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Dessert im Glas mit Apfelmus, knusprigen Schwarzbrotbröseln und Sahne

Dessert im Glas mit Schichten aus Apfelmus, gerösteten Schwarzbrotbröseln, Marmelade und Sahne

Dieses Dessert mit Apfelmus braucht keinen Ofen, keine Backform und keine besonderen Zutaten – und es ist trotzdem eine der Nachspeisen, nach denen am Tisch am zuverlässigsten gefragt wird. Der Trick steckt in der mittleren Schicht: geriebenes Schwarzbrot, das mit Butter und Zucker in der Pfanne geröstet wird, bis es karamellisiert und knusprig ist.

Darüber und darunter kommt selbst gekochtes Apfelmus, dazwischen ein Löffel Marmelade, und ganz oben eine Lage locker geschlagene Sahne mit geriebener Zartbitterschokolade. Das Ergebnis schmeckt wie eine Mischung aus Apfelkompott, Crumble und Tiramisu – nur deutlich leichter als alle drei.

Die reine Arbeitszeit liegt bei etwa 25 Minuten. Was Zeit braucht, ist das Abkühlen, und genau das können Sie vorverlegen: Apfelmus und Brösel lassen sich Stunden oder Tage vorher zubereiten. Das Rezept finden Sie hier.

Dessert im Glas mit Schichten aus Apfelmus, gerösteten Schwarzbrotbröseln, Marmelade und Sahne

Rezept: Apfeldessert im Glas mit Schwarzbrotbröseln

Vorbereitung10 Minuten
Kochzeit15 Minuten
Portionen4

Zutaten

  • Apfelmus: 700 g Äpfel, gern säuerliche Sorten
  • Apfelmus: 1 Vanilleschote (kann entfallen)
  • Apfelmus: 3 EL Wasser oder Apfelsaft
  • Apfelmus: 50 g Zucker
  • Brösel: 150 g geriebenes Schwarzbrot (etwa 6 Scheiben)
  • Brösel: 25 g Butter
  • Brösel: 90 g Zucker
  • Zum Anrichten: 250 ml Schlagsahne
  • Zum Anrichten: 4 EL Erdbeermarmelade
  • Zum Anrichten: 50 g Zartbitterschokolade

Zubereitung

  1. Die Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und die Viertel in grobe Würfel schneiden.
  2. Die Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark herauskratzen, falls Sie Vanille verwenden.
  3. Äpfel, Wasser sowie Vanillemark und -schote in einen Topf geben und zugedeckt bei schwacher Hitze etwa 10 Minuten weich kochen.
  4. Den Topf vom Herd nehmen, die Schote entfernen und die Äpfel grob zerdrücken. Etwas Struktur darf bleiben.
  5. Mit Zucker abschmecken und das Apfelmus vollständig auskühlen lassen.
  6. Das geriebene Schwarzbrot mit dem Zucker mischen.
  7. Die Butter in einer Pfanne schmelzen und die Brotmischung bei mittlerer Hitze knusprig rösten. Dabei ununterbrochen rühren, damit der Zucker nicht verbrennt.
  8. Die Brösel auf Küchenpapier ausbreiten und vollständig auskühlen lassen.
  9. Die Sahne kurz vor dem Servieren cremig aufschlagen – nicht steif.
  10. Den Boden einer Schale oder eines Glases mit Bröseln bedecken, Apfelmus daraufgeben und einen Löffel Marmelade darüber verteilen.
  11. Eine zweite Lage genauso schichten. Die Schichten müssen nicht gerade sein, rustikal ist richtig.
  12. Mit Sahne abschließen, Zartbitterschokolade darüberreiben und sofort servieren.
Tipp: Brösel und Apfelmus müssen vollständig kalt sein, bevor Sie schichten. Warme Brösel dampfen, und der Dampf macht sie innerhalb weniger Minuten weich. Wenn es schnell gehen muss: die Brösel dünn auf einem Teller verteilen und zehn Minuten ins Gefrierfach stellen.

Schritt für Schritt

Illustration: Äpfel werden geschält und auf einem Brett gewürfelt
1. Äpfel schälen und grob würfeln.
Illustration: Apfelwürfel kochen zugedeckt in einem Topf
2. Äpfel zugedeckt weich kochen und zerdrücken.
Illustration: geriebenes Brot und Zucker werden in einer Pfanne geröstet
3. Brösel mit Zucker in Butter knusprig rösten.
Illustration: Sahne wird in einer Schüssel mit dem Schneebesen aufgeschlagen
4. Sahne cremig aufschlagen.
Illustration: das Dessert wird mit einem Löffel im Glas geschichtet
5. Im Glas schichten: Brösel, Apfelmus, Marmelade.
Illustration: Schokolade wird über das fertige Dessert im Glas gerieben
6. Sahne obenauf und Schokolade darüberreiben.

Woher das Dessert kommt

Das Rezept stammt aus Dänemark und Norwegen, wo es unter den Namen „bondepige med slør“ und „tilslørte bondepiker“ bekannt ist – wörtlich „Bauernmädchen mit Schleier“. Der Schleier ist die Sahneschicht, die sich über die dunklen Brotbrösel legt; das Bauernmädchen ist die einfache Grundlage darunter, Äpfel aus dem Garten und Brot, das für die Brotzeit zu trocken geworden war.

Im deutschsprachigen Raum läuft die Nachspeise deshalb meist unter „skandinavisches Dessert mit Apfelmus“ oder schlicht als Apfeldessert im Glas. Der Aufbau ist mit dem einer Apfel-Charlotte oder einem Schichtdessert mit Spekulatius verwandt, aber die Röstbrösel geben ihm eine deutlich herzhaftere, fast nussige Note, die man von süßen Keksbröseln nicht bekommt.

