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Besetzung von American Gangster

Besetzung von American Gangster

Es gibt Filme, die man nicht vergisst – und dann gibt es Filme, die man nicht vergessen soll. Ridley Scotts American Gangster aus dem Jahr 2007 gehört zur zweiten Kategorie: ein aufwendig produziertes Crime-Drama von Universal Pictures, das die wahre Geschichte des Harlem-Drogenbosses Frank Lucas und des Ermittlers Richie Roberts erzählt. Mit einer Laufzeit von 157 Minuten, einem Drehbuch von Steven Zaillian und einem Cast, der auf dem Papier kaum Wünsche offenlässt, wurde der Film als Meisterwerk des modernen Gangsterfilms vermarktet. Ob er diesem Anspruch gerecht wird, hängt nicht zuletzt von seiner Besetzung ab – und genau die verdient einen genaueren, ehrlicheren Blick. Denn zwischen den großen Namen verbergen sich sowohl bemerkenswerte Leistungen als auch einige vorhersehbare Entscheidungen, die mehr über die Logik des Mainstreams verraten als über wirkliche künstlerische Kühnheit.

Die Besetzung von American Gangster – zwischen Anspruch und Konvention

Wenn man den Cast von American Gangster betrachtet, fällt zunächst eines auf: Er ist beeindruckend zusammengestellt – und gleichzeitig in seiner Zusammensetzung sehr sicher. Denzel Washington und Russell Crowe als Hauptdarsteller, dazu Chiwetel Ejiofor, Josh Brolin, Cuba Gooding Jr., Ruby Dee, Armand Assante, Ted Levine, Joe Morton, RZA, John Ortiz, Lymari Nadal und Carla Gugino in Nebenrollen. Das klingt nach einem Ensemble, das Tiefe verspricht.

Und doch: Was auf den ersten Blick wie eine mutige Casting-Entscheidung wirkt – zwei Hauptdarsteller, die sich kaum auf der Leinwand begegnen, ein afroamerikanischer Protagonist im Zentrum eines großen Studiofilms –, entpuppt sich bei näherer Betrachtung auch als kalkuliertes Sicherheitsnetz. Ridley Scott vertraut auf Namen, die funktionieren. Das Ergebnis ist solide, mitunter sogar fesselnd, aber selten wirklich überraschend. Die Besetzung von American Gangster ist das Werk eines Regisseurs, der weiß, wie Hollywood tickt – und der dieses Wissen effizient nutzt, ohne es grundsätzlich infrage zu stellen.

Positiv überraschend ist die Präsenz einiger Nebendarsteller, die dem Film echte Momente der Glaubwürdigkeit schenken. Weniger überzeugend hingegen ist die Art, wie weibliche Charaktere behandelt werden – dazu später mehr.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Denzel Washington Frank Lucas 9/10 Kontrollierte Bedrohlichkeit, kaum je übertrieben – eine der stärksten Leistungen seiner Karriere
Russell Crowe Richie Roberts 6/10 Solide, aber emotional flach – die Figur bleibt seltsam unzugänglich
Chiwetel Ejiofor Huey Lucas 7/10 Nuanciert und geerdet, trotz begrenzter Screentime überzeugend präsent
Josh Brolin Det. Trupo 7/10 Angenehm unangenehm – spielt Korruption mit glaubwürdiger Lässigkeit
Cuba Gooding Jr. Nicky Barnes 5/10 Energetisch, aber überzeichnet – wirkt manchmal wie eine Parodie seiner selbst
Ruby Dee Mama Lucas 8/10 Oscarwürdig, weil sie in wenigen Szenen mehr erzählt als viele Figuren in zwei Stunden
Armand Assante Dominic Cattano 6/10 Routiniert und angemessen bedrohlich, aber ohne besondere Tiefe
Ted Levine Lou Toback 5/10 Funktional, kaum mehr – die Figur bleibt Kulisse
Lymari Nadal Eva 5/10 Gut besetzt, aber die Schreibweise der Figur lässt sie nicht aufblühen
Carla Gugino Laurie Roberts 4/10 Zu wenig Raum für zu viel Potenzial
Joe Morton Charlie Williams 6/10 Präzise und unaufdringlich – ein verlässlicher Charakterdarsteller
RZA Moses Jones 5/10 Interessante Besetzung, aber die Figur bleibt unterentwickelt
John Ortiz Javier Rivera 6/10 Glaubhaft und texturreich – hätte mehr Screentime verdient

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Black Mass – einem weiteren Crime-Drama, das ähnliche Fragen über Casting und moralische Ambivalenz aufwirft.

