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Besetzung von The Boy

Besetzung von The Boy

Es gibt Horrorfilme, die ihre Spannung aus dem Unbekannten ziehen, und solche, die auf einem einzigen zentralen Gimmick aufgebaut sind. William Brent Bells The Boy aus dem Jahr 2016 gehört zur zweiten Kategorie: Eine junge amerikanische Frau übernimmt als Kinderfrau in einem abgelegenen englischen Herrenhaus die Aufsicht über – eine Puppe. Brahms, so heißt das Porzellanwesen, wird von seinen Eltern behandelt wie ein echtes Kind, und die Nanny soll sich fügen. Das Drehbuch von Stacey Menear legt einen schmalen Grat zwischen psychologischem Kammerspiel und straightem Gruselfilm, und dieser Grat wird zur eigentlichen Bühne für die Besetzung von The Boy. Das Cast ist überschaubar, die Erwartungen an die einzelnen Darsteller entsprechend hoch – und die Ergebnisse? Sowohl interessanter als erwartet als auch an manchen Stellen so vorhersehbar wie das erste Knarren einer alten Holztreppe.

Zwischen Anspruch und Konvention

Wenn man sich die Besetzung von The Boy genauer ansieht, fällt zunächst auf, wie bewusst klein und konzentriert sie gehalten ist. Regisseur William Brent Bell hat mit STXfilms eine Produktion abgeliefert, die mit einem begrenzten Budget und einem ebenso begrenzten Ensemble arbeiten muss. Das ist per se keine Schwäche – Kammerspiele leben von Enge und Intensität. Die Frage ist, ob das vorliegende Cast dieser Intensität gewachsen ist.

Lauren Cohan als Hauptfigur Greta ist zweifellos die strategischste Wahl. Cohan war zu diesem Zeitpunkt durch The Walking Dead einem breiten Publikum bekannt – ein Name, der Publikum bringt, aber auch gewisse Erwartungen mitschleppt. Ergänzt wird sie durch Rupert Evans als Malcolm und Ben Robson als Cole, zwei Männerfiguren, die unterschiedliche Dynamiken in Gretas Leben repräsentieren sollen. Die Heelshires – die exzentrischen Eltern des „Kindes” Brahms – werden von Jim Norton und Diana Hardcastle gespielt, zwei britischen Charakterdarstellern mit solidem Theaterhintergrund.

Was frisch wirkt: Die Entscheidung, keine gesichtslosen Scream-Queen-Mechanismen zu bedienen und stattdessen auf Figurenkonstellation zu setzen. Was vorhersehbar bleibt: Die Rollenverteilung folgt bekannten Mustern – die verletzliche Frau im fremden Land, der freundliche Helfer, der bedrohliche Ex. Das ist nicht unbedingt falsch, aber es ist auch nicht mutig.

Das Sequel Brahms: The Boy II (2020) griff übrigens mit Katie Holmes in der Hauptrolle auf einen ähnlichen Mechanismus zurück: bekannter Name, bewährte Struktur. Aber das ist eine andere Geschichte.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Lauren Cohan Greta Evans 7/10 Solide, präsent, gelegentlich zu sehr auf Reaktionsshots reduziert
Rupert Evans Malcolm 6/10 Sympathisch, aber kaum mit eigenem Profil ausgestattet
Ben Robson Cole 5/10 Funktioniert als Bedrohung, bleibt aber flach
Jim Norton Mr. Heelshire 7/10 Nuancierter als das Drehbuch verlangt – eine angenehme Überraschung
Diana Hardcastle Mrs. Heelshire 7/10 Beherrscht die Ambivalenz zwischen Würde und Wahnsinn
James Russell Brahms (erwachsen) 5/10 Wenig Spielraum, physische Präsenz dominiert

Mehr zum Thema Cast-Analysen ähnlicher Produktionen bietet auch der Artikel über die Besetzung von M3GAN – einem weiteren Horrorfilm, dessen dramatisches Zentrum eine unheimliche künstliche Figur ist.

