Es gibt Momente im deutschen Kinderfilm, die einem das Gefühl geben, dass hier tatsächlich etwas versucht wird. Dass jemand am Set oder im Drehbuch daran geglaubt hat, dass Mädchen als Detektivinnen, als Anführerinnen, als komplexe Figuren funktionieren können – ohne dass ihnen ein Junge zeigen muss, wie es geht. Die drei !!! (Film, 2019), basierend auf der gleichnamigen Buchreihe von Franziska Gehm, ist so ein Moment. Drei junge Frauen als Hauptfiguren, ein Krimi mit Herz, ein Jugendfilm, der mehr sein möchte als bunte Kulisse. Ob die Besetzung von Die Drei !!! (Film) diesem Anspruch gerecht wird, ist eine andere Frage – und eine, die sich lohnt zu stellen.
Regie führte Doron Kishore, das Drehbuch entstand in enger Anlehnung an die Romanvorlage. Die Produktion ist eindeutig als deutscher Kinderfilm positioniert, was Chancen, aber auch Erwartungsdruck mit sich bringt. Der Cast versammelt sowohl junge, wenig bekannte Gesichter als auch etablierte Namen aus dem deutschen Filmgeschäft – eine Mischung, die auf dem Papier interessant klingt und es in Teilen auch ist.
Die Besetzung von Die Drei !!! (Film) – zwischen Anspruch und Konvention
Wenn man die Besetzung von Die Drei !!! (Film) als Ganzes betrachtet, fällt zunächst auf, dass der Film dort am mutigsten ist, wo er am wenigsten kalkuliert wirkt: bei den drei Hauptdarstellerinnen. Alexandra Pfeifer, Lilli Lacher und Alexandra Marisa Wilcke sind keine etablierten Kinogrössen. Sie sind keine fernseherprobten Gesichter, die man aus dem Sonntagabendkrimi kennt. Und das ist – trotz aller Risiken – eine bewusste Entscheidung, die Respekt verdient.
Gleichzeitig zeigt der Film bei den erwachsenen Nebenrollen eine gewisse Absicherungsstrategie: Jürgen Vogel, Sylvester Groth, Thomas Heinze, Hinnerk Schönemann – das sind Namen, die deutschen Eltern etwas sagen. Die Frage ist, ob diese Absicherung dem Film nützt oder ob sie ihn in eine gewisse Bequemlichkeit drängt. Denn wenn etablierte Schauspieler vor allem als Sicherheitsnetz fungieren, verlieren sie oft die Möglichkeit, wirklich etwas zu riskieren.
Was den Film grundsätzlich interessant macht – und was in der Analyse der Besetzung nicht vergessen werden darf – ist sein Selbstverständnis als weiblich geprägtes Abenteuer. Kim, Franzi und Marie sind nicht die Freundinnen des Helden. Sie sind die Heldinnen. Das ist 2019 noch immer keine Selbstverständlichkeit im deutschen Kinderfilm, und es prägt die Dynamik des gesamten Casts.
Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Lilli Lacher | Kim | 7/10 | Natürliche Ausstrahlung, glaubwürdige Anführerin, gelegentlich eindimensional |
| Alexandra Pfeifer | Franzi | 6/10 | Sympathisch, aber mit Potenzial zur Tiefe, das selten ausgeschöpft wird |
| Alexandra Marisa Wilcke | Marie | 6/10 | Solide Leistung, Charakter bleibt schematisch |
| Paula Renzler | Vivien Hoppe / Viviane Witschel | 5/10 | Funktioniert im Ensemble, wenig eigenständiges Profil |
| Jürgen Vogel | Nebenrolle (Erwachsener) | 6/10 | Routiniert, präsent, aber ohne Überraschungsmoment |
| Sylvester Groth | Nebenrolle (Erwachsener) | 6/10 | Professionell, leicht übertrieben, typisch für das Genre |
| Thomas Heinze | Nebenrolle (Erwachsener) | 5/10 | Bleibt hinter seinen Möglichkeiten, wirkt unterfordert |
| Hinnerk Schönemann | Nebenrolle (Erwachsener) | 6/10 | Bringt komödiantische Leichtigkeit, die dem Film gut tut |
| Viviane Witt | Nebenrolle | 5/10 | Solide Präsenz, kaum Entwicklungsspielraum |
Die Hauptdarsteller im Fokus
Lilli Lacher als Kim
Kim ist das Herzstück der Detektivinnen-Gruppe – die treibende Kraft, die Erste, die handelt, die Letzte, die aufgibt. Lilli Lacher trägt diese Rolle mit einer Natürlichkeit, die in deutschen Kinderfilmen nicht selbstverständlich ist. Sie wirkt nicht wie eine Darstellerin, die eine Rolle spielt. Sie ist Kim, zumindest in den besten Momenten des Films.
