhig – eine unterschätzte Präsenz
Juno Temple Deborah Hussey 5/10 Tragisch im Ansatz, aber narrativ vernachlässigt
Corey Stoll Fred Wyshak 5/10 Funktional als institutionelles Korrektiv, wenig Charaktertiefe
Adam Scott Robert Fitzpatrick 5/10 Zu wenig Screentime für eine inhaltlich relevante Figur
Julianne Nicholson Marianne Connolly 6/10 Einer der subtil stärksten Momente des Films – unbehaglich authentisch

Wer sich für ähnlich besetzte Gangsterfilme interessiert, findet in der Besetzung von Departed – Unter Feinden ein lohnendes Vergleichsobjekt – ein Film, der sein Ensemble substanziell vielschichtiger nutzt.

Die Hauptdarsteller im Fokus

Johnny Depp als James „Whitey” Bulger

Reden wir über das Offensichtliche: Die Besetzung von Black Mass steht und fällt mit Johnny Depp. Und ja – er liefert. Unter Prothesen-Make-up und Kontaktlinsen entwickelt Depp eine Figur, die gleichermaßen kalt und charismatisch ist. Whitey Bulger ist kein Cartoon-Bösewicht; er ist ein Mensch mit Logik, Überzeugungen und erschreckender Konsequenz. Depp versteht das und hält die Balance zwischen dem Monsterhaften und dem Menschlichen – ohne in Selbstparodie abzugleiten, was angesichts seiner jüngeren Filmografie keine Selbstverständlichkeit ist.

Was die Darstellung trotzdem einschränkt: Der Film romantisiert seinen Protagonisten punktuell. Die Szenen mit Bulgers Sohn suggerieren eine menschliche Tiefe, die narrativ aber nicht weiter ausgearbeitet wird. Das ist weniger Depps Fehler als ein strukturelles Problem des Drehbuchs.

Bewertung: 8/10

Joel Edgerton als John Connolly

Joel Edgerton trägt in Black Mass eine der komplexeren Bürden: Er spielt einen FBI-Agenten, der Bulger deckt – aus Loyalität, Eigeninteresse, Naivität, wer weiß. Edgerton gibt Connolly eine nervöse Eitelkeit, die gleichzeitig abstoßend und verständlich ist. Man beobachtet eine Figur, die sich in ihre eigenen Lügen einrichtet wie in eine zu enge Wohnung. Das ist gutes Schauspiel – glaubhaft, geerdet, ohne großes Aufhebens.

Connolly ist letztlich die moralisch interessanteste Figur des Films, weil er kein Gangster ist – er ist jemand, der hätte anders wählen können. Edgerton nutzt diesen Spielraum.

Bewertung: 7/10

Benedict Cumberbatch als Billy Bulger

Hier liegt eine der verpassten Chancen der Besetzung von Black Mass. Benedict Cumberbatch spielt Billy Bulger, den Bruder des Gangsters und respektierten Politiker – eine Figur, deren Doppelmoral geradezu nach dramatischer Entfaltung schreit. Cumberbatch ist ein Schauspieler mit nachgewiesener Bandbreite; was er hier abliefern darf, ist leider zu wenig. Die Figur erscheint in einigen Szenen, wirft implizite Fragen auf und verschwindet wieder, ohne dass das Drehbuch die Spannung zwischen den Brüdern wirklich auskostet.

Das ist schade – und symptomatisch für einen Film, der lieber auf Atmosphäre als auf Charakterkomplexität setzt.

Bewertung: 5/10

Dakota Johnson als Lindsey Cyr

Dakota Johnson spielt Lindsey Cyr, Bulgers frühere Partnerin und Mutter seines Sohnes. Die Rolle ist emotional besetzt – und Johnson gibt ihr in einzelnen Momenten echte Wärme. Gleichzeitig ist diese Figur symptomatisch für das Repräsentationsproblem des Films: Frauen existieren hier primär in Relation zu den männlichen Protagonisten, als emotionale Spiegel oder Opfer von Gewalt. Dass Johnson daraus noch etwas macht, ist ihr Verdienst. Dass die Rolle strukturell so begrenzt ist, ist eine Frage der Prioritäten im Drehbuch.