Die Hauptdarsteller im Fokus

Lauren Cohan als Greta Evans

Lauren Cohan trägt die gesamte Handlung von The Boy auf ihren Schultern – eine Aufgabe, die sie mit solidem handwerklichem Können bewältigt, ohne dabei wirklich zu überraschen. Greta Evans ist eine Amerikanerin auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit (dem gewalttätigen Ex Cole), die in England als Nanny für eine Puppe namens Brahms anheuert. Die Rolle verlangt eine Mischung aus Skepsis, wachsender emotionaler Bindung und letztendlicher Panik.

Cohan gelingt der erste Teil am besten: Ihre Greta bleibt skeptisch-amüsiert, ohne albern zu wirken. Die Szenen, in denen sie beginnt, die Regeln für die Puppe ernstzunehmen, haben eine stille Überzeugungskraft, die vom Drehbuch eigentlich gar nicht vollständig begründet wird. Was weniger überzeugt, ist die emotionale Eskalation im letzten Akt – hier bleibt Cohan zu sehr im Modus des Reagierens, statt eine innere Reise hörbar zu machen. Es ist eine Leistung im soliden Mittelfeld: zu gut für das Genre, zu wenig gefordert für echtes schauspielerisches Risiko.

Die Figur Greta ist interessant konzipiert – eine Frau, die flieht, sich aber nicht versteckt –, doch das Drehbuch von Stacey Menear gibt ihr letztlich zu wenig Raum für wirkliche Charaktertiefe. Was bleibt, ist eine kompetente Genredarstellung einer Schriftstellerin, die mehr aus ihrer Figur hätte machen wollen.

Bewertung: 7/10

Rupert Evans als Malcolm

Rupert Evans spielt Malcolm, den lokalen Lieferanten, der zur Vertrauensperson und potenziellem Romantikinteresse für Greta wird. Er ist das, was man im Genre einen „Safe Harbour”-Charakter nennen könnte: freundlich, zuverlässig, mit einem Geheimnis, das sich als weniger dunkel entpuppt, als die Atmosphäre suggeriert.

Evans spielt diese Funktion mit natürlicher Wärme und ohne zu viel Aufwand – vielleicht sogar mit etwas zu wenig. Die Chemie zwischen Cohan und Evans funktioniert auf einer basalen Ebene des gegenseitigen Vertrauens, entwickelt aber keine eigene dramatische Spannung. Malcolm bleibt ein hilfreicher Begleiter, kein eigenständiger Mensch. Wer er ist, was ihn antreibt, was er außerhalb seiner Rolle in Gretas Story darstellt – das interessiert den Film schlicht nicht.

Das ist symptomatisch für eine Art Casting-Kalkül, die männliche Nebenrollen als Funktionen statt als Figuren entwirft. Evans selbst ist daran nicht schuld; er bringt, was das Skript verlangt, und macht das mit stillem Charme. Aber es ist eine Rolle, die nichts fordert und deshalb auch nichts wirklich gibt.

Bewertung: 6/10

Ben Robson als Cole

Ben Robson als Cole – Gretas gewalttätiger Ex, der in der zweiten Hälfte des Films auftaucht – ist die eindimensionalste Figur im gesamten Cast. Cole ist Bedrohung, nichts weiter. Er hat keine Vergangenheit außer seiner Gewalt, keine Gegenwart außer seiner Bedrohlichkeit, keine Zukunft außer seiner Funktion als Plot-Katalysator.

Robson spielt das mit physischer Präsenz, die durchaus glaubwürdig ist – man nimmt ihm die Gefährlichkeit ab. Aber das reicht nicht, um aus Cole eine Figur zu machen, die über das Klischee des toxischen Ex hinausgeht. Für eine Zeit, in der das Thema häusliche Gewalt zunehmend differenzierter in Film und Fernsehen verhandelt wird, ist Cole eine verpasste Gelegenheit: zu simpel, zu nützlich für die Handlung, zu wenig Mensch.

Das ist kein Versagen Robsons, sondern ein Versagen des Drehbuchs – aber auch des Castings, das einen Darsteller in eine Funktion steckt, ohne ihm schauspielerischen Spielraum zu lassen.

Bewertung: 5/10

Einen ähnlichen Blick auf weibliche Hauptfiguren und ihre männlichen Gegenüber bietet der Artikel über die Besetzung von Eine zauberhafte Nanny 2 – mit durchaus vergleichbaren Überlegungen zur Rollenkonstellation.

