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Besetzung von Candyman

Besetzung von Candyman

Es gibt Horrorfilme, die erschrecken wollen. Und es gibt solche, die etwas sagen wollen. Nia DaCostas Candyman aus dem Jahr 2021 gehört zur zweiten Kategorie – zumindest dem Anspruch nach. Als Sequel zu Bernard Roses Kultfilm von 1992 kehrt die Geschichte ins Chicagoer Stadtviertel Cabrini-Green zurück, wo ein Künstler beginnt, einer urbanen Legende nachzuspüren, die sich als weit mehr erweist als bloße Folklore. Das Projekt trägt die Handschrift von Jordan Peele als Produzent und Co-Autor des Drehbuchs, und diese Handschrift ist unverkennbar: gesellschaftskritisch, visuell durchdacht, mit einem Blick für systemische Gewalt, der über bloße Schockmomente hinausgeht.

Doch ein ambitionierter Ansatz steht und fällt mit seiner Besetzung. Und hier wird es interessant – und an manchen Stellen auch ein wenig ernüchternd. Der Candyman Cast versammelt Talente, die auf dem Papier vielversprechend wirken. Ob sie dieses Versprechen im Film einlösen, ist eine Frage, die genauere Betrachtung verdient.

Die Besetzung von Candyman – zwischen Anspruch und Konvention

Die Besetzung von Candyman ist in vielerlei Hinsicht ein Spiegel der Zeit, in der der Film entstand. In einer Ära, in der Hollywood-Produktionen zunehmend unter dem Druck stehen, repräsentativ zu wirken, präsentiert dieser Film ein nahezu vollständig Schwarzes Hauptensemble – ein bewusster, politisch aufgeladener Schritt, der angesichts des Themas (struktureller Rassismus, städtische Gentrifizierung, kollektives Trauma) mehr als folgerichtig ist.

Yahya Abdul-Mateen II trägt den Film als Protagonist, flankiert von Teyonah Parris und Colman Domingo in tragenden Rollen. Und dann ist da noch Tony Todd, der als legendärer Titelheld zurückkehrt – eine Casting-Entscheidung, die Fans des Originals besänftigt und gleichzeitig eine Brücke zwischen zwei Filmgenerationen schlägt.

Was frisch wirkt: die Wahl von Abdul-Mateen II, einem Darsteller, der in den letzten Jahren zunehmend komplexe Rollen übernimmt und dabei selten das Offensichtliche wählt. Was vorhersehbarer erscheint: die Art, wie manche Nebenrollen konstruiert sind – funktional, aber nicht immer tief genug gedacht, um wirklich im Gedächtnis zu bleiben.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Yahya Abdul-Mateen II Anthony McCoy 7/10 Körperlich präsent, emotional überzeugend – trägt die zunehmende Auflösung seiner Figur mit Würde
Teyonah Parris Brianna Cartwright 6/10 Solide, aber die Figur bleibt häufig reaktiv; mehr Tiefe wäre möglich gewesen
Colman Domingo William Burke 8/10 Stärkste Nebenrolle – rätselhaft, charismatisch, mit echtem Gewicht
Tony Todd Candyman / Daniel Robitaille 7/10 Ikonische Präsenz, sparsam eingesetzt – was funktioniert, aber auch frustriert
Nathan Stewart-Jarrett Troy Cartwright 5/10 Sympathisch, aber über weite Strecken unterentwickelt
Kyle Kaminsky Grady Greenberg 4/10 Füllt eine Funktion, geht aber kaum über die Klischee-Grenze hinaus
Vanessa Estelle Williams Anne-Marie McCoy 6/10 Emotionaler Anker in einzelnen Szenen, aber insgesamt zu wenig Leinwandzeit

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von M3GAN – einem weiteren Horrorfilm, dessen Cast ähnliche Fragen nach Tiefe und Genre-Konvention aufwirft.

Die Hauptdarsteller im Fokus

Yahya Abdul-Mateen II als Anthony McCoy

Anthony McCoy ist ein Künstler, der in Cabrini-Green – heute gentrifiziert, einst Schauplatz sozialer Verwerfungen – sein Atelier bezieht und beginnt, sich obsessiv mit der Candyman-Legende zu beschäftigen. Diese Besessenheit ist die eigentliche Triebfeder des Films, und Yahya Abdul-Mateen II trägt sie mit einer körperlichen Intensität, die beeindruckt.

Was an seiner Darstellung überzeugt, ist die Art, wie er die schleichende Veränderung seiner Figur verkörpert – von neugierigem Intellektuellen zu einem Menschen, der die Kontrolle über sich selbst verliert. Diese Transformation vollzieht sich nicht plötzlich, sondern in kleinen, fast unmerklichen Schritten. Das ist gutes, geduldiges Schauspielen.

Weniger überzeugend: In einigen emotionalen Schlüsselmomenten bleibt das Drehbuch hinter dem Darsteller zurück, gibt ihm zu wenig Material, um die psychologische Komplexität vollständig auszuspielen. Abdul-Mateen II rettet diese Szenen durch Präsenz allein – was für sein Talent spricht, aber auch zeigt, wo der Film seine eigene Besetzung unterschätzt.