Die Hauptdarsteller im Fokus

Denzel Washington als Frank Lucas

Frank Lucas ist keine einfache Figur. Er ist Mörder, Geschäftsmann, Familienmensch und Mythos zugleich – ein Mann, der im New York der frühen 1970er Jahre mit Heroin aus Vietnam den Drogenhandel in Harlem revolutionierte. Denzel Washington spielt ihn mit jener ruhigen Gefährlichkeit, die schwerer wiegt als jede lautstarke Aggression.

Was Washington hier leistet, ist bemerkenswert: Er entzieht sich der Versuchung, Frank Lucas zu einem Cartoon-Bösewicht zu machen. Stattdessen zeigt er einen Mann, der zutiefst glaubt, dass er das Richtige tut – für seine Familie, für sein Viertel, für sich selbst. Diese moralische Selbstgerechtigkeit ist erschreckend und zugleich nachvollziehbar. Washington findet den Rhythmus dieser Figur und verlässt ihn nie.

Kritisch ließe sich anmerken, dass der Film ihn nie wirklich herausfordert – die Figur des Frank Lucas ist so dominant geschrieben, dass Washington kaum Widerstand spürt. Die Hauptrolle gehört ihm, und das mit Berechtigung. Aber ob das wirklich die schwierigste Aufgabe seines Schaffens war? Wohl kaum.

Bewertung: 9/10

Russell Crowe als Richie Roberts

Richie Roberts ist der moralische Gegenpart zu Frank Lucas – ein Polizist, der in einem korrupten System integer bleibt, dabei aber privat kaum als Vorbild taugt. Auf dem Papier eine interessante Figur. In Russell Crowes Interpretation bleibt er jedoch eigentümlich blass.

Crowe ist technisch kompetent, keine Frage. Er beherrscht seinen amerikanischen Akzent, er trägt die Szenen mit Würde. Aber da ist keine Leidenschaft, keine innere Zerrissenheit, die man wirklich spürt. Richie Roberts fühlt sich in seinen Händen wie eine Pflichterfüllung an – als hätte Crowe die Rolle angenommen, um neben Washington zu stehen, nicht um mit ihm zu ringen.

Das ist schade. Denn gerade im direkten Vergleich mit Washington fällt auf, dass die beiden eine ganz unterschiedliche Energie mitbringen. Washington wirkt lebendig, Crowe wirkt solide. Das reicht für einen guten Film, aber nicht für einen großartigen.

Bewertung: 6/10

Chiwetel Ejiofor als Huey Lucas

Chiwetel Ejiofor spielt Huey Lucas, den Bruder von Frank, und liefert eine der stillen Stärken des Films. Seine Präsenz ist geerdet, seine Emotionen nie aufgesetzt. Er ist derjenige, dem man am ehesten glaubt – was umso bemerkenswerter ist, da er deutlich weniger Screentime bekommt als die beiden Hauptdarsteller.

Ejiofor gelingt es, in Momenten der Passivität zu spielen – er reagiert, er beobachtet, er trägt. Das ist handwerklich anspruchsvoller als es aussieht, und er meistert es mit Eleganz.

Bewertung: 7/10

Josh Brolin als Detective Trupo

Josh Brolin verkörpert einen korrupten Ermittler mit einer Selbstverständlichkeit, die fast schon unbehagliche Freude macht. Er macht Trupo nicht zum Comic-Bösewicht, sondern zum systemischen Produkt – ein Mann, der Korruption als Normalzustand internalisiert hat. Das ist vielleicht die subtilste politische Aussage im gesamten Film.

Bewertung: 7/10

Lesen Sie auch unseren Artikel über die Besetzung von Departed – Unter Feinden, einem weiteren Crime-Drama, in dem die Grenze zwischen Gesetz und Verbrechen ähnlich porös verläuft.

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Ruby Dee – die heimliche Seele des Films

Ruby Dee spielt Mama Lucas, Frank Lucas’ Mutter – und obwohl sie nur in wenigen Szenen zu sehen ist, hinterlässt sie den tiefsten Eindruck. Ihre Oscarnominierung für die Beste Nebendarstellerin war mehr als berechtigt. In einer einzigen Szene, in der sie ihrem Sohn gegenübersteht und mit Stille mehr sagt als andere Figuren in langen Monologen, zeigt sie, warum Nebenrollen keine kleinen Rollen sein müssen.

