BlitzHeute ist werbefinanziert, und alle Inhalte auf der Website sind als Werbung zu betrachten.

Kartoffelsalat ohne Mayonnaise – grün mit Avocado, Frischkäse und Kresse

  • Gesamt30 Mindavon 10 Min Vorbereitung
  • Ergibt4 Portionen
  • ArtBeilageNordisch

Lauwarmer Kartoffelsalat ohne Mayonnaise: kleine gekochte Kartoffeln in zerdrückter Avocado mit Frischkäse, fein gehackter Salzzitrone und dünnen Ringen roter Zwiebel, großzügig mit Kresse bestreut.

Grüner Kartoffelsalat mit Avocado, Frischkäse und roter Zwiebel in einer blauen Schale, bedeckt mit frisch geschnittener Kresse

Kartoffelsalat ohne Mayonnaise braucht etwas anderes, das alles zusammenhält – und hier ist es Avocado. Sie wird mit Frischkäse, Salzzitrone und dünnen Ringen roter Zwiebel zerdrückt, und dann kommen die lauwarmen Kartoffeln direkt hinein. Das Ergebnis ist grün von innen heraus, nicht nur mit Petersilie bestreut.

Diesen Kartoffelsalat isst man lauwarm. Die Creme ist kalt, die Kartoffeln sind warm, wenn sie zusammenkommen – der Salat liegt damit genau zwischen der kalten und der warmen Variante. Gebraten oder überbacken wird nichts: die Kartoffeln kochen, während du den Rest vorbereitest, und alles wird in einer Schüssel gerührt.

Hast du keine Salzzitronen im Haus, tun es ein paar Esslöffel gewöhnlicher Zitronensaft. Das Rezept steht unten – und weiter unten, wie du Salzzitronen selbst ansetzt.

Grüner Kartoffelsalat ohne Mayonnaise

Vorbereitung10 Minuten
Kochzeit20 Minuten
Portionen4 Portionen

Zutaten

  • 700 g kleine Kartoffeln – oder größere, halbiert
  • 2 Scheiben Salzzitrone – oder ein paar Esslöffel Zitronensaft
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Avocados
  • 150 g Frischkäse natur
  • ½ TL geräuchertes Paprikapulver – optional
  • Reichlich Kresse
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Kartoffeln schrubben oder schälen und in leicht gesalzenem Wasser weich kochen – halbieren, wenn sie nicht ganz klein sind.
  2. Die Scheiben Salzzitrone fein hacken.
  3. Die rote Zwiebel schälen, halbieren und jede Hälfte in dünne Ringe schneiden.
  4. Die Avocados längs halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale heben.
  5. Das Avocadofleisch mit einer Gabel zerdrücken.
  6. Frischkäse und Zitrone unterrühren – und das geräucherte Paprikapulver, falls du es verwendest.
  7. Die Zwiebelringe unter die Creme heben.
  8. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Denk daran, dass die Kartoffeln schon gesalzen sind und die Salzzitrone salzig ist.
  9. Die Kartoffeln zwei Minuten im Sieb ausdampfen lassen und dann unter die Avocadocreme heben.
  10. Reichlich Kresse über den Kartoffelsalat schneiden.
Tipp: Lass die Kartoffeln zwei Minuten ausdampfen, bevor du sie unterhebst. Lauwarme Kartoffeln ziehen Zitrone und Salz in sich hinein – kalte tun das nicht – aber dampfend heiße Kartoffeln lassen die Avocado grau werden, und genau die grüne Farbe ist der Grund für den Namen. Der Salat hält einen Tag im Kühlschrank, wenn du ihn flach drückst und die Folie direkt auf die Oberfläche legst. Die Kresse kommt erst drauf, wenn der Salat auf den Tisch kommt.

