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Besetzung von Venom

Besetzung von Venom

Venom (2018), Sonys erster eigenständiger Ausflug in das Venom-Universum außerhalb des Marvel Cinematic Universe, gehört zu jenen Filmen, die mehr versprechen als sie halten – und dabei genau das offenbaren, was mit dem modernen Superhelden- beziehungsweise Antihelden-Kino nicht stimmt. Der Film handelt von Eddie Brock, einem investigativen Journalisten, der durch einen außerirdischen Symbionten namens Venom infiziert wird – und plötzlich mit einer zweiten, deutlich launischeren Persönlichkeit im Körper jonglieren muss. Der Antiheld als innerer Konflikt, als gespaltenes Selbst, als Comic-Metapher für das Unbewusste. Das klingt auf dem Papier interessant. Und das Cast von Venom klingt auf dem Papier ebenso vielversprechend.

Wer sich die Besetzung von Venom genauer anschaut – mit kritischem Blick und ohne die Ehrfurcht, die Blockbuster manchmal reflexartig erzeugen –, der findet ein Ensemble, das sowohl überraschende Stärken als auch symptomatische Schwächen aufweist. Ein Blick auf die Schauspieler, ihre Rollen und die Art, wie sie miteinander interagieren, verrät mehr über die Produktionslogik von Sony Pictures als über echten künstlerischen Mut.

Die Besetzung von Venom – zwischen Anspruch und Konvention

Wenn man die Besetzung des ersten Venom-Films betrachtet, fällt zunächst auf, wie viel Talent auf engstem Raum versammelt wurde – und wie wenig dieser Raum letztendlich genutzt wurde. Tom Hardy in der Hauptrolle, Michelle Williams als Love Interest, Riz Ahmed als Antagonist: Das ist, zumindest auf dem Papier, eine Kombination, die Substanz verspricht.

Und doch wirkt das Casting bei näherer Betrachtung oft kalkulierter als inspiriert. Tom Hardy ist eine sichere Wahl für einen physisch dominierten Antihelden – er hat das schon in The Dark Knight Rises und Mad Max bewiesen. Das ist Kompetenz, keine Überraschung. Michelle Williams hingegen ist eine der faszinierendsten Charakterdarstellerinnen ihrer Generation, und gerade deshalb ist es schmerzhaft zuzusehen, wie ihre Rolle als Anne Weying auf die Funktion des pflichtbewussten Ex-Freundes reduziert wird. Riz Ahmed als Carlton Drake bringt intellektuelles Unbehagen in die Rolle des Schurken – aber auch er kämpft gegen ein Drehbuch, das ihm kaum Raum zur Entfaltung lässt.

Was frisch wirkt: die Bereitschaft, mit Tom Hardy einen Hauptdarsteller zu wählen, der bewusst unbehaglich und unangepasst spielt. Was vorhersehbar bleibt: die Struktur, in der Frauen funktionieren statt zu existieren, und Antagonisten ihre Tiefe opfern müssen, damit der Plot vorankommt.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Bad Boys for Life – einem weiteren Actionfilm, in dem die Frage nach Ensembledynamik und Starpotenzial ähnlich aufschlussreich ist.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Tom Hardy Eddie Brock / Venom 7/10 Körperlich überzeugend, emotional schillernd – manchmal zu exzentrisch, aber nie uninteressant
Michelle Williams Anne Weying 5/10 Talentiert besetzt, aber strukturell unterfordert – die Rolle bleibt Funktion statt Figur
Riz Ahmed Carlton Drake 6/10 Präsent und intelligent, doch das Drehbuch gönnt ihm keine echte Komplexität
Woody Harrelson Cletus Kasady 5/10 Kurzer Auftritt in der Post-Credit-Scene – charming, aber ohne dramatisches Gewicht
Reid Scott Dan Lewis 4/10 Solide, aber die Rolle hätte auch jemand anderes spielen können
Jenny Slate Dora Skirth 6/10 Einer der authentischeren Momente des Films – moralische Ambivalenz ohne Melodrama
Peggy Lu Mrs. Chen 5/10 Charmante Nebenrolle, die etwas Leichtigkeit einbringt, aber kaum entwickelt wird

Die Hauptdarsteller im Fokus

Tom Hardy als Eddie Brock / Venom

Tom Hardy ist Regisseur Ruben Fleischers wildeste und klügste Wahl zugleich. Hardy spielt Eddie Brock nicht als klassischen Helden, nicht einmal als konventionellen Antihelden – er spielt ihn als jemanden, der sich selbst im Weg steht. Die Zuckungen, die Selbstgespräche, das physische Chaos, das Hardy in den Körper von Eddie legt: Das hat eine eigene Logik, die nicht immer kohärent, aber fast immer fesselnd ist.

