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Dänischer Zimtzopf mit Vanillecreme – als Stange geschnitten statt geflochten

  • Gesamt90 Mindavon 60 Min Vorbereitung
  • Ergibt1 Zimtzopf
  • ArtGebäckDänisch

Dänischer Zimtzopf: Hefeteig mit Kardamom, gefüllt mit Remonce (einer dänischen Streichfüllung aus Butter, braunem Zucker und Zimt) sowie selbstgemachter Vanillecreme, zu einer Rolle aufgerollt, mit der Schere eingeschnitten und die Stücke abwechselnd gekippt, bei 200 °C rund 20 Minuten gebacken und mit einer Zuckerglasur verziert.

Ein geschnittener Zimtzopf in schräg, abwechselnd gekippten Stücken mit quer verlaufenden Streifen aus weißer Glasur, auf einem länglichen Schneidebrett aus hellem Holz mit Loch und Lederband am Ende; der vordere Teil ist in Stücke geschnitten, sodass die helle, weiche Krume und die Zimtfüllung im Anschnitt sichtbar sind. Im Hintergrund zwei gestapelte Kaffeetassen und Teller aus altmodischem Porzellan mit roten und blauen Blumen, auf einer weißen Tischdecke mit blauem Karo.

Zimtzopf mit Vanillecreme ist eine dänische Zopfstange aus Hefeteig mit Kardamom, gefüllt mit Remonce (einer dänischen Streichfüllung aus Butter, braunem Zucker und Zimt) sowie einer selbstgemachten Vanillecreme – und anders als der klassische deutsche Hefezopf wird sie nicht geflochten, sondern mit der Schere eingeschnitten, und die Stücke werden abwechselnd nach links und rechts gekippt. Aus dem Teig entsteht eine rund 45 cm lange Stange, die bei 200 °C etwa 20 Minuten gebacken wird. Die Arbeitszeit beträgt rund 1 Stunde, hinzu kommen Kühl-, Geh- und Backzeit, das Rezept ergibt 1 Zimtzopf.

Der Name „Zopf“ führt hier leicht in die Irre: Ein klassischer deutscher Hefezopf wie ein Osterzopf wird aus zwei oder drei Teigsträngen geflochten. Dieser dänische Zimtzopf dagegen ist eine einzelne, gefüllte Teigrolle, die erst nach dem Formen eingeschnitten wird – das Ergebnis sieht aus wie eine Reihe schräg gestellter Schnecken, nicht wie ein Zopf im wörtlichen Sinn.

Im Folgenden erfährst du, warum diese Stange geschnitten statt geflochten wird, weshalb der Teig ohne Butter auskommt, wie die doppelte Füllung aus Remonce und Vanillecreme aufgetragen wird, was den Zopf besonders saftig macht, wozu er am besten passt, wie du ihn mit Mandeln variierst und wie du ihn aufbewahrst.

Zimtzopf mit Vanillecreme

Vorbereitung1 Stunde
Backzeit30 Minuten
Portionen1 Zimtzopf

Zutaten

  • Vanillecreme:
  • ¼–½ Vanilleschote
  • 125 ml Vollmilch
  • 1½ EL Zucker
  • 1 Eigelb
  • ½–1 EL Speisestärke
  • Teig:
  • 150 ml Milch
  • 1½ EL Zucker
  • 25 g frische Hefe
  • 1 Ei
  • ½ TL gemahlener Kardamom
  • ½ TL Salz
  • 250 g Weizenmehl (Type 550)
  • 1 Ei, verquirlt, zum Bestreichen
  • Füllung (Remonce):
  • 100 g weiche Butter
  • 100 g brauner Zucker
  • 2 EL gemahlener Zimt
  • Glasur:
  • 100 g Puderzucker
  • ca. 25 ml kochendes Wasser