So geht es – Schritt für Schritt

Illustration: kleine Kartoffeln werden unter fließendem Wasser geschrubbt, daneben ein Topf mit Wasser auf dem Herd
1. Die Kartoffeln schrubben und in leicht gesalzenem Wasser weich kochen.
Illustration: dünne Scheiben Salzzitrone werden auf einem Brett fein gehackt
2. Die Salzzitrone fein hacken – die Schale kommt mit hinein.
Illustration: eine halbe rote Zwiebel wird auf einem Brett in dünne Halbringe geschnitten
3. Die Zwiebel halbieren und jede Hälfte in dünne Ringe schneiden.
Illustration: eine längs halbierte Avocado, der Kern entfernt, das Fruchtfleisch wird mit einem Löffel herausgehoben
4. Avocados halbieren, Kern entfernen, Fruchtfleisch herauslösen.
Illustration: Frischkäse wird in die zerdrückte Avocado in einer Schüssel gerührt
5. Avocado mit der Gabel zerdrücken, Frischkäse und Zitrone unterrühren.
Illustration: gekochte Kartoffeln werden unter die grüne Creme gehoben, während Kresse über die Schüssel geschnitten wird
6. Die lauwarmen Kartoffeln unterheben und reichlich Kresse darüber schneiden.

Was kann man statt Mayonnaise für Kartoffelsalat nehmen?

Zerdrückte Avocado ist der beste Ersatz für Mayonnaise, weil sie genau dieselbe fette, cremige Konsistenz liefert, ohne nach Mayonnaise zu schmecken. Die üblichen Alternativen – Joghurt, Schmand, Brühe mit Essig und Öl – sind dünner und säuerlicher, und der Salat wird nach einer halben Stunde auf dem Tisch am Schüsselboden wässrig.

Die Avocado hat allerdings ein Problem, das Mayonnaise nicht hat: ihr fehlen Säure und Salz von sich aus. Deshalb müssen Zitrone und Frischkäse mit hinein. Der Frischkäse bringt das Salz und eine leichte Säure, die Zitrone die Frische – ohne beides schmeckt die Creme nur fett.

Willst du den Frischkäse ersetzen, funktionieren Hüttenkäse, Quark oder Skyr ebenso gut. Ganz ohne Milchprodukte lässt du den Käse weg und erhöhst die Zitrone – dann musst du allerdings deutlich beherzter salzen, als du denkst.

Warum geräuchertes Paprikapulver in die Creme kommt

Ein halber Teelöffel geräuchertes Paprikapulver gibt der Creme eine Rauchnote, die der Avocado allein völlig fehlt. Das dänische Original dieses Salats wird mit Rygeost gemacht – einem geräucherten Frischkäse, den es im deutschen Handel nicht gibt – und der Rauch ist das Einzige, was beim Wechsel auf gewöhnlichen Frischkäse verloren geht.

Optional, aber probier es einmal aus. Alternativ tut es eine Prise Rauchsalz, die dasselbe leistet, ohne die Creme zu färben. Hast du geräucherten Käse im Haus, reib stattdessen etwas davon hinein.

Lauwarm, kalt oder heiß?

Lauwarm ist am besten, und das hat einen Grund. Hebst du die Kartoffeln unter, solange sie noch dampfen, ziehen sie Zitrone und Salz in sich hinein – warme Kartoffeln nehmen Geschmack auf, kalte nicht. Deshalb steht die Creme fertig, bevor die Kartoffeln gar sind, und nicht umgekehrt.

Dampfend heiß dürfen sie aber nicht sein. Avocado wird grau und trüb, wenn sie richtig durchgewärmt wird, und dann ist der ganze Sinn eines grünen Kartoffelsalats dahin. Zwei Minuten im Sieb genügen: noch lauwarm genug, um Geschmack aufzunehmen, aber nicht so heiß, dass die Farbe kippt.

Kalt schmeckt er am nächsten Tag auch, dann ist er aber ein anderes Gericht – dichter und milder, weil die Kartoffeln fest geworden sind. Komplett durchgewärmt würde ich ihn nicht servieren.