Praktisch ist die Herkunft aus einem Grund: Es ist ein Resteverwertungsrezept. Es lebt von trockenem Brot und von Äpfeln, die für den Rohverzehr nicht mehr schön genug sind. Wer diesen Hintergrund kennt, versteht auch, warum jede Familie ihre eigene Variante hat.

Das Apfelmus – welche Äpfel eignen sich?

Säuerliche Kochäpfel sind die richtige Wahl. Boskoop, Elstar, Berlepsch und Jonagold zerfallen schnell und bringen genug Säure mit, damit das Dessert unter Marmelade und Sahne nicht in Süße untergeht. Süße Tafeläpfel funktionieren auch, brauchen aber ein paar Minuten länger und deutlich weniger Zucker.

Der Ablauf ist denkbar einfach: 700 g Äpfel schälen, würfeln und mit drei Esslöffeln Wasser zugedeckt bei schwacher Hitze etwa zehn Minuten garen. Danach mit der Gabel grob zerdrücken – nicht pürieren. Ein Mus mit etwas Struktur wirkt hausgemacht, ein glattes Püree erinnert an Gläschenkost.

Den Zucker geben Sie am Ende dazu, nicht am Anfang. 50 g sind ein Ausgangswert, aber Äpfel unterscheiden sich von Sorte zu Sorte und im Laufe des Herbstes erheblich. Die Vanilleschote ist optional, hebt das Mus aber spürbar: längs aufschlitzen, das Mark auskratzen und Mark wie Schote von Anfang an mitkochen, die Schote vor dem Zerdrücken herausfischen.

Schwarzbrotbrösel richtig rösten

Hier entscheidet sich, ob das Dessert gelingt. Sie brauchen 150 g geriebenes Schwarzbrot – also Roggenvollkornbrot oder Pumpernickel –, gemischt mit 90 g Zucker und in 25 g Butter bei mittlerer Hitze geröstet, bis die Masse trocken und knusprig ist.

Wichtig ist, dass das Brot trocken ist. Frisches Schwarzbrot verklebt in der Pfanne zu Klumpen, statt zu Bröseln zu werden. Sind Ihre Scheiben weich, trocknen Sie sie vorher zehn Minuten bei 150 °C im Ofen. Reiben lässt sich das Brot auf der groben Seite der Reibe oder in der Küchenmaschine – ein paar Sekunden genügen, sonst wird Mehl daraus.

Und: durchgehend rühren. Der Zucker schmilzt, karamellisiert und brennt in dem Moment an, in dem man sich abwendet. Verbrannter Zucker schmeckt verbrannt, daran ändert auch die Sahne nichts. Anschließend die Brösel dünn ausgebreitet abkühlen lassen, nie als Haufen – ein Haufen hält die Wärme und dämpft sich selbst weich.

Schichten, servieren, variieren

Im Glas serviert sieht das Dessert am besten aus, weil die Schichten sichtbar bleiben und jeder gleich viel Knusper abbekommt. Nehmen Sie Gläser mit geraden Wänden und füllen Sie mit dem Löffel statt zu gießen, dann bleiben die Ränder sauber. Klassisch ist aber eine große Schüssel für den Tisch, aus der jeder sich nimmt.

Die Sahne wird zuletzt geschlagen und nur so lange, bis sie gerade steht. Zu fest geschlagene Sahne wird körnig und verliert genau die Leichtigkeit, die dem Dessert seinen Namen gegeben hat. Die geriebene Zartbitterschokolade ist keine reine Dekoration: Ihre Bitterkeit fängt die Süße der Karamellbrösel auf.

Statt Äpfeln funktionieren Rhabarber, Zwetschgen und Brombeeren, wobei Beeren vorher gut eingekocht werden sollten, damit sie die Brösel nicht durchweichen. Zur Weihnachtszeit ersetzen viele einen Teil des Zuckers durch Lebkuchengewürz oder mischen zerbröselte Spekulatius unter das Brot – dann wird aus dem Alltagsdessert eine Nachspeise für den Feiertagstisch.

Vorbereiten, aufbewahren und häufige Fragen

Kann ich das Dessert vorbereiten? Die Bestandteile ja, das fertige Dessert nein. Apfelmus hält sich mehrere Tage im Kühlschrank und lässt sich einfrieren, die Brösel bleiben in einer luftdichten Dose bei Zimmertemperatur ein bis zwei Tage knusprig. Geschichtet wird erst kurz vor dem Servieren.

Warum werden meine Brösel weich? Entweder waren sie oder das Apfelmus beim Schichten noch warm, oder das fertige Dessert stand zu lange. Nach etwa einer Stunde ist die Feuchtigkeit aus dem Mus in die Brösel gezogen.

Geht es auch mit gekauftem Apfelmus? Ja. Nehmen Sie eine ungesüßte Variante und schmecken Sie selbst mit Zucker und Vanille ab – gesüßtes Fertigmus ist für dieses Dessert in der Regel zu süß.

Kann ich den Zucker in den Bröseln weglassen? Nein. Der Zucker karamellisiert und ist genau das, was die Brösel knusprig macht. Beim Zucker im Apfelmus können Sie dagegen problemlos sparen.

Für wie viele Personen reicht das Rezept? Für vier Portionen als Nachtisch nach einem normalen Essen oder für sechs kleinere Gläser, wenn noch anderes Süßes auf dem Tisch steht.

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