Bewertung: 7/10

Teyonah Parris als Brianna Cartwright

Brianna ist Kuratorin, Anthonys Partnerin, und sie ist – das sei direkt gesagt – in einem Horrorfilm der Typ Figur, die zu oft vor allem als Spiegel für die Hauptfigur dient. Teyonah Parris spielt sie mit Wärme und Intelligenz, aber das Drehbuch lässt sie allzu häufig reagieren, anstatt zu agieren.

Das ist ein strukturelles Problem, kein schauspielerisches. Parris zeigt, dass sie kann – besonders in den wenigen Momenten, in denen Brianna eigene Entscheidungen trifft. Dass diese Momente rarer sind als sie sein sollten, ist symptomatisch für die Art, wie Frauenfiguren selbst in bewusst progressiven Produktionen manchmal doch wieder in alte Muster gleiten.

Bewertung: 6/10

Colman Domingo als William Burke

Wenn es eine Figur gibt, die im Film eine echte Spannung erzeugt, dann ist es William Burke – und das liegt zu einem großen Teil an Colman Domingo. Burke ist kein einfacher Charakter: Er ist Hüter einer Erinnerung, Vermittler einer Legende, aber auch ein Mensch mit eigenen, dunklen Motiven.

Domingo spielt ihn mit einer ruhigen Intensität, die unter die Haut geht. Er ist selten laut, selten plakativ – und gerade deshalb außerordentlich wirkungsvoll. Jede Szene, in der er auftritt, gewinnt an Dichte. Das ist jener Typ Schauspieler, der eine Nebenrolle so füllt, dass man mehr von ihm sehen will.

Bewertung: 8/10

Tony Todd als Candyman / Daniel Robitaille

Die Rückkehr von Tony Todd ist ein doppelschneidiges Schwert. Auf der einen Seite: Seine Stimme, seine Präsenz, die Art, wie er den Titelhelden verkörpert, ist nach wie vor unvergleichlich. Candyman ohne Tony Todd wäre wie ein Mythos ohne seinen Ursprung.

Auf der anderen Seite: Todd wird im Film sparsamer eingesetzt, als man es sich vielleicht erhofft. Das ist eine bewusste ästhetische Entscheidung – die Legende als Schatten statt als Figur – und sie ist vertretbar. Aber sie hinterlässt auch ein leichtes Gefühl von Unerfülltheit. Als gäbe es da mehr Potenzial, das nicht ganz ausgeschöpft wird.

Bewertung: 7/10

Einen ähnlich analytischen Blick auf ein Horrorfilm-Ensemble bietet auch der Artikel über die Besetzung von Look Away.

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Nathan Stewart-Jarrett spielt Troy, Briannas Bruder, und er bringt eine leichte, fast komödiantische Energie mit, die den Film in seinen früheren Passagen auflockert. Das ist durchaus willkommen – aber Troy bleibt eine Skizze, wo ein vollständiges Porträt möglich gewesen wäre. Seine Beziehung zu seiner eigenen Partnerin Grady (Kyle Kaminsky) wird angedeutet, aber nie wirklich ausgelotet. Hier hätte der Film die Chance gehabt, eine komplexe queere Beziehung in den Vordergrund zu stellen – stattdessen bleibt sie dekorative Randnotiz.

Vanessa Estelle Williams als Anne-Marie McCoy verbindet den neuen Film mit dem Original und bringt eine stille, schmerzhafte Glaubwürdigkeit mit. In den wenigen Szenen, die ihr Raum geben, ist sie stark. Dass sie nicht mehr davon bekommt, ist eine verpasste Gelegenheit.

Insgesamt gilt für die Nebenrollen: Sie erfüllen ihre narrativen Funktionen, tragen zur Atmosphäre bei, aber die wirklich überraschenden Momente bleiben auf Colman Domingo beschränkt.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Yahya Abdul-Mateen II

Yahya Abdul-Mateen II hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Bandbreite demonstriert. Er wählt zunehmend ambitionierte Projekte aus – was für künstlerisches Bewusstsein spricht, auch wenn nicht jedes Projekt sein volles Potenzial ausschöpft.

  • Aquaman
  • Us
  • Watchmen (Emmy-prämierte Arbeit)
  • Candyman (2021)

Teyonah Parris

Teyonah Parris spielte zuletzt in WandaVision eine ähnlich strukturierte Figur: klug, emotional belastbar, aber in der Funktion des reaktiven Gegenübers. Man wünscht sich für sie Rollen, die ihr erlauben, die Erzählung aktiver zu gestalten.

  • WandaVision
  • Candyman (2021)

Colman Domingo

Colman Domingo ist ein Theatermann, der das Film- und Fernsehgeschäft mit einer Präzision betritt, die viele Kollegen erst nach Jahrzehnten entwickeln. Von Typecasting kann bei ihm keine Rede sein.