Bewertung: 5/10

Einen anderen Umgang mit weiblichen Rollen in einem Actionensemble beleuchtet der Artikel zur Besetzung von Bad Boys for Life – ein interessanter Kontrast in der Frage, wie Genre und Repräsentation zusammenwirken.

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Die Nebenbesetzung von Black Mass ist dicht und professionell – was nicht automatisch bedeutet, dass sie der Geschichte nutzt. Kevin Bacon als FBI-Supervisor Charles McGuire wirkt routiniert und vertrauenswürdig, ohne wirklich zu überraschen. Er ist das institutionelle Gewissen des Films – und entsprechend blass.

Interessanter sind die Figuren aus Bulgers direktem Umfeld: Rory Cochrane als Steve Flemmi entwickelt eine beunruhigende Stille, die sich von Szene zu Szene auflädt. Jesse Plemons als Kevin Weeks bringt eine fast jugendliche Loyalitätsblindheit ein, die mehr über die Mechanismen des Verbrechens erzählt als mancher Monolog. Beide hätten in einem ambitionierteren Skript mehr Raum verdient.

Juno Temple spielt Deborah Hussey – eine Figur, deren tragisches Schicksal im Film fast beiläufig behandelt wird. Das ist die problematischste Stelle der Besetzung von Black Mass: Eine junge Frau stirbt, und die narrative Funktion dieser Figur ist kaum mehr als ein Zeichen für Bulgers Skrupellosigkeit. Temple verdient mehr als das.

Julianne Nicholson als Marianne Connolly – Ehefrau des korrupten FBI-Agenten – ist eine der leisen Überraschungen des Ensembles. In wenigen Szenen vermittelt sie ein Unbehagen, das tiefer sitzt als vieles, was explizit ausgesprochen wird. Ihr stiller Widerstand gegen die Lügen ihres Mannes ist glaubwürdig und unaufdringlich – genau das, was der Film an anderen Stellen vermissen lässt.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Ein Blick auf die Filmografien der zentralen Darsteller ist erhellend – und manchmal ernüchternd.

Johnny Depp

  • Hatte zu diesem Zeitpunkt eine Phase hinter sich, in der er zunehmend auf externe Exzentrik setzte – Piraten, Hutmacher, Fantasiefiguren
  • Black Mass markiert eine Rückkehr zu ernsthaftem Charakterspiel
  • Die Faszination für den Außenseiter, den Unberechenbaren, ist in Depps Werk ein roter Faden

Benedict Cumberbatch

  • Bewegt sich in diesem Film in einem ungewohnten Terrain – und das zeigt
  • Überzeugend in Rollen, die Intelligenz und Kontrolle ausstrahlen; politische Ambiguität innerhalb familiärer Verstrickung ist eine andere Qualität, die hier nicht ausreichend abgerufen wird

Joel Edgerton

  • Entwickelt sich in dieser Phase seiner Karriere konsequent in Richtung moralisch vieldeutiger Charaktere
  • Eine Linie, die von Animal Kingdom über Midnight Special bis hierher nachvollziehbar ist
  • Das ist keine Wiederholung, das ist eine Vertiefung

Dakota Johnson

  • Befand sich 2015 in der Frühphase einer Karriere, die noch nicht klar umrissen war
  • Black Mass zeigt ihr Potenzial – und gleichzeitig die strukturellen Grenzen, die ihr das System auferlegt

Auch in modernen Thriller-Ensembles stellt sich die Frage nach Entwicklung versus Typecasting – ein Thema, das auch die Besetzung von The Gray Man auf interessante Weise berührt.

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Die ehrliche Antwort: teilweise. Die Kernachse zwischen Depp und Edgerton funktioniert – es gibt eine plausible, belastete Verbindung zwischen Bulger und Connolly, die auf einer gemeinsamen Vergangenheit im Viertel South Boston basiert. Diese Chemie ist spürbar und gibt dem Film seinen emotionalen Anker.

Weniger überzeugend ist die Integration des Ensembles als Ganzes. Black Mass neigt dazu, seine Nebenfiguren episodisch einzusetzen – sie tauchen auf, erfüllen eine narrative Funktion und verschwinden. Das erzeugt keine echte Ensembledynamik, sondern eine Abfolge von Szenen, in denen ein Hauptdarsteller von gut besetzten Nebenfiguren umgeben wird.