Was die Leistung interessant macht, ist die Art, wie Lacher mit kleinen Mitteln arbeitet. Kein übertriebenes Mienenspiel, kein Druck zur Niedlichkeit. Stattdessen: ein Blick, eine Geste, ein Zögern, das verrät, dass hier jemand tatsächlich nachdenkt – nicht nur als Figur, sondern als Darstellerin. Dennoch: Das Drehbuch lässt Kim selten wirklich komplex werden. Sie bleibt die Anführerin, und diese Funktion schränkt die Figur mehr ein, als sie befreit.
Bewertung: 7/10
Alexandra Pfeifer als Franzi
Franzi ist die Figur, die am deutlichsten mit dem Klischee spielt – und doch nie ganz davon loskommt. Alexandra Pfeifer bringt eine echte Wärme in die Rolle, eine Zugänglichkeit, die die Figur sympathisch macht. Aber Sympathie ist nicht dasselbe wie Tiefe.
Pfeifer zeigt in einzelnen Szenen, dass sie mehr kann, als das Drehbuch ihr abverlangt. Momente, in denen Franzis innere Widersprüche aufblitzen, werden leider schnell wieder von der Plotlogik überrollt. Das ist weniger ein Versagen der Darstellerin als ein Versagen der Figurenzeichnung. Trotzdem bleibt die Frage: Hätte ein mutigeres Casting – eine Darstellerin mit weniger Mainstream-Ausstrahlung – Franzi zu einer interessanteren Figur gemacht?
Bewertung: 6/10
Alexandra Marisa Wilcke als Marie
Marie ist die Stille der drei. Die Nachdenkliche, die Analytische. Es ist die Rolle, die im deutschen Jugendfilm traditionell am wenigsten Raum bekommt – und Alexandra Marisa Wilcke kämpft sichtbar darum, diesen Raum zu füllen. Mit wechselndem Erfolg.
In ruhigen Szenen überzeugt Wilcke. In den Action-lastigen Momenten wirkt sie gelegentlich wie eine Beobachterin ihrer eigenen Geschichte, als würde die Produktion nie ganz wissen, was sie mit Marie anfangen soll. Das ist schade, denn die Figur hätte Potenzial für echte Komplexität. Stattdessen bleibt sie oft das dritte Element einer Formel: Anführerin, Herz, Kopf – ein Schema, das funktioniert, aber selten überrascht.
Bewertung: 6/10
Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Französisch für Anfänger – einem weiteren deutschen Film, dessen Casting ähnliche Fragen über Authentizität und Charaktertiefe aufwirft.
Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik
Die erwachsenen Nebenrollen in Die Drei !!! (Film) haben eine klare Funktion: Sie rahmen die Haupthandlung ein, liefern Plot-Impulse und geben dem Film ein Sicherheitsnetz an Bekanntheit. Was sie selten tun, ist überraschen.
Jürgen Vogel ist einer der interessantesten deutschen Schauspieler seiner Generation – ein Mann, der in Filmen wie Der freie Wille gezeigt hat, was er kann. Hier bekommt er wenig Raum, wenig Widerspruch, wenig Möglichkeit zur Entwicklung. Er funktioniert. Das muss man ihm lassen. Aber „funktionieren” ist für jemanden mit seinem Talent ein bescheidenes Ziel.