Was sollte man bei der Zubereitung nicht tun?

Die drei Fehler, die diesen Salat zuverlässig ruinieren, haben alle mit der Reihenfolge zu tun:

  1. Die Kartoffeln kochend heiß unterheben. Die Avocado wird grau, und die Creme wird flüssig statt cremig.
  2. Zu spät abschmecken. Salz und Pfeffer kommen in die Creme, bevor die Kartoffeln hineinkommen – danach lässt sich nichts mehr gleichmäßig verteilen, ohne den Salat matschig zu rühren.
  3. Die Kresse zu früh darüberschneiden. Sie fällt innerhalb einer halben Stunde in sich zusammen. Sie ist die letzte Handbewegung vor dem Servieren, nicht die erste.

Und ein vierter, der eher Geschmackssache ist: die Kartoffeln zu klein schneiden. Bleiben sie ganz oder halbiert, bleibt der Biss erhalten – zerkleinerst du sie, wird der Salat zu Püree.

Ist das ein DDR- oder Thüringer Kartoffelsalat?

Nein, das sind eigene Rezepte mit eigenen Regeln. Der DDR-Kartoffelsalat wird traditionell mit Gurke, Ei und Zwiebel gemacht und je nach Familie mit Mayonnaise oder mit einer Brühe-Essig-Öl-Marinade angemacht. Der Thüringer kommt ohne Mayonnaise aus, dafür mit heißer Brühe, Essig und oft Speck.

Dieser hier ist nordisch und hat mit beiden nichts zu tun: keine Gurke, kein Ei, kein Speck, keine Brühe. Was er mit dem Thüringer teilt, ist das Prinzip, dass die Kartoffeln warm angemacht werden – nur ist die Flüssigkeit hier eine kalte Creme statt einer heißen Brühe.

Wozu passt grüner Kartoffelsalat?

Zu allem, wozu du sonst Kartoffelsalat stellst – er ist allerdings kräftiger als der klassische und verträgt deshalb etwas Salziges und Fettes daneben.

  • Gegrilltes und Würstchen, etwa zum selbst gemachten Hot Dog – der Salat ist säuerlich genug für das Fetteste auf dem Teller.
  • Kalter Braten und Schinken, wo die Zitrone durch das Salz schneidet.
  • Fisch vom Grill, der fett genug ist, um der Avocado standzuhalten.
  • Hähnchen oder Frikadellen unter der Woche.

Brauchst du noch etwas zum Dippen daneben, passt der Kräuterdip mit Schmand und Schnittlauch zur selben Art Essen.

So setzt du Salzzitronen an

Salzzitronen setzt du mit Salz, Gewürzen und 14 Tagen Geduld selbst an – danach halten sie monatelang. Sie sind das saure und salzige Element in erstaunlich vielen Gerichten und gleichzeitig eine gute Art, zu viel gekaufte Zitronen haltbar zu machen.

Für 3 unbehandelte Zitronen brauchst du 4 EL Salz, ½ EL Koriandersamen, ½ TL weiße Pfefferkörner, 3 Lorbeerblätter und ½ dl Olivenöl. Zitronen waschen, dünn aufschneiden und mit Salz, Koriander, Pfeffer und Lorbeer schichtweise in ein Glas mit dicht schließendem Deckel geben. Zum Schluss das Öl darübergießen und das Glas mindestens 14 Tage dunkel und kühl stehen lassen.

Es geht um die Schale, nicht um den Saft. Das Salz zieht das Wasser heraus und nimmt die Bitterkeit mit, und deshalb kannst du die ganze Scheibe in den Salat hacken. Fehlt dir die Zeit, karamellisiere stattdessen eine gewöhnliche Zitrone in einer glühend heißen Gusseisenpfanne: quer halbieren, die Schnittfläche nach unten legen und kurz Farbe nehmen lassen. Der Saft wird runder und weniger scharf.