Der Film fühlt sich deshalb trotz der beeindruckenden Liste an Schauspielern wie ein Soloauftritt von Depp an – mit gelegentlichen Interaktionen auf Augenhöhe, aber ohne das kollektive Gewicht, das ein wirklich starkes Ensemble entwickeln kann. Zum Vergleich: The Departed, ein thematisch verwandter Film mit ähnlichem Boston-Setting, nutzte sein Ensemble substanziell vielschichtiger.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Die Besetzung von Black Mass ist symptomatisch für einen bestimmten Typ von Hollywoodproduktion: gut gemeint, hochkarätig besetzt, und doch spürbar von einem Kalkül geprägt, das über rein künstlerische Überlegungen hinausgeht. Warner Bros. produzierte einen Film, der den Anspruch des seriösen Biopics bedient – und gleichzeitig einen Starnamen wie Johnny Depp als Zugpferd benötigte.

Das ist kein Vorwurf. Das ist ein Strukturmerkmal. Und es erklärt, warum einige Casting-Entscheidungen weniger nach dramaturgischer Notwendigkeit als nach Wiedererkennungswert klingen. Kevin Bacon, Benedict Cumberbatch, Adam Scott – Namen, die auf dem Poster Glaubwürdigkeit erzeugen, ohne dass die Figuren selbst immer ausreichend entwickelt wären.

Spannend in diesem Zusammenhang ist die Frage der Repräsentation: In einer Zeit, in der die Filmindustrie zunehmend für ihre mangelnde Diversität kritisiert wird, ist Black Mass ein Film, der diese Kritik nicht einmal streift. Das Milieu – weißes, irisch-amerikanisches Gangstermilieu in Boston der 70er und 80er Jahre – gibt dem eine historische Legitimation. Aber die Frage, welche Geschichten wir wie erzählen, bleibt: Warum brauchen wir noch einen Film über einen weißen männlichen Gangster, der zum Faszinosum erhoben wird?

Die Antwort liegt nicht im Cast allein – sie liegt in den Entscheidungen, die vor dem ersten Drehtag getroffen wurden.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Black Mass

Wer spielt in Black Mass die Hauptrolle?

Johnny Depp spielt James „Whitey” Bulger, den realen Gangsterboss aus Boston. Er ist die dominierende Präsenz des Films und liefert eine der stärksten Leistungen seiner neueren Karriere – physisch transformiert und psychologisch überzeugend.

Wer spielt den FBI-Agenten John Connolly in Black Mass?

Joel Edgerton spielt John Connolly, den korrupten FBI-Agenten, der Bulger jahrzehntelang schützte. Er ist neben Depp der interessanteste Darsteller des Films – sein Connolly ist komplex, selbstbetrügerisch und letztlich tragisch.

Was spielt Benedict Cumberbatch in Black Mass?

Benedict Cumberbatch spielt Billy Bulger, den Bruder des Gangsters und Politiker. Die Rolle ist leider strukturell unterentwickelt – Cumberbatch kann sein volles Potenzial nicht entfalten.

Lohnt sich Black Mass wegen seiner Besetzung?

Ja – aber mit Einschränkungen. Wer Johnny Depp in einer ernsthaften Charakterrolle sehen möchte, wird nicht enttäuscht. Wer ein dichtes Ensemblespiel à la The Departed erwartet, könnte sich wünschen, dass das Drehbuch den Schauspielern mehr Raum gelassen hätte.

Welche Synchronsprecher wurden für die deutsche Version eingesetzt?

Die deutschen Synchronsprecher sind in der Synchronkartei dokumentiert. Für eine vollständige Übersicht der deutschen Besetzung empfiehlt sich ein Blick auf synchronkartei.de.

Wie ist der deutsche Kinostart und die FSK-Freigabe von Black Mass?

Black Mass kam 2015 in die deutschen Kinos. Der Film ist ab 16 Jahren freigegeben (FSK 16) – was angesichts der Gewaltdarstellungen und der düsteren Thematik nachvollziehbar erscheint.

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