Was ihn von anderen Blockbuster-Protagonisten unterscheidet, ist die Bereitschaft, lächerlich zu wirken. Hardy macht aus Eddie Brock keine coole Figur – er macht ihn menschlich, fehlerhaft und manchmal unfreiwillig komisch. Das ist mutiger als es klingt. Die Dynamik zwischen Eddie und dem Symbionten Venom, die Hardy zu wesentlichen Teilen als innerer Dialog mit sich selbst spielen muss, funktioniert erstaunlich gut.

Kritisch bleibt anzumerken: Hardy neigt zur Übersättigung. Manche Szenen wirken wie eine Demonstration von Können statt eine Dienstleistung an der Geschichte.

Bewertung: 7/10

Michelle Williams als Anne Weying

Michelle Williams ist eine der wenigen Schauspielerinnen, die einen Blick werfen kann und damit mehr sagt als drei Seiten Dialog. Das weiß jede, die Blue Valentine oder Brokeback Mountain gesehen hat. Umso frustrierender ist es, dass die Besetzung von Venom sie in eine Rolle setzt, die im Wesentlichen darin besteht, besorgt zu sein, wegzulaufen und am Ende dennoch hilfreich zu sein.

Anne Weying als Figur ist ein klassisches Produkt des Mainstream-Actionkinos: die kluge Frau, die klüger als die männliche Hauptfigur ist, aber deren Klugheit nie wirklich handlungsrelevant wird. Williams tut, was sie kann – sie verleiht Anne eine stille Würde –, aber das Drehbuch lässt sie nicht wirklich ankommen.

In den SequelsLet There Be Carnage und The Last Dance – verändert sich ihr Anteil kaum strukturell. Das sagt mehr über die Produktion als über Williams.

Bewertung: 5/10

Riz Ahmed als Carlton Drake

Riz Ahmed ist einer der interessantesten Schauspieler seiner Generation – jemand, der in Four Lions, Nightcrawler und Sound of Metal bewiesen hat, dass er Figuren mit erschreckender Psychologisierung füllen kann. Als Carlton Drake, Milliardär und fanatischer Wissenschaftler, bekommt er einen Antagonisten, der auf dem Papier durchaus Potential hat: ein Mann, der die Menschheit retten will, indem er sie transformiert – das ist eine interessante moralische Konstellation.

In der Praxis bleibt Drake aber hinter seinen Möglichkeiten. Das Drehbuch drückt ihn in eine zunehmend vorhersehbare Schurken-Logik, die Ahmed zwar mit Intelligenz spielt, die aber keine wirkliche Überraschung birgt. Sein Charisma bleibt das Einzige, was den Charakter davon abhält, vollständig konventionell zu werden.

Bewertung: 6/10

Woody Harrelson als Cletus Kasady

Woody Harrelson taucht im ersten Film nur kurz auf – in einer Post-Credit-Scene, die primär als Teaser für Let There Be Carnage funktioniert. Sein Cletus Kasady wirkt karikiert: rote Perücke, grinsendes Chaos, Andeutungen von Psychopathie. Harrelson hat das handwerkliche Rüstzeug für solche Figuren, aber hier fehlt ihm der Raum, etwas Echtes daraus zu machen.

In Let There Be Carnage, in dem er als Carnage zur Hauptfigur des Sequels wird, entfaltet sich sein Potential etwas mehr – die Energie stimmt, die Chemie mit Hardy funktioniert. Aber auch dort bleibt Kasady ein Schurke, der mehr Funktion als Figur ist.

Bewertung: 5/10

Einen ähnlich kritischen Blick auf Casting-Entscheidungen im Horrorgenre wirft der Artikel über die Besetzung von M3GAN.

