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Rinderfilet bei Niedrigtemperatur: 80 Grad, 2½ Stunden im Ofen

  • Gesamt180 Mindavon 10 Min Vorbereitung
  • Ergibt4 Portionen
  • ArtHauptgerichtDänisch

Ein ganzes Rinderfilet von mindestens 800 g wird von Silberhaut und Sehnen befreit, kräftig mit Salz und Pfeffer gewürzt und in Öl rundum scharf angebraten. Danach gart es 2½ Stunden bei 80 °C Ober-/Unterhitze (keine Umluft) im Ofen und ruht anschließend etwa 20 Minuten. Kerntemperaturen nach der Skala dieses Rezepts: 50–53 °C rot/rosa, 54–57 °C medium, 58–62 °C durchgegart. Das Rezept reicht für 4 Personen.

Ein bei Niedrigtemperatur gegartes Rinderfilet, in dicke Scheiben geschnitten, auf einem hellen Holzbrett; das Fleisch ist gleichmäßig rosa bis an die braune Kruste. Rechts liegen ein Tranchiermesser und eine Tranchiergabel mit zwei langen Zinken, dahinter ein weißes Geschirrtuch, oben rechts ist der Hintergrund dunkel

Rinderfilet bei Niedrigtemperatur gelingt so: Das ganze Filet rundum in der Pfanne scharf anbraten, dann 2½ Stunden bei 80 °C Ober-/Unterhitze im Ofen garen und anschließend etwa 20 Minuten ruhen lassen. Ein Filet von mindestens 800 g reicht für 4 Personen, die Vorbereitung dauert nur 10 Minuten.

Das Rezept stammt von der dänischen Foodautorin Beate, und das Schönste daran beschreibt sie selbst: Über Stunden zieht der Bratenduft durchs Haus, und beim Warten bekommt man so richtig Appetit. Als Festtagsbraten an Weihnachten oder für ein Sonntagsessen mit Gästen ist das ideal, denn der Ofen erledigt die meiste Arbeit, während du Sauce und Beilagen machst.

Unten findest du die Antworten auf die Fragen, die beim Rinderfilet im Ofen am häufigsten auftauchen: welche Kerntemperatur es haben sollte, wie lange es bei 80 Grad braucht, warum es so gleichmäßig rosa wird, was dazu passt und was du mit Resten machst.

Rinderfilet bei Niedrigtemperatur

Vorbereitung10 Minuten
Garzeit2½ Stunden
Portionen4

Zutaten

  • Rinderfilet am Stück – mindestens 800 g
  • 2 EL Öl – Raps- oder Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Silberhaut und Sehnen vom Rinderfilet entfernen.
  2. Das Filet großzügig mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. Den Backofen auf 80 °C Ober-/Unterhitze vorheizen – keine Umluft.
  4. Das Öl in einer Pfanne stark erhitzen und das Filet bei starker Hitze rundum anbraten, bis es eine schöne Bratkruste hat.
  5. Das Filet in eine ofenfeste Form legen und in den vorgeheizten Ofen schieben.
  6. Das Filet 2½ Stunden bei Niedrigtemperatur garen – am besten mit einem Fleischthermometer prüfen, ob es die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat (siehe Tabelle und Tipp).
  7. Das Fleisch herausnehmen, sobald es die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat, und etwa 20 Minuten ruhen lassen – oder so lange, bis Sauce und Beilagen fertig sind und gegessen wird.
  8. Das Rinderfilet in Scheiben der gewünschten Dicke schneiden.
Tipp: Kerntemperatur nach der Skala dieses Rezepts: rot/rosa 50–53 °C, medium 54–57 °C, durchgegart 58–62 °C. Stich das Fleischthermometer in die dickste Stelle des Filets. Ofenkartoffeln können zusammen mit dem Filet in den Ofen: Ist das Fleisch fertig, drehst du den Ofen auf 225 °C hoch, und die Kartoffeln garen zu Ende, während das Fleisch ruht. Ob die Kartoffeln schon von Anfang an mit hinein müssen, hängt von ihrer Größe ab.

So gelingt dir Rinderfilet bei Niedrigtemperatur Schritt für Schritt

Eine Hand schneidet mit einem kleinen Messer die dünne Silberhaut von einem ganzen, rohen Rinderfilet auf einem Schneidebrett
1. Silberhaut und Sehnen entfernen.
Eine Hand streut Salz über ein rohes Rinderfilet auf einem Schneidebrett, daneben wird mit einer Pfeffermühle Pfeffer darübergemahlen
2. Großzügig mit Salz und Pfeffer würzen.
Ein Stück Fleisch wird in einer Pfanne angebraten, eine Küchenzange wendet es; über der Pfanne steigen Dampflinien auf
3. Bei starker Hitze rundum scharf anbraten.
Ein angebratenes Rinderfilet in einer rechteckigen ofenfesten Form auf dem Rost eines geöffneten Backofens, ein Fleischthermometer steckt im Fleisch
4. 2½ Stunden bei 80 °C garen, das Thermometer zeigt die Kerntemperatur.
Ein ganzes gegartes Rinderfilet ruht auf einem Schneidebrett, daneben stehen eine Sauciere und ein digitales Fleischthermometer
5. Etwa 20 Minuten ruhen lassen, während Sauce und Beilagen fertig werden.
Ein Tranchiermesser schneidet das Rinderfilet auf einem Schneidebrett in runde Scheiben, eine Tranchiergabel hält das Fleisch fest
6. In Scheiben der gewünschten Dicke schneiden.