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Die eigentlichen Entdeckungen der Besetzung von The Boy sind Jim Norton als Mr. Heelshire und Diana Hardcastle als Mrs. Heelshire. Die beiden britischen Charakterdarsteller erscheinen nur im ersten Akt des Films und müssen in kurzer Zeit eine Exposition leisten, die sowohl absurd als auch zutiefst erschütternd wirkt: Sie glauben ernsthaft, ihre tote Puppe sei ihr Sohn Brahms.

Norton bringt eine erschöpfte Würde in die Rolle, die mehr erzählt als das Drehbuch explizit ausspricht. Sein Mr. Heelshire ist kein wahnsinniger alter Mann – er ist ein Vater, der mit seiner Trauer einen Kompromiss geschlossen hat, den er selbst nicht mehr vollständig durchschaut. Hardcastle wiederum spielt Mrs. Heelshire mit einer kalten, ritualisierten Kontrolle, die gleichzeitig Schutz und Symptom ist. Die Szene, in der sie Greta die Regeln für die Betreuung Brahms’ erklärt, ist eine der besten des Films – nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der Art, wie Hardcastle zwischen Ernst und Erschöpfung navigiert.

Schade, dass beide Figuren so früh aus der Story verschwinden. Hier wäre echte Tiefe möglich gewesen.

James Russell als erwachsener Brahms taucht erst im Finale auf und hat kaum Gelegenheit, mehr als physische Bedrohung zu sein. Das ist eine Casting-Entscheidung, die die Twist-Logik des Films bedient, aber schauspielerisch wenig Raum lässt.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Lauren Cohan hat nach ihrer prägenden Zeit bei The Walking Dead mit The Boy den Versuch unternommen, sich als eigenständige Leinwandpräsenz zu etablieren. Der Film ist interessant in dieser Hinsicht: Cohan spielt erneut eine Frau in einer bedrohlichen Umgebung, die Stärke zeigen muss, gleichzeitig aber verletzlich bleiben soll. Das ist eine bekannte Formel, und man darf sich fragen, ob The Boy ein Schritt in eine neue Richtung war oder einfach dieselbe Richtung in anderem Kostüm.

  • Lauren Cohan: The Walking Dead (Serie), The Boy (2016)
  • Rupert Evans: Hellboy, The Man in the High Castle, The Boy (2016)
  • Jim Norton: Langjährige Theater- und TV-Erfahrung; The Boy (2016)
  • Diana Hardcastle: Langjährige Theater- und TV-Erfahrung; The Boy (2016)

Rupert Evans ist ein solider britischer Schauspieler mit Erfahrung in Genre-Produktionen, der selten die Gelegenheit bekommt, wirklich aus dem Rahmen zu treten. Malcolm ist in dieser Hinsicht eine typische Evans-Rolle: angenehm, glaubwürdig, zu gut für das Material, zu wenig gefordert.

Jim Norton und Diana Hardcastle – beide mit langer Theater- und TV-Erfahrung – sind Beispiele für das, was man „prestige casting in service of genre” nennen könnte: Ihre Präsenz verleiht dem Film eine Würde, die er sich andernfalls nicht verdient hätte. Das ist nicht zynisch gemeint – es ist schlicht ein Mechanismus, den Horrorfilme seit jeher nutzen und der hier ehrlich gesagt funktioniert.

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Die Frage nach dem Ensemble ist bei The Boy eine merkwürdige: Da die Geschichte so konzipiert ist, dass Greta die meiste Zeit weitgehend allein agiert – mit einer Puppe als Gesprächspartner –, gibt es kaum klassische Ensemble-Dynamiken.

Die Szenen zwischen Cohan und Evans haben eine angenehme, unaufgeregte Qualität, die zum ruhigen Mittelteil des Films passt. Sobald jedoch Cole (Robson) auftaucht, kippt das Gleichgewicht ins Schematische: Die drei Figuren verhalten sich weniger wie Menschen als wie Figuren auf einem Spielfeld. Die Chemie zwischen Cohan und Robson funktioniert als Bedrohungskonstellation, aber nicht als menschliche Beziehung.