Zubereitung

  1. Die Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark herauskratzen.
  2. Die Milch in einen kleinen Topf geben, das Vanillemark, die ausgekratzte Schote, den Zucker, das Eigelb und die Speisestärke hinzufügen und alles glatt verrühren.
  3. Bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Creme eindickt, und einmal kurz aufkochen lassen.
  4. Den Topf vom Herd nehmen und die Vanilleschote herausnehmen.
  5. Die Creme kräftig glattrühren und im Kühlschrank abkühlen lassen.
  6. Die Milch für den Teig lauwarm erwärmen (etwa 37 °C).
  7. Die Milch in eine Rührschüssel geben und den Zucker hinzufügen.
  8. Die frische Hefe hineinbröckeln und unter Rühren darin auflösen.
  9. Das Ei, den Kardamom und das Salz sowie nach und nach das Mehl hinzugeben und zu einem Teig verkneten, bis er nicht mehr klebt, aber auch nicht zu trocken ist.
  10. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort etwa eine halbe Stunde gehen lassen.
  11. In der Zwischenzeit die Remonce zubereiten: Butter, braunen Zucker und Zimt gut miteinander vermischen.
  12. Den Backofen auf 200 °C vorheizen.
  13. Den Teig zu einem Rechteck von etwa 35 × 45 cm ausrollen.
  14. Die Remonce auf dem Teig verteilen (nicht ganz bis an den Rand) und die Vanillecreme darüberstreichen (ebenfalls nicht bis an den Rand und nicht zu dick – es muss nicht die ganze Creme verwendet werden).
  15. Den Teig von der langen Seite her zu einer Rolle aufrollen.
  16. Die Rolle mit der Naht nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
  17. Die Rolle mit einer scharfen Schere von oben schräg tief, aber nicht ganz durch einschneiden und die Stücke abwechselnd etwas nach rechts und links kippen.
  18. Mit dem verquirlten Ei bestreichen.
  19. Die Stange im vorgeheizten Ofen etwa 20 Minuten goldbraun backen.
  20. Den Zimtzopf auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
  21. Für die Glasur den Puderzucker in eine Schüssel sieben und nach und nach kochendes Wasser einrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  22. Den Zimtzopf mit der Glasur verzieren.
  23. In Stücke schneiden und zu einer Tasse Tee oder Kaffee servieren.
Tipp: Streiche Remonce und Vanillecreme nicht bis an den Rand der Teigplatte, sondern lass rundherum einen freien Rand von etwa 2 cm – und streiche die Vanillecreme dünner, als du zunächst denkst. Zu viel Füllung quillt beim Rollen und Schneiden heraus, und die Naht hält dann nicht mehr dicht.

Schritt für Schritt

Eine Hand rührt mit einem Schneebesen in einem kleinen Topf auf einer Kochplatte; eine aufgeschlitzte Vanilleschote liegt im Topf, eine Vanilleschote und ein kleines Messer liegen daneben
1. Die Vanillecreme unter Rühren aufkochen.
Eine Hand bröckelt frische Hefe in eine Schüssel mit Milch; ein Ei und eine Papiertüte liegen daneben
2. Die frische Hefe in der lauwarmen Milch auflösen.
Der Teig wird mit einem Nudelholz auf einem bemehlten Tisch zu einer flachen, länglichen Platte ausgerollt
3. Den Teig zu einem Rechteck ausrollen.
Eine Teigplatte von oben gesehen; ein Palettmesser streicht die Füllung mit einem freien Rand ringsherum aus, eine kleine Schale Creme steht daneben
4. Die Remonce und die Vanillecreme mit freiem Rand verstreichen.
Eine lange, gefüllte Teigrolle auf einem Backblech von oben gesehen, schräg in Stücke geschnitten, die abwechselnd links und rechts im Zickzackmuster liegen, eine Schere liegt daneben
5. Die Rolle einschneiden und die Stücke abwechselnd kippen.
Die gebackene Stange im Zickzackmuster auf einem länglichen Holzbrett; ein Löffel träufelt Glasur in Streifen darüber, eine kleine Schale steht daneben
6. Die Stange mit Glasur beträufeln.

Wird ein Zimtzopf geflochten oder geschnitten?

Dieser Zimtzopf wird geschnitten, nicht geflochten: Die aufgerollte Teigrolle wird von oben mit einer Schere eingeschnitten, und die einzelnen Stücke werden abwechselnd leicht nach links und rechts gekippt, sodass ein Zickzackmuster entsteht. Aus der rund 45 cm langen Rolle ergeben sich bei Stücken von 4 bis 5 cm Länge rechnerisch etwa 9 bis 11 Stücke. Ein klassischer deutscher Hefezopf dagegen – etwa bei Einfach Backen oder Bäckerina – wird aus zwei oder drei Teigsträngen geflochten, bevor er in die Form oder aufs Blech kommt.

Die Begriffe werden auf deutschsprachigen Backblogs nicht immer sauber getrennt: Ein schwedisch inspiriertes Rezept von Lina’s Backhimmel beschreibt exakt dieselbe Schneide- und Kipptechnik wie hier – die Teigrolle wird in Scheiben geschnitten, die abwechselnd links und rechts hingelegt werden –, nennt das Ergebnis im Rezeptnamen aber trotzdem einen „geflochtenen Hefezopf“. Technisch ist das kein Flechten, sondern genau die Schneidetechnik, die auch diesen dänischen Zimtzopf ausmacht.

Der Vorteil der Schneidetechnik: Jeder gekippte Abschnitt legt einen Teil der Zimtfüllung offen, sodass beim Backen mehr Oberfläche direkt der Ofenhitze ausgesetzt ist als bei einem geflochtenen Zopf. Das sorgt für mehr gebräunte Fläche und die Stange lässt sich am Ende leichter in einzelne Stücke teilen.

Warum hat der Teig für diesen Zimtzopf keine Butter?

Der Hefeteig für diesen Zimtzopf kommt ohne Butter aus – neben Mehl und Hefe enthält er nur Milch, Ei, Zucker, Kardamom und Salz. Das unterscheidet ihn von vielen deutschen Hefezopf-Rezepten, die 75 bis 125 g Butter direkt in den Teig kneten, damit er besonders weich bleibt.