Nebenrollen und ihre Bedeutung für die Dynamik

Die Nebenrollen in Venom sind in ihrer Bedeutung ungleich verteilt. Jenny Slate als Dora Skirth, eine Wissenschaftlerin in Drakes Unternehmen, die gegen ihr Gewissen handelt und Eddie schließlich Informationen zuspielt, ist eine der wenigen Figuren des Films, die so etwas wie moralische Ambivalenz besitzt. Slate spielt sie mit einer nervösen Authentizität, die angenehm von der Blockbuster-Glätte abweicht.

Reid Scott als Dan Lewis, Annes neuer Partner, ist strukturell die komischste und gleichzeitig unterbelichtetste Figur – er existiert, um Eddie eifersüchtig zu machen, und dann, überraschenderweise, um tatsächlich nett zu sein. Das ist ein netter Subtext, den der Film aber nicht ausreichend ausarbeitet.

Peggy Lu als Mrs. Chen, Eddies lokale Ladenbesitzerin, bringt eine warmherzige Leichtigkeit in einige Szenen, die sonst unter dem Gewicht ihrer Sci-Fi- und Thriller-Ambitionen zusammenzubrechen drohen. Ihre Präsenz wächst über die Trilogie hinweg – ein erfreulicher kleiner Hinweis darauf, dass manchmal Nebenfiguren die überzeugendsten Konstanten sind.

Filmografie – Entwicklung oder Wiederholung?

Tom Hardy hat mit Venom eine Figur gefunden, die er über eine Trilogie hinweg trägt – und das sagt etwas über Hardys Positionierung in Hollywood aus. Er ist kein Superheld im klassischen Sinne; er ist der Schauspieler, den man holt, wenn man möchte, dass ein Charakter chaotisch und menschlich zugleich wirkt.

  • Bronson – frühe Demonstration seiner Bereitschaft zur körperlichen und psychologischen Transformation
  • Locke – eine der konzentriertesten Einzelleistungen seiner Karriere
  • Mad Max: Fury Road – physisch dominiertes Actionkino mit ikonischer Energie
  • The Dark Knight Rises – Antagonisten-Rolle als Vorläufer zu seiner Venom-Besetzung
  • Venom / Let There Be Carnage / The Last Dance – Trilogie, die seine Stärken nutzt, ohne sie grundlegend herauszufordern

Michelle Williams bewegt sich in diesen Jahren zwischen prestige-trächtigen Dramen (Fosse/Verdon, The Fabelmans) und Genre-Verpflichtungen. Dass sie die Venom-Reihe weiterhin mitspielt, dürfte eher vertraglichen als künstlerischen Entscheidungen geschuldet sein – was keine Kritik an ihr ist, sondern an einem System, das ihr Talent chronisch unterausschöpft.

Andy Serkis, der die Regie von Let There Be Carnage übernahm und damit Ruben Fleischer ablöste, bringt seine Erfahrung mit digitalen Performancetechnologien mit – was der Darstellung des Symbionten zugutekommt. Kelly Marcel, die als Drehbuchautorin die Trilogie mitgeschrieben hat und bei The Last Dance erstmals Regie führte, ist eine der stillen Konstanten der Crew – und jemand, dessen Einfluss auf Ton und Charakter des Franchises stärker gewichtet werden sollte, als es die übliche Diskussion zulässt.

Funktioniert die Besetzung als Ensemble?

Die ehrliche Antwort ist: teilweise. Das Ensemble des ersten Venom-Films funktioniert am stärksten dort, wo es kein echtes Ensemble ist – in den Szenen, in denen Hardy alleine mit sich selbst interagiert, mit Venom als innerer Stimme und äußerem Körper. Das ist im Grunde eine One-Man-Show, und Hardy trägt sie mit beachtlicher Energie.

Wo das Ensemble tatsächlich zusammenkommt, fehlt es an Klebstoff. Die Beziehung zwischen Eddie und Anne wirkt mehr konstruiert als gefühlt – Williams und Hardy haben keine schlechte Chemie, aber die Szenen geben ihnen zu wenig Raum, um etwas Echtes entstehen zu lassen. Ahmed und Hardy teilen kaum gemeinsame Szenen, die dramatisch aufgeladen genug wären, um die Antagonisten-Protagonist-Dynamik wirklich zu spüren.

In Let There Be Carnage entsteht ironischerweise mehr Ensemble-Energie, obwohl – oder vielleicht gerade weil – der Film seinen Umfang reduziert und die Beziehung zwischen Eddie und Venom ins Zentrum stellt. Die Chemie zwischen Hardy und Harrelson ist rauer und echter als vieles, was der erste Film bietet.