Das schwächste Glied in der Ensemble-Kette ist die strukturelle Abwesenheit echter Dialektik: Niemand im Cast hat wirklich jemanden, mit dem er oder sie echte Spannung entwickeln kann. Cohan spielt hauptsächlich gegen eine Puppe, Evans ist zu passiv für echte Reibung, Robson zu eindimensional. Das ist kein Versagen des einzelnen Darstellers, sondern ein Strukturproblem des Drehbuchs.

Wie ähnliche Ensemblekonstellationen in einer anderen, aber thematisch verwandten Produktion gelöst wurden, zeigt der Artikel über die Besetzung von About a Boy.

Zwischen Anspruch und Realität – Was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Die Besetzung von The Boy ist ein lehrreiches Beispiel für das, was man den „Genre-Kompromiss” nennen könnte: Man wählt einen bekannten Namen für Zugkraft (Cohan), flankiert ihn mit soliden Charakterdarstellern für Glaubwürdigkeit (Norton, Hardcastle) und füllt den Rest mit funktionalen Typen (Evans, Robson). Das Ergebnis ist ein Cast, der besser ist als der Film, den er trägt – und das ist zugleich sein Verdienst und seine Tragik.

In einer Zeit, in der Streaming-Kultur und Produktionsdruck immer kürzere Entwicklungszyklen erzwingen, ist The Boy symptomatisch: Die Idee ist interessanter als die Ausführung. Das Potenzial für ein ernsthaftes psychologisches Kammerspiel über Trauer, Projektion und emotionale Abhängigkeit ist vorhanden – aber das Genre „Horrorfilm” mit einer Laufzeit von 97 Minuten und einem klar kalkulierten Marktziel lässt wenig Raum für echte Ambiguität.

Repräsentation bleibt ebenfalls ein blinder Fleck: Das Cast ist weitgehend weiß, die Rollenverteilung entlang klassischer Geschlechtergrenzen strukturiert (Frau als emotional Verwundbare, Männer als Helfer oder Bedrohung). Das ist 2016 nicht ungewöhnlich für das Genre – aber es ist auch keine Leistung.

Das Sequel Brahms: The Boy II (2020) mit Katie Holmes wiederholt das Muster, ohne es zu hinterfragen. Was bleibt, ist die Frage, ob das Franchise jemals den Mut gehabt hätte, sein eigenes Potenzial ernst zu nehmen.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt in The Boy die Hauptrolle?

Die Hauptrolle der Greta Evans wird von Lauren Cohan gespielt, bekannt aus der Serie The Walking Dead. Sie ist in nahezu jeder Szene präsent und trägt den Film schauspielerisch.

Wer spielt Brahms in The Boy?

Die erwachsene Version von Brahms wird von James Russell dargestellt, der erst im letzten Akt des Films als physische Figur auftritt. Die Puppe selbst ist natürlich kein Schauspieler – sie ist jedoch das eigentliche dramatische Zentrum des Films.

Wie bewertet man die schauspielerischen Leistungen in The Boy insgesamt?

Das Cast ist überwiegend solide bis gut. Die stärksten Leistungen kommen von Jim Norton und Diana Hardcastle als Elternpaar Heelshire, die in kurzer Zeit komplexe, berührende Figuren zeichnen. Cohan leistet verlässliche Arbeit, bleibt aber hinter ihren Möglichkeiten.

Lohnt sich The Boy trotz einiger schauspielerischer Schwächen?

Wenn man das Genre mag und Interesse an psychologischen Horrorfilmen hat, lohnt sich The Boy als Genreunterhaltung mit guten Momenten. Als ernstes Charakterdrama überzeugt er weniger – das Drehbuch lässt seinen Figuren zu wenig Raum. Für einen entspannten Filmabend mit solidem Cast: durchaus ja.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen The Boy und dem Sequel?

Ja – Brahms: The Boy II (2020) ist eine direkte Fortsetzung, die jedoch mit einem neuen Cast arbeitet. Katie Holmes übernimmt die weibliche Hauptrolle. Das Sequel wiederholt strukturell viele Entscheidungen des ersten Teils, ohne sie wirklich weiterzuentwickeln.

Wer hat Regie bei The Boy geführt?

William Brent Bell führte Regie, nach einem Drehbuch von Stacey Menear. Bell ist vor allem im Horrorgenre aktiv und hat auch Brahms: The Boy II inszeniert.

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