Das Fett steckt hier stattdessen fast vollständig in der Füllung: 100 g weiche Butter in der Remonce, darüber die Vanillecreme. Der Teig selbst lässt sich dadurch schon nach einer halben Stunde Gehzeit ausrollen, ohne die zusätzliche Ruhezeit im Kühlschrank, die butterreichere Teige oft brauchen. Eine zweite Gehzeit nach dem Formen gibt es bei diesem Rezept nicht: Die geschnittene Stange wird direkt mit Ei bestrichen und gebacken.

Die lauwarme Milch (etwa 37 °C, also fingerwarm) ist dabei entscheidend für die Hefe: Ist die Milch zu heiß, sterben die Hefepilze ab und der Teig geht nicht auf; ist sie zu kalt, dauert das Gehen unnötig lang. Frische Hefe löst sich am zuverlässigsten auf, wenn sie zuerst in die lauwarme Milch mit dem Zucker eingerührt und erst danach mit Ei, Kardamom, Salz und Mehl zum Teig verknetet wird.

Wie wird der Zimtzopf gefüllt – mit Remonce und Vanillecreme?

Die Füllung besteht aus zwei Schichten: zuerst eine Remonce aus 100 g weicher Butter, 100 g braunem Zucker und 2 EL gemahlenem Zimt, darüber eine dünne Schicht selbstgemachter Vanillecreme aus Milch, Vanilleschote, Eigelb, Zucker und Speisestärke. Beide Schichten werden auf den ausgerollten Teig gestrichen, aber nicht bis an den Rand – ein freier Rand von rund 2 cm sorgt dafür, dass beim Aufrollen nichts herausquillt.

Die Vanillecreme muss abkühlen, bevor sie auf den Teig kommt, und lässt sich deshalb gut am Vortag zubereiten: Milch mit dem Vanillemark, der ausgekratzten Schote, Zucker, Eigelb und Speisestärke unter Rühren bei schwacher Hitze eindicken, die Schote entfernen, kräftig glattrühren und im Kühlschrank auskühlen lassen. Trag sie anschließend dünner auf, als es zunächst nötig scheint – meistens bleibt ohnehin ein Rest übrig, der nicht gebraucht wird.

Wer keine Zeit für die selbstgemachte Vanillecreme hat, kann ersatzweise eine backfeste Vanillecreme aus Instantpulver (Konditorcreme zum Anrühren) verwenden – sie hält der Backhitze stand und ergibt ein ähnliches Ergebnis, auch wenn der Vanillegeschmack milder ausfällt als mit einer echten Vanilleschote.

Was macht diesen Zimtzopf besonders saftig?

Die Vanillecreme in der Füllung ist der Hauptgrund dafür: Sie hält die angrenzende Krume feucht, während die Remonce an den offenen Schnittflächen leicht karamellisiert. Dazu kommt der Kardamom im Teig, der für ein rundes, warmes Aroma sorgt.

Die zweite Stellschraube ist die Backzeit: 20 Minuten bei 200 °C reichen für diese eine, verhältnismäßig flache Stange. Wer die Stange weiterbäckt, wenn sie bereits goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt, riskiert, dass die Vanillecreme im Kern zu stark austrocknet.

Die Stange sollte vor dem Glasieren vollständig auf einem Kuchengitter abkühlen. Kommt die Glasur auf eine noch warme Oberfläche, zerläuft sie sofort und zieht als dünner, klarer Film ein, statt als weiße Streifen stehen zu bleiben – die Feuchtigkeit im Inneren bleibt davon zwar unberührt, aber das typische Streifenmuster auf der Kruste geht verloren.

Kann man den Zimtzopf variieren, und wie bewahrt man ihn auf?

Gehackte Mandeln oder Nüsse obenauf geben zusätzlichen Biss; in der dänischen Familienversion wird die Stange klassisch aber nur mit Zuckerglasur verziert. Serviert wird sie zu einer Tasse Tee oder Kaffee, zum Frühstück oder zur Kaffeepause – genau wie der deutsche Hefezopf mit Zimt, der meist in Scheiben geschnitten auf den Tisch kommt. Weil die Stange durch das Einschneiden bereits vorgeteilt ist, lässt sie sich ohne großes Messer in einzelne, schräge Stücke teilen.

Am besten schmeckt der Zimtzopf frisch am Backtag; wegen der Vanillecreme im Kern sollte er danach abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden statt offen bei Zimmertemperatur. Eingefroren – am besten ohne Glasur – hält er sich deutlich länger, die Glasur kommt dann erst nach dem Auftauen darüber.

Wer nach dem Zimtzopf Lust auf weiteres Hefegebäck hat, findet Donuts aus Hefeteig zum Selbermachen, und wer lieber beim Kaffeekuchen bleibt, probiert den saftigen Kaffeekuchen mit Kaffeeglasur – beide passen genauso gut zu einer Tasse Kaffee wie die Zopfstange selbst.