Welche Kerntemperatur sollte Rinderfilet haben?

Rinderfilet ist nach der Skala dieses Rezepts bei 50–53 °C rot/rosa, bei 54–57 °C medium und bei 58–62 °C durchgegart. Diese Werte sind Beates eigene Skala und keine offizielle Norm – andere Tabellen nennen teils abweichende Zahlen. Miss mit einem Fleischthermometer an der dicksten Stelle des Filets.

Garstufe Kerntemperatur (nach dieser Skala)
Rot/rosa 50–53 °C
Medium 54–57 °C
Durchgegart 58–62 °C

Bei der Garstufe gehen die Meinungen oft auseinander, auch in Beates Familie: Sie selbst mag ihr Filet rot/rosa, der Rest des Haushalts lieber medium oder durchgegart. Die Lösung liegt im Fleisch selbst, denn die Endstücke werden immer stärker gegart als die Mitte. Wer es stärker durchgegart mag, bekommt einfach die Enden.

Wie lange braucht Rinderfilet bei 80 Grad im Ofen?

Ein ganzes Rinderfilet braucht bei 80 °C Ober-/Unterhitze etwa 2½ Stunden im Ofen, nachdem es in der Pfanne angebraten wurde. Wie lange es genau dauert, hängt von der Dicke des Filets und davon ab, wie genau dein Ofen die Temperatur hält. Das Thermometer ist deshalb der Maßstab, die Zeit nur ein Richtwert.

Über den Begriff „Langzeitgaren“ lässt sich übrigens streiten: Manche finden, ein Braten müsse dafür den ganzen Tag im Ofen liegen, bis zu 10 Stunden. Bei gewöhnlicher Zubereitung braucht ein Rinderfilet aber nur etwa 20 Minuten – gemessen daran sind 2½ Stunden für Beate echtes Langzeitgaren. So sieht der Zeitplan aus, wenn um 19 Uhr gegessen wird:

Uhrzeit Was zu tun ist
16:00 Filet parieren und würzen, Ofen vorheizen
16:10 Rundum anbraten und in den Ofen schieben
18:40 Herausnehmen und ruhen lassen (Ofen evtl. für die Kartoffeln hochdrehen)
18:40–19:00 Sauce und Beilagen fertig machen
19:00 Aufschneiden und servieren

Wie gart man Rinderfilet bei niedriger Temperatur, damit es gleichmäßig rosa wird?

Rinderfilet wird bei niedriger Temperatur gleichmäßig rosa bis ganz an die Kruste, weil die Hitze langsam und sanft von außen nach innen wandert. Bei hoher Ofenhitze wird der äußere Rand dagegen grau, bevor die Mitte fertig ist.

Das Anbraten in der Pfanne ist trotzdem unverzichtbar: Es sorgt für Geschmack und Farbe, denn bei 80 °C bräunt das Fleisch im Ofen nicht. Brate das Filet deshalb bei starker Hitze rundum an, bevor es in die Form kommt. Eine niedrigere Ofentemperatur bedeutet dabei immer eine längere Garzeit – plane also lieber großzügig und verlass dich aufs Thermometer.

Wie lange muss Rinderfilet nach dem Garen ruhen?

Rinderfilet ruht nach dem Garen bei Niedrigtemperatur etwa 20 Minuten, bevor du es aufschneidest. Nimm es aus dem Ofen, sobald das Thermometer die gewünschte Kerntemperatur zeigt, und lass es auf einem Brett liegen.

Die Ruhezeit muss nicht auf die Minute stimmen: Das Filet kann so lange warten, bis die Sauce fertig ist, die Beilagen auf dem Tisch stehen und gegessen wird. Genau diese Zeit nutzt du, um den Ofen für die Kartoffeln hochzudrehen und die Béarnaise aufzuschlagen. Erst ganz zum Schluss schneidest du das Fleisch in Scheiben in der Dicke, die deine Gäste mögen.

Was passt als Beilage zu Rinderfilet aus dem Ofen?

Zu Rinderfilet aus dem Ofen passen dieselben Beilagen wie zu jedem am Stück gebratenen Filet, und am praktischsten sind Ofenkartoffeln, die gleich mit in den Ofen kommen. Sobald das Fleisch fertig ist, drehst du den Ofen auf 225 °C hoch, und die Kartoffeln werden fertig, während das Filet ruht. Ob sie von Anfang an mit hinein müssen, hängt von ihrer Größe ab.

Wer es etwas festlicher mag, macht gefüllte Ofenkartoffeln mit Feta oder Ofenkarotten mit Honig, Zitrone und Thymian. Beate hat beim letzten Mal einen warmen Pilz-Tomaten-Salat zusammen mit dem Filet im Ofen gegart, dazu gab es selbst gemachte Sauce Béarnaise. Frisch dazu passt ein grüner Salat mit Avocado, Oliven und Erbsen. Und wenn du lieber einen anderen Braten aus dem Ofen probieren möchtest, schau dir unseren Kalbstafelspitz im Backofen an.

Was kann man mit Resten vom Rinderfilet machen?

Reste vom Rinderfilet werden im Blätterteig zu einem zweiten Festessen: Blätterteig mit Ei bestreichen, das Filet darin einwickeln, noch einmal mit Ei bestreichen und bei 180–200 °C etwa 12 Minuten backen, bis der Teig knusprig und goldbraun ist.

Das Fleisch wird dabei eine Spur stärker gegart als am ersten Tag. Das macht aber nichts – es schmeckt trotzdem richtig gut, und Beate weiß das aus eigener Erfahrung.