  • Fear the Walking Dead
  • Euphoria
  • Candyman (2021)

Tony Todd

Tony Todd ist, ob er will oder nicht, mit der Candyman-Figur verknüpft – einer Figur, die er über drei Jahrzehnte hinweg begleitet hat. Das ist keine Einschränkung, sondern eine Besonderheit: Er hat dem ikonischen Horrorcharakter ein menschliches Gesicht gegeben, das bis heute nachwirkt.

  • Candyman (1992)
  • Candyman (2021)

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Die Antwort ist: bedingt. Was funktioniert, ist die Achse zwischen Yahya Abdul-Mateen II und Colman Domingo – dort entsteht eine echte Spannung, ein Sog, der den Film in seinen besten Momenten trägt. Die Beziehung zwischen Anthony und Brianna ist solide, aber selten aufregend; sie wirkt zuweilen eher wie eine Konvention des Genres denn wie eine organisch gewachsene Verbindung.

Das Ensemble hat die richtige Besetzung für den Film – die Frage ist, ob das Drehbuch all diesen Talenten genug Raum gibt. In manchen Szenen entsteht das Gefühl, dass hier mehr möglich wäre, wenn der Film seinen Figuren mehr vertrauen würde und weniger den Erwartungen des Horror-Genres.

Die Chemie stimmt, wenn sie gefordert wird. Aber sie wird nicht oft genug gefordert.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Candyman ist ein Film, der in einer bestimmten kulturellen Konstellation entstand: nach der gesellschaftlichen Debatte um Black Lives Matter, in einer Phase, in der Hollywood begann, seine eigenen blinden Flecken stärker zu reflektieren. Die Besetzung von Candyman – nahezu ausschließlich Schwarze Darsteller in einer Geschichte über systemischen Rassismus – ist in diesem Kontext keine bloße Marketingstrategie, sondern hat inhaltliche Logik.

Und dennoch: Repräsentation allein macht noch keinen guten Film, und sie ersetzt keine Charaktertiefe. Was der Film richtig macht, ist, dass er keine tokenistischen Entscheidungen trifft – die Figuren sind keine Symbole, sondern Menschen mit Widersprüchen. Was er weniger konsequent umsetzt, ist die Tiefe dieser Menschen. Gerade Brianna und Troy verdienen mehr als das, was das Drehbuch ihnen zugesteht.

Die Streaming-Kultur und der Produktionsdruck, unter dem auch solche Projekte entstehen, hinterlassen ihre Spuren. Ambitionierte Ideen werden nicht immer bis zu Ende gedacht. Das ist kein Versagen dieses Films allein – es ist ein strukturelles Problem einer Industrie, die repräsentative Erzählungen zunehmend als Markenzeichen versteht, aber nicht immer die Zeit und den Mut aufbringt, ihnen wirklich gerecht zu werden.

Jordan Peele und Nia DaCosta haben mit Candyman ein ernsthaftes Horrorwerk geschaffen, das mehr sein will als Unterhaltung. Ob es dieses Mehr vollständig erreicht – darüber lässt sich streiten. Was bleibt, ist ein Cast, der den Versuch wert war.

Weitere Filmempfehlungen, die ähnliche Fragen nach Repräsentation und Qualität aufwerfen, finden sich in der Übersicht der besten Filme 2026.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt die Hauptrolle in Candyman (2021)?

Die Hauptrolle des Künstlers Anthony McCoy wird von Yahya Abdul-Mateen II gespielt. Er trägt den Film als zentrale Figur und überzeugt besonders durch die körperliche Darstellung einer zunehmenden Obsession.

Kehrt Tony Todd in Candyman 2021 zurück?

Ja. Tony Todd, der im Original von 1992 den Titelhelden Daniel Robitaille / Candyman verkörperte, kehrt in dieser Rolle zurück – wenn auch in einem bewusst sparsam eingesetzten Umfang, der die mythologische Dimension der Figur betont.

Wer hat Regie bei Candyman 2021 geführt?

Die Regie übernahm Nia DaCosta. Das Drehbuch entstand unter anderem mit Jordan Peele, der auch als Produzent fungierte.

Wie überzeugend ist die Besetzung von Candyman insgesamt?

Der Cast ist stark besetzt und enthält echte Qualitätsdarsteller – besonders Colman Domingo sticht hervor. Die Schwäche liegt weniger im Schauspiel als im Drehbuch, das einige Figuren unterentwickelt lässt.

Lohnt sich Candyman (2021) für Fans des Originals?

Ja, mit Einschränkungen. Wer Tony Todd als Candyman schätzt, wird seine Rückkehr begrüßen. Wer tiefere Figurenentwicklung erwartet, wird an manchen Stellen auf mehr warten. Als gesellschaftskritischer Horrorfilm ist er dennoch über dem Durchschnitt seines Genres.

Wo kann ich Candyman (2021) schauen?

Der Film ist unter anderem bei Apple TV sowie auf weiteren Streamingplattformen verfügbar.

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