Sie ist das moralische Gewissen des Films – und Ridley Scott hat das Glück, sie dafür eingesetzt zu haben.

Cuba Gooding Jr. als Nicky Barnes

Cuba Gooding Jr. ist eine problematische Wahl – nicht weil er schlecht spielt, sondern weil er zu laut spielt. Nicky Barnes, der rivalisierende Drogenboss, gerät unter seiner Interpretation zur Karikatur. Das mag dramaturgisch beabsichtigt sein (Barnes ist tatsächlich eine extrovertierte historische Figur), wirkt aber im Kontext des insgesamt kontrollierten Films wie ein Fremdkörper.

Es ist die Art von Performance, die Aufmerksamkeit erregt, ohne wirklich etwas zu sagen. Schade, denn die Figur hätte Potenzial für mehr.

Lymari Nadal und Carla Gugino – das strukturelle Frauenproblem

Hier muss man deutlich werden: Die Besetzung von American Gangster behandelt seine weiblichen Figuren stiefmütterlich. Lymari Nadal als Eva, Frank Lucas’ Frau, und Carla Gugino als Richie Roberts’ Exfrau Laurie sind gut besetzt – aber beide spielen Figuren, die primär als Spiegel der männlichen Protagonisten funktionieren. Sie reagieren, sie leiden, sie kommentieren. Eigenständige Handlungsstränge? Fehlanzeige.

Das ist kein Problem der Schauspielerinnen. Das ist ein Problem des Drehbuchs von Steven Zaillian, das die Frauen konsequent in dienender Position belässt. Für einen Film aus dem Jahr 2007 ist das keine Überraschung, aber es ist dennoch bemerkenswert – vor allem dann, wenn man den Anspruch des Films auf Authentizität ernst nimmt.

RZA, John Ortiz und Joe Morton

RZA als Moses Jones ist eine interessante Besetzungsentscheidung, die mehr versprochen hat, als sie hält. Seine Screentime ist zu knapp, um wirklich etwas zu entwickeln. John Ortiz hingegen nutzt seinen Raum klug und liefert eine der texturreichsten Nebenrollen des Films. Joe Morton ist verlässlich und unaufgeregt – genauso, wie die Figur es verlangt.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Denzel Washington

Washington hat in seiner Karriere mehrfach moralisch ambivalente Figuren gespielt. Frank Lucas reiht sich in dieses Muster ein, und man könnte fragen: Fordert Washington sich hier wirklich heraus, oder bewegt er sich in einem sicheren, meisterhaft beherrschten Terrain? Die Antwort ist beides. Er ist exzellent – aber er weiß, dass er es ist.

  • Training Day (2001)
  • American Gangster (2007)
  • The Equalizer-Reihe

Russell Crowe

Crowe hat nach seiner Hochphase in den frühen 2000er Jahren eine merkwürdig unaufgeregte Entwicklung genommen. Richie Roberts bestätigt diesen Eindruck: ein solider Schauspieler, der selten mehr riskiert als nötig.

  • Gladiator
  • A Beautiful Mind
  • American Gangster (2007)

Chiwetel Ejiofor

Ejiofor hat sich im Laufe seiner Karriere als einer der vielseitigsten Darsteller seiner Generation etabliert. Sein Auftritt in American Gangster ist ein früher Beleg für sein Talent, das hier leider zu wenig gefordert wird.

  • American Gangster (2007)
  • 12 Years a Slave
  • Kinky Boots
  • Doctor Strange

Josh Brolin

Brolin zeigt in diesem Film, was er später vertieft hat: eine Fähigkeit, Machtverhältnisse körperlich zu spielen. Das ist kein Typecasting, das ist Kompetenz.

  • American Gangster (2007)
  • No Country for Old Men
  • Sicario

Einen ähnlich reflektierten Blick auf Casting und Ensembledynamik bietet auch unser Artikel über die Besetzung von The Wolf of Wall Street.

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Hier liegt eine der interessantesten Paradoxien des Films: Die Besetzung von American Gangster ist stark – aber das Ensemble funktioniert kaum als solches. Das liegt an der Struktur des Films selbst: Washington und Crowe teilen bis fast zum Ende kaum eine gemeinsame Szene. Sie spielen parallele Geschichten, die sich langsam annähern, aber nie wirklich verschmelzen.