Sylvester Groth neigt in dieser Art von Produktion zur Überzeichnung – was in einem Kinderfilm nicht unbedingt falsch ist, aber manchmal den Boden unter der Glaubwürdigkeit wegzieht. Thomas Heinze wirkt an einzelnen Stellen schlicht unterfordert. Hinnerk Schönemann hingegen bringt eine komödiantische Leichtigkeit mit, die dem Film gut tut – er ist die angenehmste Überraschung unter den Erwachsenen.
Viviane Witt und Vivien Hoppe sowie Viviane Witschel in ihren jeweiligen Rollen bleiben im Ensemble, ohne eigenes Profil zu entwickeln. Das ist keine Kritik an den Darstellerinnen, sondern an einem Drehbuch, das Nebenrollen vor allem als Platzhalter versteht.
Weitere Einblicke in die Besetzungsstrategie deutschsprachiger Familienfilme finden sich im Artikel über die Besetzung von Eine zauberhafte Nanny 2.
Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?
Ein Blick auf die Filmografien der beteiligten Schauspieler zeigt ein bekanntes Muster im deutschen Film: Die etablierten Männer – Vogel, Groth, Heinze, Schönemann – haben breite, teils beeindruckende Karrieren hinter sich. Sie tauchen in Kinderfilmen auf, wenn ein Projekt ein verlässliches Gesicht braucht. Das ist legitim, aber es stellt die Frage, ob solche Besetzungen wirklich aus künstlerischen Überzeugungen entstehen oder ob sie Teil einer Produktionslogik sind, die auf Bekanntheit setzt, wo Mut gefragt wäre.
Die jungen Hauptdarstellerinnen stehen am Anfang ihrer Karrieren. Ob Die Drei !!! (Film) ein Sprungbrett wird oder ein Einzelfall bleibt, ist aus damaliger Sicht schwer zu beurteilen. Was man sagen kann: Die Produktion hat bei den Hauptrollen bewusst auf Frische gesetzt – auf Gesichter ohne Gepäck. Das ist riskant, aber ehrlicher als das Gegenteil.
Das Risiko des Typecastings trifft vor allem die Nebenrollen. Schauspieler wie Groth oder Heinze werden in deutschen Produktionen oft für ähnliche Funktionen besetzt – der Antagonist, die Autoritätsperson, der Zweifler. Das schränkt nicht nur sie ein, sondern auch die Filme, in denen sie erscheinen.
Funktioniert die Besetzung als Ensemble?
Die entscheidende Frage bei jedem Cast ist nicht, wie gut die Einzelleistungen sind, sondern ob das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Für Die Drei !!! (Film) lautet die Antwort: teilweise.
Die Chemie zwischen Lilli Lacher, Alexandra Pfeifer und Alexandra Marisa Wilcke als Kim, Franzi und Marie funktioniert. Man glaubt ihnen die Freundschaft. Man glaubt ihnen den gemeinsamen Antrieb. Das ist nicht selbstverständlich – Kinderfilm-Ensembles tendieren oft zum Holzschnittartigen, zur plakativen Darstellung von „Teamgeist”. Hier spürt man echte Momente zwischen den Figuren.
Problematischer ist die Verbindung zwischen den Hauptdarstellerinnen und den erwachsenen Nebenrollen. Wenn Vogel oder Groth im Bild sind, entsteht eine subtile Schieflage: Die Erwachsenen wirken erfahrener, präsenter, theatralisch stärker geschult. Das lässt die jungen Hauptdarstellerinnen gelegentlich kleiner wirken, als sie sein sollten. Ein selbstbewussteres Inszenierungskonzept hätte diesen Effekt vielleicht korrigieren können.
Das Ensemble als Ganzes funktioniert auf der Ebene des Kinderfilms solide. Als ambitioniertes Jugendkino, das sich selbst ernst nimmt, bleibt es ein Versprechen, das nicht ganz eingelöst wird.
Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät
Die Besetzung von Die Drei !!! (Film) ist symptomatisch für eine bestimmte Art von deutschem Kinderfilm – und für die Widersprüche, die in dieser Gattung stecken. Auf der einen Seite: echte Ambitionen. Drei Mädchen als Hauptfiguren, eine Krimi-Handlung, die ihre Protagonistinnen ernst nimmt, ein Cast, der bei den Hauptrollen auf Authentizität setzt. Auf der anderen Seite: die Absicherung durch bekannte männliche Gesichter in den Nebenrollen, ein Drehbuch, das Charaktertiefe zugunsten von Plotgeschwindigkeit opfert, und eine Produktion, die manchmal spüren lässt, dass sie für ein bestimmtes Publikum gebaut wurde – und nicht von einem Publikum träumt, das mehr will.
Das ist kein spezifisches Versagen dieses Films. Es ist das Dilemma des deutschen Jugendfilms insgesamt. In einer Streaming-Kultur, die schnelle Entscheidungen und verlässliche Formate belohnt, ist es schwer, wirklich zu riskieren. Repräsentation – weibliche Hauptfiguren, authentisches Casting – wird zunehmend als Qualitätsmerkmal vermarktet, ohne immer von echtem inhaltlichem Mut begleitet zu werden.
Die Drei !!! (Film) ist kein schlechter Film. Die Besetzung ist keine schlechte Besetzung. Aber sie bewegt sich in einem Raum zwischen dem, was möglich gewesen wäre, und dem, was tatsächlich gezeigt wird. Und dieser Raum ist, vielleicht, das Interessanteste an ihr.
Einen breiteren Überblick über sehenswerte Filmproduktionen bietet auch der Artikel über die besten Filme 2026.
Häufig gestellte Fragen
Wer spielt die drei Hauptrollen in Die Drei !!! (Film)?
Die drei Hauptrollen von Kim, Franzi und Marie werden von Lilli Lacher, Alexandra Pfeifer und Alexandra Marisa Wilcke gespielt. Alle drei sind junge Darstellerinnen, die mit diesem Film einem breiteren Publikum bekannt wurden.
Welche bekannten Schauspieler sind in Die Drei !!! (Film) zu sehen?
In den Nebenrollen sind unter anderem Jürgen Vogel, Sylvester Groth, Thomas Heinze und Hinnerk Schönemann zu sehen – etablierte Namen des deutschen Films, die dem Cast Gewicht verleihen.
Überzeugt die Besetzung von Die Drei !!! (Film) insgesamt?
Die Hauptdarstellerinnen überzeugen mehr als erwartet – besonders Lilli Lacher als Kim bringt eine natürliche Glaubwürdigkeit mit. Die erwachsenen Nebenrollen funktionieren solide, bleiben aber oft unter ihrem Potenzial.
Lohnt sich Die Drei !!! (Film) für Kinder und Jugendliche?
Als Kinderfilm und Jugendfilm funktioniert er gut. Wer die Buchreihe von Franziska Gehm kennt und liebt, findet hier eine solide Umsetzung. Wer mehr inhaltliche Tiefe erwartet, könnte sich gelegentlich fragen, was aus der Vorlage noch hätte werden können.
Was ist das Besondere an der Besetzung von Die Drei !!! (Film)?
Das Besondere ist die bewusste Entscheidung, die Hauptrollen mit relativ unbekannten jungen Darstellerinnen zu besetzen – statt auf fernseherprobte Kindergesichter zu setzen. Das verleiht dem Film eine Frische, die ihm gut tut, auch wenn das Drehbuch diese Entscheidung nicht immer vollständig einlöst.
Wie wurde der Film produziert und wann kam er raus?
Die Drei !!! (Film) ist ein deutscher Film aus dem Jahr 2019, basierend auf der Buchreihe von Franziska Gehm. Er ist klar als Kinderfilm und Jugendfilm positioniert und spricht vor allem jüngere Zuschauerinnen an, die sich mit den drei Detektivinnen identifizieren können.