Wer sich für ähnliche Fragen rund um Filmbesetzungen und aktuelle Kinoentwicklungen interessiert, findet im Überblick der besten Filme 2026 weitere Anhaltspunkte.

Zwischen Anspruch und Realität – was diese Besetzung über aktuelle Produktionen verrät

Die Besetzung von Venom ist ein Spiegel der Zeit, in der dieser Film entstand – und das meine ich nicht ausschließlich als Kompliment. Sony Pictures hat ein Franchise erschaffen, das auf der einen Seite demonstriert, dass große Namen und echtes Schauspielerhandwerk in das Genre gehören. Auf der anderen Seite zeigt es, wie Produktionsdruck und das Diktat der Franchise-Logik selbst die talentiertesten Darsteller in dienende Positionen drängen.

Die Repräsentationsfrage ist dabei nicht trivial. Michelle Williams spielt eine der wenigen zentralen Frauenfiguren – und ihre Handlungsfreiheit ist minimal. Jenny Slate hat eine Szene, die sie als komplexen Menschen zeigt, und verschwindet dann aus dem Film. Das ist kein Zufall; das ist Produktionslogik. Die weiblichen Figuren existieren, um die männliche Hauptfigur zu motivieren, nicht um eine eigene Geschichte zu erzählen.

Gleichzeitig ist positiv festzuhalten, dass die Besetzung von Riz Ahmed und die zunehmende Rolle von Peggy Lu zeigen, dass sich etwas verschiebt – langsam, unvollständig, aber spürbar. Das Marvel-benachbarte Kino lernt, wenn auch zögerlich, dass Diversität mehr ist als ein Marketing-Argument. Es wäre schön, wenn das Drehbuch diese Einsicht schneller verinnerlichte als die Casting-Abteilung.

Die Frage, die diese Besetzung letztendlich aufwirft, ist: Kann ein Ensemble, das aus wirklich interessanten, komplexen Schauspielerinnen und Schauspielern besteht, einen Film retten, dessen Struktur dieses Potential systematisch einschränkt? Die Antwort ist: meistens nicht. Aber es kann ihn sehenswert machen. Und das ist vielleicht das ehrlichste Urteil, das man über die Besetzung von Venom fällen kann.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Venom

Wer spielt die Hauptrolle in Venom?

Tom Hardy spielt sowohl Eddie Brock als auch leiht er Venom seine Stimme. Er ist die dominierende Präsenz des Films und treibt das Ensemble mit einer bewusst exzentrischen Energie an.

Wer spielt Anne Weying in Venom?

Michelle Williams übernimmt die Rolle von Anne Weying, Eddies Ex-Freundin. Williams ist zweifellos talentiert – die Rolle lässt ihr jedoch kaum Raum zur Entfaltung, was angesichts ihres Könnens besonders schade ist.

Wer ist Carlton Drake und wer spielt ihn?

Carlton Drake ist der Hauptantagonist des ersten Films – ein visionärer, aber rücksichtsloser Milliardär. Riz Ahmed verkörpert ihn mit intellektueller Energie, auch wenn das Drehbuch seinen Charakter letztendlich vereinfacht.

Lohnt sich Venom trotz der Schwächen im Cast?

Für Fans des Genres: ja. Tom Hardys Darstellung trägt den Film auf eigene Faust, und die innere Dynamik zwischen Eddie und Venom hat einen eigenen, leicht absurden Charme. Wer tiefe Charakterentwicklung sucht, wird stellenweise enttäuscht sein.

Wer führt Regie bei den Venom-Filmen?

Der erste Film wurde von Ruben Fleischer inszeniert. Das Sequel Let There Be Carnage übernahm Andy Serkis. Venom: The Last Dance wurde von Kelly Marcel geschrieben und erstmals auch inszeniert – eine der interessanteren Entwicklungen der Trilogie.

Hat die Besetzung sich über die Trilogie verbessert?

Teilweise. Die Chemie zwischen Hardy und Harrelson in Teil zwei funktioniert gut, und kleinere Rollen wie die von Peggy Lu gewinnen an Gewicht. Strukturell bleiben die Frauenrollen jedoch unterentwickelt – ein wiederkehrendes Problem, das die gesamte Trilogie begleitet.

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