Das hat dramaturgische Konsequenzen. Der Film fühlt sich bisweilen wie zwei Filme in einem an – ein Gangsterfilm und ein Polizeifilm, die nebeneinander laufen. Das ist gewollt, aber es bedeutet auch, dass die Chemie zwischen den Hauptdarstellern kaum getestet wird. Wenn sie sich schließlich begegnen, ist es zu spät für echte Dynamik.

Die Nebenrollen funktionieren als Ensemble besser, gerade weil sie organischer miteinander interagieren. Aber das ist fast schon eine Ironie: Der Film trägt zwei große Namen, lebt aber von seinen Randfiguren.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

American Gangster ist ein Film der alten Schule – produziert in einer Zeit, bevor Streaming-Plattformen die Logik des Castings grundlegend verändert haben. Und dennoch lässt sich an ihm ablesen, was noch heute gilt: Große Namen sind kein Ersatz für mutige Entscheidungen.

Die Besetzung von American Gangster ist repräsentativ in dem Sinne, dass sie einen afroamerikanischen Protagonisten ins Zentrum stellt und ihm echte Würde verleiht – das war 2007 weniger selbstverständlich als heute und verdient Anerkennung. Gleichzeitig bleibt der Film in seinen Geschlechterdarstellungen konventionell, ja fast beunruhigend unambitioniert.

Was diese Besetzung verrät: Hollywood kann inklusiv sein, wenn es sich lohnt. Es kann Diversität zeigen, wenn sie sich verkauft. Die Frage, die bleibt, ist: Handelt es sich dabei um echten Fortschritt oder um strategische Repräsentation? Bei American Gangster ist die Antwort: ein bisschen von beidem. Das ist ehrlich – aber es reicht nicht für ein Meisterwerk.

In einer Ära, in der Streaming-Plattformen Produktionsdruck erzeugen und Besetzungsentscheidungen zunehmend von Algorithmen und demografischen Daten beeinflusst werden, wirkt American Gangster fast nostalgisch. Ein Film, der noch an die Macht von Einzelleistungen glaubt. Manchmal hat er recht damit. Manchmal liegt er falsch.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt in American Gangster die Hauptrollen?

Die beiden Hauptdarsteller sind Denzel Washington als Drogenboss Frank Lucas und Russell Crowe als Ermittler Richie Roberts. Beide tragen den Film weitgehend getrennt voneinander – eine dramaturgisch interessante, aber nicht immer befriedigende Entscheidung.

Wer hat Regie bei American Gangster geführt und wer schrieb das Drehbuch?

Ridley Scott führte Regie, das Drehbuch stammt von Steven Zaillian. Beide sind erfahrene Handwerker des Genres – was den Film solide, aber selten wirklich riskant macht.

Lohnt es sich, American Gangster zu sehen – auch heute noch?

Ja, vor allem wegen Denzel Washington, Ruby Dee und der atmosphärischen Dichte. Als Gangsterfilm und Crime-Drama funktioniert er hervorragend. Als gesellschaftskritisches Statement hat er Lücken, die man kritisch mitdenken sollte.

Welche Schauspieler wurden für American Gangster ausgezeichnet?

Ruby Dee wurde für ihre Nebenrolle als Mama Lucas für den Oscar nominiert – eine der am meisten verdienten Nominierungen des Films. Denzel Washington selbst ging leer aus, was angesichts seiner Leistung durchaus diskutabel ist.

Wo kann man American Gangster streamen?

Der Film ist unter anderem auf Netflix verfügbar sowie über Apple TV und Amazon zu kaufen oder leihen. Wer ihn in der Originalfassung sehen möchte, sollte die englische Originalversion der deutschen Synchronfassung vorziehen – auch wenn die deutschen Synchronsprecher solide Arbeit geleistet haben.

Wie ist die Besetzung von American Gangster im Vergleich zu anderen Gangsterfilmen zu bewerten?

Gemessen an Klassikern des Genres – von The Godfather bis Goodfellas – ist der Cast von American Gangster respektabel, aber nicht revolutionär. Die Stärke liegt in einzelnen Performances, nicht im Zusammenspiel als Ensemble. Für den Mainstream-Gangsterfilm des Jahres 2007 ist das beachtlich. Für ein Meisterwerk wäre mehr Risikobereitschaft nötig gewesen.

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